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Mo., 06.05.2019

Krösche: »Wir bleiben trotzdem unserem Fußball treu« Paderborn bleibt auch nach der Derby-Niederlage entspannt

Auf dem Platz sprachen die Blicke der Paderborner Verlierer noch Bände, danach gab sich der SCP entspannt.

Auf dem Platz sprachen die Blicke der Paderborner Verlierer noch Bände, danach gab sich der SCP entspannt. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Eines ist Fakt: Wenn sich der SC Paderborn im Aufstiegs-Endspurt eine Niederlage erlauben konnte, dann im OWL-Derby . Denn anders als Holstein Kiel, 1. FC Heidenheim oder am Sonntag der Hamburger SV: Armina ist ein Ligarivale, kein Konkurrent.

Die ohnehin geringe Aufgeregtheit nach Saisonpleite Nummer neun legte sich völlig, als die Ergebnisse der Mitbewerber bekannt wurden: Hamburgs harmloser Auftritt gegen Ingolstadt (0:3) wurde innerlich mit einem Lächeln quittiert, das 1:2 von Union Berlin in Darmstadt 98 ebenso.

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Wir haben am Freitag in Bielefeld ein Spiel verloren. Ja und?

SCP-Manager Markus Krösche

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»Wir können uns nicht beschweren. Aber wenn wir oben dran bleiben wollen, müssen wir den HSV schlagen. Und das wird brutal schwer«, sagte Manager Markus Krösche. Der 38-Jährige wollte den Ton aber nicht verschärfen und zur Attacke blasen: »Wir bleiben entspannt. Wir haben am Freitag in Bielefeld ein Spiel verloren. Ja und? Deshalb bleiben wir trotzdem unserem Fußball treu und werden sehen, was dabei herauskommt.«

Die Resultate der Mitbewerber beeindruckten Trainer Steffen Baumgart gar nicht: »Wir können diese Ergebnisse sowieso nicht beeinflussen.« Der 47-Jährige blieb vielmehr bei seiner These: »In dieser Liga kann jeder jeden schlagen und das jederzeit.« Entsprechend fiel seine Reaktion schon nach dem 0:2 am Freitagabend aus: »Wir werden wieder aufstehen.« Ähnlich kämpferisch gab sich der Kapitän. »Im Moment sind wir enttäuscht, aber das wirft uns nicht um«, meinte Uwe Hünemeier.

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Was die körperliche Präsenz angeht, ist die Arminia noch einen Schritt weiter.

SCP-Manager Markus Krösche

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Baumgart stimmte im Ergebnissport Fußball das Resultat nachdenklich, nicht aber die Art und Weise, wie seine Elf in Bielefeld auftrat: »Wenn ich mir allein die Laufleistung beider Mannschaften anschaue, war das ein richtig gutes Fußballspiel.« Allerdings auch eins, das sehr deutlich machte, woran es im SCP-Spiel noch besonders mangelt: an der körperlichen Robustheit.

Kai Pröger, Christopher Antwi-Adjei oder Philipp Klement hatten beispielsweise erhebliche Probleme und konnten sich nicht wie gewohnt in Szene setzen. »In so ein Derby muss man sich reinarbeiten, das geht nicht mit einem Fingerschnipp«, meinte Baumgart. »Was die körperliche Präsenz angeht, ist die Arminia noch einen Schritt weiter«, bestätigte auch Manager Markus Krösche seinen Coach.

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Da wurden uns beste Möglichkeiten auf einem Silbertablett serviert.

Uwe Hünemeier

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Dazu kam, dass der SCP die sich bietenden Chancen nicht nutzte. Besonders im ersten Durchgang. »Da wurden uns beste Möglichkeiten auf einem Silbertablett serviert. Wir haben die Geschenke aber nicht angenommen«, bemängelte Uwe Hünemeier. Sebastian Vasiliadis (8.) oder Babacar Gueye und Ben Zolinski (15.) sind Beispiele für Paderborner Überlegenheit in der Anfangsphase, die Hünemeier später so beschrieb: »Bis zum 0:1 hatten wir gefühlt 80 Prozent Ballbesitz.«

Der wurde nicht genutzt und so zeigte der SCP innerhalb weniger Tage zwei Gesichter: Beim 3:1 gegen Heidenheim glänzte der SCP durch eine unglaubliche Effizienz. In Bielefeld hätte das Derby 120 Minuten dauern können, ohne dass die SCPer auch nur einmal getroffen hätten. Krösche: »Auch das ist ein Beispiel, dass sich im Verlauf der Saison alles ausgleicht.«

Insgesamt versuchten die Paderborner die Derby-Pleite nicht höher zu bewerten als unbedingt nötig. Für Krösche war das 0:2 sogar ein »normaler Prozess« mit diesem Hinweis: »Das hat nichts mit dem Kopf zu tun. Wir spielen eine Saison auf sehr hohem Level, aber da gehören auch Niederlagen zu.« Baumgart lenkte den Blick sofort auf die Tabelle: »Wir haben verdient ein Spiel verloren. Aber das ändert nichts daran, dass wir eine überragende Saison spielen und unser Gegner nicht.«

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