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Fr., 03.05.2019

Der Stürmer schießt beide Tore beim 2:0 gegen Paderborn – mit Trainerstimmen Klos ist Arminias Derby-Held

Fabian Klos hat das 2:0 erzielt, Julian Börner (oben) und Andreas Voglsammer (links) feiern mit.

Fabian Klos hat das 2:0 erzielt, Julian Börner (oben) und Andreas Voglsammer (links) feiern mit. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Großer Jubel in Bielefeld, Enttäuschung beim SC Paderborn: Der DSC Arminia hat den Aufstiegshoffnungen des SCP einen Dämpfer versetzt. Arminia gewann das OWL-Derby 2:0 (1:0), Fabian Klos traf doppelt. Zunächst bleibt Paderborn aber Zweiter und darf weiter von der Bundesliga träumen.

Nach dem 2:2 am Montag in Duisburg kam es zu zwei Änderungen in der Bielefelder Startelf: Für den rotgesperrten Brian Behrendt lief Amos Pieper in der Innenverteidigung auf. Reinhold Yabo ersetzte im Mittelfeld Nils Seufert, der somit seinen markigen Worten zunächst keine Taten folgen lassen konnte. Der 22-Jährige hatte am Donnerstag gesagt, der DSC sei immer noch »die Nummer eins in Ostwestfalen«. Beim SCP gab es einen Wechsel nach dem 3:1 gegen Heidenheim: Ben Zolinski begann anstelle von Sven Michel (Oberschenkelprobleme).

Vor dem Anpfiff gratulierten die Fans auf der Südtribüne »ihrer« Arminia mit einer schicken Choreografie zum 114. Geburtstag. Geschenke wollten die Paderborner ihrem OWL-Rivalen natürlich keine machen. Das Stadion war mit 26.300 Zuschauern ausverkauft, die letzten 100 Gästekarten waren am Freitagmorgen in Paderborn an den Mann gebracht worden.

Torschrei auf den Lippen der SCP-Fans

Die SCP-Fans hatten in der achten Minute den Torschrei auf den Lippen. Sebastian Vasiliadis tauchte frei vor DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno auf, doch der Schuss aus 15 Metern landete genau in den Armen des Torwarts. Auch die zweite Großchance hatten die Gäste, dieses Mal unter freundlicher Mithilfe der Arminen. Patrick Weihrauch vertändelte den Ball im eigenen Strafraum, doch Babacar Gueye und Ben Zolinski nahmen das Geschenk nicht an (15.).

Drei Minuten später hatten dann die Gastgeber ihre erste Möglichkeit, als Fabian Klos SCP-Schlussmann Leopold Zingerle prüfte. Klos war es auch, der wenig später eine Flanke von Andreas Voglsammer knapp verpasste (25.). Eine weitere Hereingabe Voglsammers legte Jonathan Clauss per Kopf auf Yabo ab, der aber in aussichtsreicher Position über den Ball schlug (27.).

Auf den Schock folgt der Jubel

Schlimm wurde es in der 34. Minute. Bei einem Luftzweikampf stießen Arminias Cedric Brunner und Paderborns Jamilu Collins mit den Köpfen zusammen. Während Collins nach kurzer Behandlung weitermachen konnte, wurde Brunner mit einer Trage vom Platz gebracht. Der Schweizer wurde mit einer schweren Gehirnerschütterung direkt ins Krankenhaus gebracht. Für ihn kam Tom Schütz ins Spiel.

Nach dem Schock folgte wenig später der Jubel. Einen langen Abschlag von Ortega Moreno verlängerte Voglsammer in den Lauf von Klos, und Arminias Rekordtorschütze ließ sich nicht zweimal bitten. Mit rechts schoss er den Ball an Zingerle vorbei zum 1:0 für den DSC (42.). Der Jubel der Fans war wohl der lauteste der Saison.

