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Mo., 20.05.2019

Abschied? Krösche genießt den Moment Markus Krösche: »Der Fußball gibt dir alles zurück«

Erst nachdenklich, dann in Partylaune: Manager Markus Krösche stieg mit etwas Verspätung in die Aufstiegsfeier ein.

Erst nachdenklich, dann in Partylaune: Manager Markus Krösche stieg mit etwas Verspätung in die Aufstiegsfeier ein. Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (WB/MR). Vor vier Jahren ging Markus Krösche als Kapitän von Bord, spielte nicht mehr in der Bundesliga, sondern trainierte die U23 des SCP. Jetzt steht der 38-Jährige vor dem zweiten »Abschied zum Aufstieg«. Die Gespräche mit RB Leipzig gehen in der kommenden Woche in die finale Phase, so sind die Informationen dieser Zeitung.

Krösche, der in Paderborn noch bis zum 30. Juni 2022 unter Vertrag steht, soll, wie bereits mehrfach berichtet, beim Bundesliga-Dritten und Pokalfinalisten die Aufgabenbereiche von Sport-Vorstand Jochen Schneider übernehmen, der zum FC Schalke 04 wechselte.

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Bis heute hat sich offiziell bei uns kein Verein gemeldet.

SCP-Präsident Elmar Volkmann

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Nach verschiedenen Medienberichten ist hier bereits eine Entscheidung gefallen, doch so weit ist es noch nicht. Die direkt Beteiligten auf Paderborner Seite wichen allerdings auch gestern speziellen Fragen in dieser Richtung lieber aus.

»Abschied? Welcher Abschied? Ich werde jetzt erst einmal ein paar Bierchen trinken und den Aufstieg genießen«, sagte Krösche und hatte hörbar gar keine Lust, sich am Tag seines größten Erfolges in seiner zugegeben noch sehr jungen Laufbahn als Manager mit diesem Thema zu beschäftigen. Etwas konkreter wurde SCP-Präsident Elmar Volkmann: »Bis heute hat sich offiziell bei uns kein Verein gemeldet.«

Damit machte er zum ersten Mal eine kleine Einschränkung und ergänzte noch: »Markus Krösche muss auch sagen, ob er gehen will. Das hat er mir gegenüber bis heute nicht getan. Wenn es so sein sollte, müssen wir reden. Doch das warte ich zunächst ab, alles andere ist deshalb reine Spekulation.«

Krösche selbst war am Sonntag in bester Feierlaune. Die Niederlage störte da verständlicherweise gar nicht. Sie spielte auch keine Rolle mehr: »Der Fußball gibt dir alles zurück, was du investierst. Deshalb sind wir trotz eines nicht guten Spiels und des 1:3 verdient aufgestiegen.« Warum sich seine Mannschaft am finalen Spieltag so schwer tat? Dafür hatte Krösche eine einfache Erklärung: »Wir konnten heute nicht an die Grenzen gehen. Die Jungs wollten, aber es ging einfach nicht. Das zu sehen, war für mich schon brutal.«

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Wir waren heute wie damals abhängig von Dritten.

Markus Kösche

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Krösche erinnerte auch noch an Paderborns sportlichen Abstieg in die Regionalliga fast auf den Tag genau vor zwei Jahren. »Wir waren heute wie damals abhängig von Dritten. In Dresden hatten wir Glück, 2017 hat Werder II in der 85. Minute ein Tor gemacht und ist so noch an uns vorbeigezogen. Das war unser Abstieg. Das war unfassbar – und das kann ich bis heute gar nicht in Worte fassen.«

Diesmal lief es besser. Die Mannschaft war in der Schlussviertelstunde immer informiert, wie der Spielstand in Bochum war. »Ich brauchte gar keine Hinweise von der Bank, ich hatte immer ein Ohr an unserer Fankurve«, sagte Uwe Hünemeier.

Am Ende machte Bochums 2:2 gegen Union Berlin den SCP zum Erstligisten. »Das ist fairer Sport«, sagte Krösche und schickte noch Glückwünsche in Richtung Ruhr: »Großes Kompliment an Bochum. Wie die in Unterzahl dagegengehalten haben, ist der Wahnsinn.«

In der Einordnung des Aufstiegs zeigte Krösche auch eine klare Kante: »Ich würde diesen Aufstieg noch sehr viel höher einschätzen als den von 2014. Dieses extrem junge Team hat Jungs im Kader, die vor zwei Jahren noch in der Regionalliga gespielt haben. Ihnen fehlte komplett die Erfahrung und deshalb ist dieser Aufstieg eine noch größere Sensation.«

Mehr zum SCP-Aufstieg:

Video-Interview mit Markus Krösche vor dem Spiel in Dresden:

Die Chronik des Aufstiegskrimis: SCP verliert in Dresden und steigt trotzdem auf – mit vielen Videos und Fotos

Heimkehr: Euphorischer Empfang für den Aufsteiger am Paderborner Flughafen

Kommentar zum Aufstieg: Herzlichen Glückwunsch, SCP!

 

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