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Fr., 17.05.2019

Paderborns Christopher Antwi-Adjei trennen 90 Minuten von Liga eins – mit Video Der Mann der Stunde

Aufstiegsreifer Linksaußen: Christopher Antwi-Adjei hat neun seiner zehn Saisontore in den jüngsten neun Spielen erzielt.

Aufstiegsreifer Linksaußen: Christopher Antwi-Adjei hat neun seiner zehn Saisontore in den jüngsten neun Spielen erzielt. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Er sieht so ungefährlich aus, doch der junge Mann mit dem gewinnenden Lächeln ist mit neun Toren in den jüngsten neun Spielen der Schrecken aller Gegenspieler. Wenn Christopher Antwi-Adjei sein breites Grinsen aufsetzt, gibt es für die Konkurrenz nichts zu lachen. Gilt es die sensationelle Entwicklung des SC Paderborn 07 zu personifizieren, gibt es an dem 25-Jährigen kein Vorbeikommen.

Als aus dem SCP vor zwei Jahren ein Viertligist zu werden schien, war Antwi-Adjei gerade mit der TSG Sprockhövel in die Oberliga, die Fünftklassigkeit, abgestiegen. Das aber nicht, ohne die Scouts des SCP mit einer starken Leistung im Westfalenpokal-Halbfinale mit Nachdruck auf sich aufmerksam gemacht zu haben.

24 Monate später ist der Linksaußen nun nur noch 90 Minuten vom Erstligaaufstieg entfernt. Über Dynamo Dresden soll die unvergleichliche Entwicklung am Sonntag (15.30 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion) ihren nächsten Gipfel erreichen. Zweifel daran, im Fernduell mit dem zeitgleich beim VfL Bochum gastierenden 1. FC Union Berlin den einen Punkt und die sieben Tore Vorsprung zu verspielen, hegt Antwi-Adjei nicht.

»Ich habe immer an mich geglaubt«

Im Jetzt des 1,73 Meter großen Schalke-Fans regiert das Selbstbewusstsein, der Blick zurück indes wird für immer von einer enormen Portion Ungläubigkeit geprägt bleiben. »Wenn mir das damals jemand prognostiziert hätte, hätte ich es für einen schönen Traum gehalten, nicht mehr«, sagt »Jimmy«.

Es war nicht so, dass Antwi-Adjei nicht auch in Sprockhövel vom Leben als Profi geträumt hätte, doch im Nachhinein muss der junge Mann mit dem klugen Kopf und den schnellen Beinen einräumen, dass die Scouts des SCP in ihm sogar mehr Potenzial erkannt haben dürften als er selbst: »Ich habe immer an mich geglaubt, aber dass es sogar zu solchen Leistungen reicht, hätte ich nicht für möglich gehalten. Die zweite und vor allem die erste Liga waren ganz weit weg. So ein Karrieresprung ist eigentlich unvorstellbar.«

Markus Krösche hat die Entscheidung leicht gemacht

Der Zwillingsbruder des seit einem Jahr für Sprockhövel kickenden Christian Antwi-Adjei wäre nicht mit der TSG zurück in die fünfte Liga gegangen, hatte außer dem Angebot des SC Paderborn aber auch nur Anfragen anderer Viertligisten vorliegen.

Letztendlich war es die Überzeugungsarbeit von SCP-Manager Markus Krösche, die ihm die Entscheidung sehr leicht gemacht hat: »Markus hat mir schnell vermittelt, dass er etwas Großes vor hat und jetzt kann man sagen, dass er mehr als Recht behalten hat. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist. Der Fußballgott hat es sehr, sehr gut mit uns gemeint.«

Jede Menge harter Arbeit

Allein mit einer göttlichen Fügung sind die jüngsten Leistungen des gebürtigen Hageners jedoch nicht zu erklären. Es steckt auch jede Menge harte Arbeit dahinter, vom Spieler, aber auch vom Trainerteam, wie Steffen Baumgart sagt: »Wichtig ist, dass man diesen Jungs auch die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln. Wenn etwas im ersten Moment noch nicht funktioniert und sich andere mit Blick auf einen Spieler fragen, ob das reicht, dann stellen wir uns solche Fragen nicht. Wir sehen die Fähigkeiten und arbeiten daran. Auch bei den Jungs, die hinten dran sind – wie Jimmy eine Zeit lang. Jetzt ist er da und zahlt alles zurück.«

Von Anfang Februar bis Anfang März lief es für Antwi-Adjei ausnahmsweise mal nicht so traumhaft. Von jenen 450 Ligaminuten verbrachte er gerade mal 13 auf dem Platz, ehe er mit seinem Jokertreffer beim 1:2 in Aue zu seiner famosen Neuntorejagd blies, bei der nur der Kölner Jhon Cordoba und Sandhausens Andrew Wooten mitzuhalten vermochten.

Noch 90 Minuten bis zur ersten Liga?

Dass die beeindruckenden Darbietungen schon vor dem Aufstieg einigen Erstligisten aufgefallen sind, versteht sich von selbst. Aber die Tendenz des dem Vernehmen nach unter anderem vom FSV Mainz 05 beobachteten Angreifers ist klar: »Ich stehe noch zwei Jahre beim SCP unter Vertrag, fühle mich pudelwohl und es wäre das Allergrößte, mit dieser Mannschaft in der ersten Liga zu spielen. Auch für mich.«

Zwischen Christopher Antwi-Adjei und Liga eins liegen nur noch 90 Minuten. Vielleicht? Bestimmt: »Wir wissen, worauf es am Sonntag ankommt. Wir wollen in Dresden gewinnen, egal wie, und dann mit einem ganz breiten Grinsen zurück nach Paderborn kommen.«

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