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Mo., 13.05.2019

Paderborns Trainer schickt Gjasula in die Startelf und Vasiliadis in den Angriff Baumgarts genialer Schachzug

Der Anpeitscher im Aufstiegskampf brüllt alles raus: Paderborns Trainer Steffen Baumgart.

Der Anpeitscher im Aufstiegskampf brüllt alles raus: Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Klaus Gjasula rein in die Startelf und Sebastian Vasiliadis raus aus dem defensiven Mittelfeld und als zweite Spitze neben Sven Michel in den Angriff – die Idee reifte bei Steffen Baumgart im Verlauf der Woche und stellte sich als gegen den HSV (hier geht es zur Chronik des Spiels) entscheidender wie genialer Schachzug heraus. »Was der Trainer da gemacht hat, war goldrichtig«, lobte Kapitän Uwe Hünemeier seinen Chef.

Gjasula war der Abräumer vor der Abwehr, ungemein zweikampfstark und gefiel auch im Spielaufbau. Der Allrounder Vasiliadis nutzte neben Michel die sich bietenden Räume und glänzte als Doppeltorschütze. Besser geht es nicht. Feiern lassen wollte sich Baumgart für die Idee aber nicht: »Es ist in so einer Mannschaft relativ einfach, umzustellen. Bei uns ist kein Spieler hinten dran. Das sage ich immer wieder und das ist keine Floskel.«

Warum die Wahl gerade auf Gjasula fiel, begründete er flapsig so: »Wir haben nur drei im Kader, die über 1,80 Meter groß sind. Klaus hat das bis auf eine Szene richtig gut gemacht, Vasi war sogar sensationell.«

Lehre aus der Pokalpleite

Paderborn wollte im Angriff noch mehr Druck machen und hinten stabil stehen. Das war der Plan und auch eine Lehre aus der Pokalpleite gegen die Gäste. Das bestätigte auch Baumgart: »Bei unserem 0:2 ist der Gegner nach sieben Standards gefühlt sechsmal in Ballbesitz geblieben. So einfach sollte es diesmal nicht gehen und das hat funktioniert.«

Gjasulas größte Rettungstat hielt Paderborn in der starken Anfangsphase im Spiel: Nach einem Kopfball von Leo Lacroix (16.) klärte er auf der Linie. »Unser Plan ist super aufgegangen«, war Gjasula hinterher zufrieden, wollte seine Leistung aber nicht so in den Mittelpunkt rücken: »Wir haben als Mannschaft super verteidigt. Mir fehlte zum Ende etwas die Kraft, aber alle haben mitgearbeitet und darauf bin ich unglaublich stolz.«

Vasiliadis’ Doppelpack (25./46.) brachte den SCP schließlich relativ früh auf die Siegerstraße. Beim 1:0 staubte er nach einem Schuss von Kai Pröger noch ab, beim 2:0 nahm er Lacroix den Ball ab, dribbelte sich in eine gute Schussposition und zog ab. 2:0 – das war die Vorentscheidung.

»Vorne reinschnuppern«

Der Ex-Aalener hatte erst am Sonntagmorgen erfahren, dass er in den Angriff rückt, wobei er schon eine Vorahnung hatte: »Im Training hatte sich die Umstellung angedeutet, da habe ich vorne reinschnuppern dürfen.« Am Ende war auch er überglücklich. Aber der 21-Jährige blieb ebenfalls bescheiden: »Zwei Tore sind schön, aber ich freue mich viel mehr für unsere Mannschaft.«

Einer blieb wie immer ganz gelassen: Manager Markus Krösche. »Mich hatten die Veränderungen in der Startelf nicht überrascht«, sagte er und fügte hinzu: »Das einzige Manko war, dass wir nicht genug Tore geschossen haben. Insgesamt sind wir in diesem Moment aber sehr glücklich.«

Richtig feiern wollte aber noch niemand, Mannschaft, Manager und Trainer lenkten sofort den Blick Richtung Dresden. Mit welchem Ziel es am Sonntag nach Sachsen geht, sagte Gjasula: »Wir haben jetzt Blut geleckt und wollen dort alles klarmachen.«

Kommentare

Paderborn hat starke Defiziete

Glückwunsch Paderborn. Ich war dankbar als Hamburger dem Spiel in diesem schönen (kleinen)Stadion dabei gewesen zu sein.
Aber leider wurde ich und alle Hamburg Fans über Leinwand und Lautsprecher als "Scheiß Hamburger" diffamiert. Das hat keine Klasse und bei meinem bisherigen Zuspruch zur Stadt steht das in großen Widerspruch. Schade, aber es wäre nicht zu spät wenn die Verantwortlichen sich hierzu bekennen um diese Entwicklung zu unterbinden denn das passt in keine Schublade!)

1 Kommentare

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