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Do., 16.05.2019

Seit 2005 ging es schon viermal um Alles oder Nichts – Krösche war immer dabei Paderborn kann Endspiele

Der Lautsprecher beim Paderborner Erstligaaufstieg 2014: Kapitän Markus Krösche.

Der Lautsprecher beim Paderborner Erstligaaufstieg 2014: Kapitän Markus Krösche. Foto: dpa

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Der SC Paderborn und die Aufstiegsendspiele in die 1. und 2. Fußball-Bundesliga – die Ostwestfalen mögen die finalen 90 Minuten am Saisonende. Meister wurde der SCP zwar nie, seit 2005 hat der Verein aber sämtliche Alles-oder-Nichts-Spiele gewonnen. Erst als Profi und dann als Manager war Markus Krösche (38) immer dabei.

2005

»Da war ordentlich Druck auf dem Kessel«, erinnert sich Krösche noch genau an den letzten Spieltag am 4. Juni. Wobei der SCP sich selbst in die schwierige Lage gebracht hatte. Eine Woche zuvor vergaben die Paderborner den ersten Matchball mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Eintracht Braunschweig. Die Niedersachsen stiegen als Meister in die 2. Liga auf, Paderborn verteidigte sieben Tage später mit einem 4:0-Erfolg beim Absteiger VfL Wolfsburg II Rang zwei und schaffte mit einem Punkt Vorsprung vor dem VfB Lübeck den Sprung. »Das war ein turbulentes Jahr mit einer am Ende sehr speziellen Situation«, spielt Krösche auf die nicht immer stimmige Begleitmusik an: In der Winterpause wurde der Wettskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer öffentlich, der schließlich die Suspendierung von SCP-Kapitän Thijs Waterink zur Folge hatte. Drei Spieltage vor Schluss und so mitten im Aufstiegskampf gab SCP-Boss Wilfried Finke bekannt, den Trainer mit Beginn der neuen Saison zu wechseln: Jos Luhukay löste Pavel Dotchev ab.

2009

Wieder hieß der Trainer Pavel Dotchev, doch diesmal erlebte er bereits den Aufstieg als Trainer nicht mehr mit. Paderborn wollte nach dem Abstieg direkt wieder in die 2. Liga, leistete sich eine teure Drittliga-Elf und geriet auf der Zielgeraden so richtig ins Wanken. Erst verlor der SCP 0:2 bei Eintracht Braunschweig und fiel auf Relegationsrang drei zurück, danach trat ein frustrierter Präsident Wilfried Finke (»Die Mannschaft ist hilflos, wehrlos, lustlos«) zurück und schließlich feuerte sein Nachfolger Peter Evers den Coach: Andre Schubert löste Dotchev ab, gewann die folgenden vier Spiele (6:0 Burghausen, 4:0 Stuttgarter Kickers und zweimal 1:0 in der Relegation gegen den VfL Osnabrück) ohne Gegentor und stieg auf. »Damals lagen die Nerven blank. Herr Finke war sehr hohes Risiko gegangen, hatte viel investiert – und wenn wir den Aufstieg nicht geschafft hätten, wären beim SCP die Lichter ausgegangen«, ist Krösche überzeugt. Meister wurde damals übrigens der aktuelle Rivale Union Berlin.

2014

Der 11. Mai steht bislang für den größten Triumph in der Vereinsgeschichte. Paderborns 2:1-Erfolg gegen den VfR Aalen und der damit verbundene Erstligaaufstieg waren allerdings kein Glanzstück. Der SCP lag bereits nach neun Minuten zurück und drohte alles zu verspielen. »Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so still war es plötzlich im Stadion«, sagt Krösche. Marc Vucinovic und Mario Vrancic drehten noch vor dem Wechsel die Partie. Das reichte am Ende. Die Mannschaft selbst hatte ohnehin nie Zweifel. Markus Krösche selbst zieht sogar Parallelen zu 2019: »Wir hatten null Aufstiegsdruck, wir hatten aber die Überzeugung und auch die Qualität. Das zeichnete uns vor fünf Jahren aus, und so ist es auch diesmal.«

2018

Ein »Endspiel« war es am 21. April gar nicht, die gesamte Saison hatte aber »finalen« Charakter. »Friss oder stirb, entweder du schaffst den Aufstieg, oder der Verein ist tot«, umschreibt Krösche, mittlerweile als Manager zurückgekehrt, die Spielzeit 2017/18. Nach zwei Drittligajahren stand der SCP finanziell mal wieder am Abgrund, der einzige Ausweg hieß Aufstieg. »Präsident Finke war wieder einmal ein brutales Risiko eingegangen. Ein drittes Drittligajahr wäre aber zu 1000 Prozent auch nicht mehr möglich gewesen. Zumindest nicht mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft«, redet Krösche Klartext. Am Ende stand sogar der im Rückblick souveränste SCP-Aufstieg: Drei Spieltage vor Schluss schlug Paderborn die SpVgg Unterhaching mit 3:0 und marschierte neben dem späteren Meister 1. FC Magdeburg wieder in die 2. Liga.

Kommentare

Alles-oder-Nichts-Spiele

Naja, Alles-oder-Spiele gibt es vor Allem in KO-Spielen der Pokalwettbewerbe. Da mir entgangen ist, dass wir seit Jahren DFB-Pokal-Sieger geworden sind, gehe ich davon aus, dass wir doch einmal ein SPiel verloren haben...

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