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So., 19.05.2019

SCP verliert in Dresden 1:3, aber Union Berlin spielt in Bochum nur 2:2 Verloren, gezittert, aufgestiegen

Zweikampf in Dresden.

Zweikampf in Dresden. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Dresden (WB). Die sensationelle  Achterbahnfahrt des SC Paderborn 07 macht für mindestens eine Saison in der 1. Bundesliga Halt! Am 20. Mai 2017 sportlich vorübergehend in die Viertklassigkeit verschwunden, feiert der SCP an diesem 19. Mai 2019, fast auf den Tag zwei Jahre später, sein Wahnsinns-Comeback unter Deutschlands Fußball-Elite.

Der letzte Schritt hätte sich aber nicht dramatischer gestalten können. Während die Durchmarschierer bei der 1:3-Niederlage in Dresden ein Opfer ihrer Nerven wurden, glich Aufstiegskonkurrent 1. FC Union Berlin in Bochum nach einem 0:2-Rückstand in der Endphase aus, doch an Tor Nummer drei bissen sich die Eisernen die Zähne aus.

Nach dem Schlusspfiff in Dresden verschwanden die kommenden Gegenspieler von Lewandowski, Reus und Co., auf die erlösende Nachricht aus Bochum hoffend, in der Kabine. Aber nur wenige Sekunden informierte sie der grenzenlose Jubel im Gästeblock über die sofort erteilte Party-Erlaubnis und die kosteten die Paderborner in vollen Zügen aus! 

2500 mitgereiste Fans

Apropos Fans: Die 2500 mitgereisten, zum Großteil ganz in Blau gekleideten SCP-Treuen hatten den Ihren von Sekunde eins an den Rücken gestärkt. Zusammen mit dem laustarken Dynamo-Anhang verschafften sie der Partie eine erstligareife Atmosphäre, von der sich zunächst die Gäste inspirieren ließen.

Die Paderborner dominierten die Anfangsphase und belohnten sich schon in der zehnten Minute. Nach Vorarbeit von Mohamed Dräger ließ Philipp Klement Dario Dumic aussteigen und traf von der Strafraumgrenze flach zur Führung. Wer sonst, möchte man meinen, war es für den Toptorschützen des Aufsteigers doch schon der 16. Treffer. In der virtuellen Tabelle lagen zu diesem Zeitpunkt vier Zähler zwischen den beiden Fernduellanten aus Paderborn und Berlin. Erste Liga, wir kommen? Aus dem fixen Ja wurde acht Minuten später ein Hoffentlich. Dresdens Aris Batik setzte einen Dropkick an den Innenpfosten, von wo der Ball an den Rücken von Keeper Leopold Zingerle und ins Tor prallte (18.).

Paderborn zeigt Nerven

Ein Rückschlag mit Wirkung. Neben dem Spielstand zeigte sich auch das Nervenkostüm des Ligazweiten plötzlich verändert. Die Hausherren bereiteten dem jetzt angefassten SCP mit ihrem Umschaltspiel so einiges an Sorgen und hätten in Minute 25 auf 2:1 stellen können, doch Haris Duljevic scheiterte an Zingerles Fußabwehr. Selbst die Nachricht vom Bochumer Führungstreffer gegen Union ließ den Erstligaanwärter nicht zur Ruhe kommen.

Im Gegenteil. Die Elf von Trainer Steffen Baumgart rannte ungestüm an und öffnete dem Gegner Räume, die größer kaum hätten sein können. So auch in der 28. Minute: Im Anschluss an eine Ecke leistete sich Sven Michel einen kapitalen Fehlpass - zwei Dynamo-Zuspiele später lief Atik von der Mittellinie alleine auf Zingerle zu und ließ diesem keine Chance. So war es allein dem VfL Bochum zu verdanken, dass das virtuelle Ranking den SCP auch zur Halbzeitpause noch auf dem zweiten Platz einordnete.

Blicke gen Bochum

Den entscheidenden Abschnitt begannen die Paderborner mit einer Änderung. Für den verletzten Zingerle übernahm Routinier Michael Ratajczak den Posten zwischen den Pfosten. Zu tun bekam aber sein Gegenüber Patrick Wiegers, der einen Schuss von Michel mit den Fäusten klärte (47.) und doch jubelten die SCP-Fans wenig später, als sich die Nachricht vom frühen Bochumer 2:0 im Gästeblock des Rudolf-Harbig-Stadions verbreitete.

Spätestens nach Atiks nächstem Treffer (63.) richteten sich die Paderborner Blicke ausschließlich gen Bochum, wo die Eisernen in der 83. Minute – mittlerweile in Überzahl – auf 1:2 verkürzten und weitere drei Minuten ausglichen. Dramatik pur. Hier der hilflose SCP, dort die stürmenden Unioner.

Aber mehr passierte nicht und dann brachen beim Fastviertligisten und Jetztwiedererstligisten alle Dämme. 

Statistik

Dresden: Wiegers - Wahlqvist, Müller (81. Röser), Dumic - Nikolaou – Kreuzer (66. Möschl), Burnic, Atik, Hamalainen (73. Hartmann) - Koné, Duljevic

Paderborn: Zingerle (46. Ratajczak) - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins – Gjasula (68. Tekpetey), Klement, Pröger (68. Zolinski), Vasiliadis, Antwi-Adjei - Michel

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 30.575

Tore: 0:1 Klement (10.), 1:1 Zingerle (28./Eigentor), 2:1 Atik (37.), 3:1 Atik (63.)

Kommentare

Großer Dank nach Bochum

Großer Dank nach Bochum . Der VFL hat Charakter gezeigt . Mit 10 Mann und verletzungsbedingt viele Umstellungen zu verkraften . Hat die Mannschaft gekämpft ,als ob es um Alles geht .
Hut ab .
Der SCP hatte seine Nerven nicht im Griff. Sein Spiel war enttäuschend.
Trotzdem alles Gute zum Aufstieg.

danke danke

Respekt Jungs!!!
Glückwunsch vom Tegernsee an den Scp
aber bittte auch enen Gruss in den Himmel zu WILLI FINKE
Servus und schöne Party
Günter Grote

2 Kommentare

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