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Mo., 03.06.2019

Paderborns Manager wird Sportdirektor von RB Leipzig Krösche geht nach Leipzig

Paderborns Manager Markus Krösche wird Sportdirektor von RB Leipzig.

Paderborns Manager Markus Krösche wird Sportdirektor von RB Leipzig. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es Am Montag nicht, die Fakten sind nach WESTFALEN-BLATT-Informationen aber klar: Markus Krösche wird Sportdirektor von RB Leipzig. Sein Nachfolger in Paderborn kommt aus den eigenen Reihen und heißt Martin Przondziono.

»Ich werde nichts kommentieren«, wehrte Krösche auch am Montag alle Anfragen ab und blieb bis zum letzten Tag seiner Linie der vergangenen Wochen treu. Dabei lagen am Abend praktisch alle Karten auf dem Tisch: Markus Krösche wird bei dem Champions-League-Teilnehmer und Pokalfinalisten einen Dreijahresvertrag unterschreiben und nach 27 Monaten Amtszeit den SC Paderborn wieder verlassen.

Die Ablösesumme soll bei etwa einer Million Euro liegen. Die hatte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (43) mit zwei Besuchen am vergangenen Donnerstag und am Montag in Paderborn selbst ausgehandelt. Die Ostwestfalen sollen zunächst deutlich höhere Forderungen gestellt haben, lenkten dann aber ein. Genau so hatte es Präsident Elmar Volkmann in dieser Zeitung auch angekündigt : »Wenn Markus Krösche auf uns zukommt und erklärt, eine neue Aufgabe übernehmen zu wollen, werden wir ihm keine Steine in den Weg legen. Dafür sind seine Verdienste um den SCP viel zu groß.«

»Wichtiger Bestandteil des Ganzen«

Krösche selbst blieb – wie erwähnt – wortkarg. Gegenüber der »Rheinischen Post« äußerte er sich über seinen Werdegang im Eilzugtempo. Für seine Arbeit als Sportdirektor sei seine Phase bei Bayer Leverkusen sehr wertvoll gewesen. Dort war er bis 2017 Co-Trainer von Paderborns Ex-Coach Roger Schmidt. »Die Zeit in Leverkusen hat mir brutal geholfen«, sagte Krösche dem Blatt. »Ich habe gelernt, wie wichtig eine stimmig zusammengestellte Mannschaft und ein guter Austausch zwischen Trainerteam und sportlicher Leitung sind.«

Paderborns Trainer Steffen Baumgart wollte Krösches Abgang auch noch nicht bestätigen, seine Worte klangen aber schon nach Abschied: »Wo wir als SC Paderborn jetzt stehen, hat ganz viel mit Markus Krösche zu tun. Er war ein wichtiger Bestandteil des Ganzen, und wenn RB Leipzig sein neuer Verein ist, dann gratuliere ich ihm. Das ist eine große Herausforderung.« Großen Schaden für den SCP fürchtet der 47-Jährige aber nicht: »So ist der Profifußball. Die eine Tür geht zu, dafür öffnet sich eine andere.«

New York und Brasilien für Rangnick

Die Frage, welche Rolle Ralf Rangnick bei den Sachsen spielen wird, scheint dagegen noch unklar: Vieles deutet daraufhin, dass sich der 60-Jährige künftig verstärkt um die Fußballstandorte von Red Bull in New York und Brasilien kümmern wird. Das soll nach einem Bericht im Fachblatt »Kicker« in dieser Woche verkündet werden.

Weniger spannend ist die Nachfolgeregelung in Paderborn: Montag deutete alles auf Martin Przondziono. Der Kaderplaner, seit 1. Juli 2018 als »Leiter Sport Lizenzbereich« beim SCP, gilt als Krösches Kronprinz. »Natürlich traue ich Martin diesen Job zu«, sagte dazu Baumgart und ergänzte: »Er wird aber keine Krösche-Kopie sein, sondern seinen eigenen Weg gehen. Trotzdem wäre Martin nicht nur aus meiner Sicht eine gute Lösung, sondern auch eine Weiterführung unserer Arbeit.«

Voller Terminkalender

Martin Przondziono Foto: Reichstein

Martin Przondziono war nicht zu erreichen. Das kann aber auch an seinem rappelvollen privaten Terminkalender liegen: Am Freitag heiratet der Ex-Profi und ehemalige Chefscout von Hannover 96 seine langjährige Freundin Kristina Schütze, Mutter seiner Kinder Oscar (4 Jahre) und Milla (17 Monate). In einer Woche wird’s dann richtig rund: Przondziono wird am 11. Juni 50 Jahre alt.

Nach den Feierlichkeiten könnte aber auch sein Blick verstärkt nach Osten gehen: SCP und RB sollen sogar eine langfristige Kooperation anstreben. Wie die genau aussehen soll, ist noch unklar. Eine denkbare Variante wäre, dass Spieler, die bei dem Verein, der künftig unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann um die Deutsche Meisterschaft mitspielen will, noch zu wenig Spielpraxis bekommen, zu Sonderkonditionen an den »Ausbildungs-SCP« ausgeliehen werden.

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