In der Pause wechselten beide Mannschaften je einmal: Beim DSC kam Joan Simun Edmundsson (erster Einsatz seit dem 26. Spieltag) für Clauss, beim SCP ersetzte Sven Michel Babacar Gueye. Nach wenigen Sekunden hatte Christopher Antwi-Adjei die Chance zum Ausgleich, doch Ortega Moreno parierte mit dem Fuß. Dagegen war auf der anderen Seite Fabian Klos eiskalt. Voglsammer verlängerte eine Ecke auf den zweiten Pfosten, Klos drückte den Ball aus schwierigem Winkel zum 2:0 ins Gästetor (48.). Für Klos war das schon der 16. Saisontreffer.

Klos hatte die Chance zum Hattrick

SCP-Trainer Steffen Baumgart hatte vor dem Spiel extra vor dem Duo Klos/Voglsammer gewarnt: »Die Qualität da vorne ist brutal. Mit Klos und Voglsammer stehen bei Arminia zwei Stürmer auf dem Platz, die in der 2. Liga zur Extraklasse gehören.«

Klos hatte dann sogar die Chance zum Hattrick, doch sein Lupfer ging knapp am rechten Pfosten vorbei (61.). Baumgart reagierte, brachte Bernard Tekpetey für Kai Pröger (61.). Michel bot sich die Möglichkeit zu verkürzen, im Fallen verfehlte der Stürmer aber das Bielefelder Tor (70.). Michel musste nach einem Zusammenprall mit Amos Pieper in der 75. Minute schon wieder runter (Platzwunde). Yabo vergab in der Nachspielzeit frei vor Zingerle, im Gegenzug traf Marlon Ritter nur den Pfosten. Der Rest war Bielefelder Jubel.

Die Stimmen der Trainer

DSC-Trainer Uwe Neuhaus

»Wir wollten Paderborn von Beginn an kommen lassen. Wenn Paderborn Räume hat, haben sie eine unglaubliche Qualität in ihren Reihen. Mit dem 1:0 haben wir eine Ausgangslage geschaffen, die für uns wie gemalt war. Wir haben die Zweikämpfe gewonnen. Das war die Grundlage für unser Spiel. Das Paderborn nie aufgibt hat sich heute wieder bestätigt. Man hat gesehen, welchen Spaß die Zuschauer hatten. Einziger Wermutstropfen ist die Verletzung von Cedric Brunner. Er wird zur Zeit noch untersucht. Auf dem Platz war er einen Moment ohnmächtig.«

SCP-Trainer Steffen Baumgart

»Wir sind vom Ergebnis enttäuscht. Wir haben heute eine gute erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit sind wir nicht mehr so in die Situationen gekommen. Insgesamt möchte ich Arminia zu diesem nicht unverdienten Sieg gratulieren. Wir gehen verdient mit der Niederlage nach Hause. Wir sind heute an einer sehr guten Mannschaft gescheitert. Beste Genesungswünsche an Arminias Cedric Brunner, der im Krankenhaus liegt.«

So spielten sie:

Arminia Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper, Börner, Lucoqui - Prietl - Yabo, Weihrauch - Clauss, Voglsammer - Klos

SC Paderborn 07: Zingerle - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins - Vasiliadis, Klement - Pröger, Antwi-Adjej - Zolinski, Gueye

DSC-Einwechslungen: 37. Schütz (3) für Brunner, 46. Edmundsson (3) für Clauss, 85. Salger für Weihrauch

SCP-Einwechslungen : 46. Michel für Gueye, 61. Tekpetey für Pröger, 75. Ritter für Michel

Schiedsrichter: Brych (München)

Zuschauer 26.3000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Klos (42.), 2:0 Klos (48.)

Gelbe Karten: Weihrauch (3), Klos (4), Schütz (1), Lucoqui (4) , Prietl (5) / Dräger (4), Vasiliadis (4), Schonlau (7)

 

 

Kommentare

Klos,immer wieder Klos

Wenn Klos mit der Leistung der letzten Monate 5 Jahre jünger wäre , die Bundesligisten würden Schlange stehen.Arabis bester Coup während seiner Amtszeit.Noch grösserer Dank geht an Jeff Saibene der ihm gehörig in den A...h getreten hat,erst danach wurde er richtig gut.

Klose...

Tiefe Verneigung vor Fabian Arminia Klos ... unglaubliches Spiel von Nr 9.

2 Kommentare

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