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Di., 07.05.2019

Paderborns Manager Krösche und Schalke brechen Gespräche ab RB Leipzig ist der Favorit

Paderborns Manager Markus Krösche.

Paderborns Manager Markus Krösche. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Paderborns Manager Markus Krösche wechselt – wie berichtet – nicht zur neuen Saison als Sportdirektor zum FC Schalke 04. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen ist nun der Weg für RB Leipzig frei.

Der 38-Jährige hat in den vergangenen Wochen mit beiden Vereinen intensive Gespräche geführt. Die Verhandlungen waren sogar schon so weit fortgeschritten, dass sich der Paderborner Ex-Profi nur noch entscheiden musste. Das soll er nach Informationen dieser Zeitung am Montag getan haben – auch wenn Krösche erneut mauerte: »Ich werde mich dazu nicht äußern.« Andere Medien berichteten am Abend ebenfalls über das Ende der Verhandlungen, die »Bild« titelte: »Schalke und Krösche brechen die Gespräche ab«.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden, aber es wird wohl nicht nur das Bauchgefühl gewesen, von dem sich Krösche leiten ließ. Für die Leipziger sprach, dass Krösche zu einem sportlich intakten und finanziell überragend aufgestellten Verein wechseln kann. Die Sachsen haben sich bereits für die Champions League qualifiziert und stehen am 25. Mai erstmals im Finale des DFB-Pokals. Krösche gilt dort ab sofort auch als Kronprinz von Sportdirektor Ralf Rangnick und muss fortan einen Klub mit unglaublich viel Potenzial weiterentwickeln.

Die Spur führt nach Leipzig

Wobei die Leipziger Fußball-Philosophie sehr dem Paderborner Modell ähnelt, wenn auch auf einem ganz anderen Niveau: In der Messestadt werden – wie beim SCP – Talente verpflichtet, die dann den nächsten Entwicklungsschritt machen können. Vom SCP geht es aber maximal in die Bundesliga, von RB zu den Topklubs in Europa. Das alles konnte der FC Schalke 04 nicht bieten. Der Klub liegt sportlich mal wieder in Trümmern. »30 Punkte nach 31 Spieltagen sind für Schalke ein Desaster«, sagte Sportvorstand Jochen Schneider nach dem Derbysieg über Borussia Dortmund.

Schalke wird es nicht, jetzt führt die Spur nach Leipzig – beim SC Paderborn soll dagegen bis gestern noch überhaupt kein Verein vorstellig geworden sein. »Der letzte Klub, der bei uns wegen Markus Krösche offiziell angefragt hat, war der Hamburger SV und das ist ein Jahr her. Seitdem hat sich niemand, auch nicht halboffiziell, bei uns gemeldet«, machte Präsident Elmar Volkmann gestern auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage deutlich.

Volkmann spielt auf Zeit

Der 72-Jährige bestätigte aber Gespräche des Ex-Profis mit anderen Klubs: »Darüber hat mich Herr Krösche informiert, und das halte ich auch nicht für vorentscheidend, sondern für selbstverständlich.« Dass sich andere für einen sehr erfolgreichen Manager interessieren, könne den Klub deshalb nicht überraschen. Und dass beide Seiten dann erst ohne SCP-Verantwortliche ausloten wollen, ob ihre Schablonen übereinander passen, sei nach Meinung von Volkmann doch auch klar: »Erst wenn Herr Krösche den nächsten Schritt setzt und er mit einem Wechselwunsch auf uns zukommen würde, müssten wir tätig werden und uns Gedanken machen. Vorher nicht.«

Doch soweit soll es wohl noch nicht sein. Volkmann würde hier auch gerne auf Zeit spielen. »Vielleicht hat auf die Entscheidung unseres Managers auch der mögliche Aufstieg in die 1. Liga Einfluss«, hofft der Vereinsboss, dass zumindest bis zum Heimspiel gegen den HSV am Sonntag noch keine finalen Verhandlungen geführt werden und Krösche eine Erstligasaison mit Paderborn zum Bleiben bewegen könnte.

Einen Plan B gibt es beim SC Paderborn nicht

Sollte sich Krösche aber tatsächlich umorientieren wollen, signalisierte Volkmann Gesprächsbereitschaft: »Ein Gremium aus dem Wirtschaftsrat würde die Verhandlungen führen. Meine Funktion im Verein bringt es mit sich, dass ich dabei wäre.«

Einen Plan B und damit einen SCP ohne die sportliche Führungskraft Krösche gibt es beim SC Paderborn aber nicht. Der SCP wolle nicht schon im Vorfeld auf Berichte in verschiedenen Zeitungen reagieren, sagte Volkmann. Ob der Verein für die Suche nach einem Nachfolger dann auch Krösches Netzwerk nutzen würde, schloss Volkmann nicht aus: »Das werden wir sehen.«

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