Kommentar zum SC Paderborn
Problem ist hausgemacht

Kunstprodukt ohne Herz, grenzenloser Getränkedosenperformer, keine Tradition sondern nur eine Marketing-Strategie, um die Brause zu bewerben – die Kritik an RB Leipzig ist nicht neu, deshalb kommt der Aufschrei vieler Fans auch nicht überraschend, und daher sind die Proteste auch hausgemacht.

Donnerstag, 06.06.2019, 09:23 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 09:26 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Wenn man als SC Paderborn eine Kooperation mit diesem Klub vereinbart, kann das nicht in nur einem lapidaren Satz angekündigt werden. Schon gar nicht, wenn beide Vereine auch noch in einer Liga spielen. Bei so einem sensiblen (Fan-)Thema sollten die Anhänger von Beginn an mitgenommen und aufgeklärt werden. Das heißt, es muss glasklar kommuniziert werden, was mit RedBull geht und was nicht. Das hat der Verein am Dienstag versäumt, und deshalb war die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Punkt mangelhaft. Daran ändert auch der Erklärungsversuch 36 Stunden später nichts.

Wobei die Reaktionen völlig überzogen sind. Wie kann die Fanszene in einer Erklärung zum Boykott aufrufen, ohne die Inhalte der Vereinbarung zu kennen? Was spricht dagegen, das Netzwerk von RB zu nutzen, um einen hochtalentierten Spieler zu guten Konditionen zu bekommen, der anschließend mithilft, die Ziele zu erreichen? So lange der SCP wirtschaftlich unabhängig bleibt und alles selbst bestimmt, rein gar nichts.

Der SC Paderborn hat die einmalige Chance, von Strukturen zu profitieren, die in Deutschland einmalig sind und auf diesem Niveau auch europaweit nahezu konkurrenzlos. Und auch wenn der SCP gerade erst in die 1. Liga zurückgekehrt ist, bleibt der Verein auch in den nächsten Jahren immer ein Klub, der sehr hart arbeiten muss, um langfristig überhaupt die 2. Liga zu erhalten. Deshalb gilt: So lange sich der Verein treu bleibt, seine Marke pflegt und die eigene Strategie konsequent weiterverfolgt, wird er in allererster Linie ein Profiteur dieser Kooperation sein. Nicht umgekehrt.

Kommentare

Klaus Müller  schrieb: 06.06.2019 14:28
@ Chefplaner
Ich verstehe ihren Kritikansatz nicht... Hätte jetzt Krösche nicht nach RB Leipzig gehen dürfen?
Soweit ich im Thema bin, war ein Sponsoring von RB beim SCP nie Gegenstand der Überlegungen.
Osttribüne  schrieb: 06.06.2019 13:19
Wahnsinn
Der Imageschaden ist bereits enorm. Dazu bleibt der Faktor das SCP Fans nun bundesweit auf Anfeindungen gefasst machen müssen. Auch gewalttätige Übergriffe wie sie schon oft auf RB Fans vorgekommen sind, bleiben nicht auszuschließen.

Wie konnte der Verein soetwas nicht Wissen? Oder ist es ihm egal?
Lass mal erstklassig bleiben  schrieb: 06.06.2019 12:53
Vielen Dank Herr Reichstein
Ich stimme Herrn Reichstein ebenfalls zu. Die überhastete Reaktion der Fanklubs füllt wunderbar das Fußballsommerloch. Es scheint mir, das das dem Image des Vereins mehr schadet als die Kooperation selbst.
chefplaner  schrieb: 06.06.2019 11:07
Ich sehe ein anderes Problem. Der SCP braucht starke Geldgeber. Als ich vor Jahren Herrn Hornberger fragte, was denn mit "effect" sei, wurde mir geantwortet, dass die niemals einsteigen würden. Nun haben sie das doch gemacht - und prompt gibt es eine Kooperation mit dem Haupt-Konkurrent.

Da verbaut man sich langfristig vielleicht etwas, das Zukunft gehabt hätte.
SCPler  schrieb: 06.06.2019 10:23
Guter Artikel
Besser hätte man es nicht schreiben können. Sehe ich auch so! Nur der SCP!
5 Kommentare
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