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Mo., 20.05.2019

Routinier feiert seinen nächsten Aufstieg – Zingerle schwer an der Schulter verletzt Ratajczaks siebter Streich

Man sieht gleich, wer der Routinier ist: Torwart Michael Ratajczak bleibt zumindest in dieser Szene ganz ruhig.

Man sieht gleich, wer der Routinier ist: Torwart Michael Ratajczak bleibt zumindest in dieser Szene ganz ruhig. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Dresden (WB). Michael Ratajczak ist mit seinen 37 Jahren nicht nur der mit Abstand Älteste im Team des sensationellen Erstligarückkehrers – der Keeper ist mit nun sieben Aufstiegen auch der Rekordaufsteiger im Kader. In die erste Liga hat es »Rata« zum zweiten Mal geschafft.

Schon die vom Platzsturm der Düsseldorfer Fans geprägte Premiere im Mai 2012 gegen Hertha BSC hatte es in sich, aber beim Rückblick auf die einmalige Entwicklung, die Ratajczak mit dem SC Paderborn 07 gekrönt hat, verschlägt es selbst dem eloquenten Torwart beinahe die Sprache: »Ich war vor zwei Jahren in Osnabrück mit dabei, als wir den vermeintlichen Abstieg in die Regionalliga verkraften mussten. Jetzt stehen wir hier und sind in die Bundesliga aufgestiegen – das ist einfach krass.«

Zweite Halbzeit auf dem Rasen

Das Drama von Osnabrück hatte der Schlussmann – einer von sechs Akteuren, die damals wie jetzt im Kader standen – von der Bank aus verfolgen müssen. In Dresden sorgte eine Verletzung von Leopold Zingerle dafür, dass er die zweite Halbzeit auf dem Rasen verbrachte. »Als klar war, dass Leo nicht weiterspielen kann, hieß es in der Kabine: ›Rata‹ spielt noch mal – das ist ein Fußball-Wunder! Wenn das möglich ist, dann drehen wir das Ding auch noch‹. Leider hat es dazu nicht gereicht, aber alles andere nehmen wir extrem gerne mit«, sagte er nach seinem fünften Pflichtspieleinsatz in dieser unvergesslichen Saison.

Keine sportliche Perspektive

Dass die 45 Minuten auch seine letzten im Paderborner Trikot gewesen sein dürften, schien beschlossene Sache. »Der Verein hat mir bereits mitgeteilt, dass es keine sportliche Perspektive mehr für mich gibt. Das ist natürlich schade, denn ich fühle mich weiterhin topfit, mein Herz brennt für den Fußball und es wäre schön gewesen, wenn man mich mit in die erste Liga genommen hätte«, sagt Ratajczak, der mit den Verantwortlichen über einen Job in einem anderem Betätigungsfeld (Nachwuchsbereich plus X) in Gesprächen ist. Aber vielleicht öffnet sich für ihn ja doch noch einmal die Erstligatür, denn er könnte vom Pech Leopold Zingerles profitieren. Dem Stammtorwart ist Dynamo-Stürmer Moussa Koné auf die Schulter gefallen und die erste Diagnose war es, die so gar nicht zur Paderborner Party-Laune passen wollte. »Da war von einer Schultereckgelenksprengung die Rede«, sagte Ratajczak. »Das sah gar nicht gut aus«, ergänzte Trainer Steffen Baumgart. Zingerle droht eine monatelange Pause.

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