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So., 09.06.2019

Geschäftsführer Martin Hornberger äußert sich zur Unterschriftenaktion Petition: Der SCP nimmt Stellung

Martin Hornberger ist Geschäftsführer des SC Paderborn.

Martin Hornberger ist Geschäftsführer des SC Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB). Fußball-Bundesligist SC Paderborn hat die Online-Petition der Fans, die die Kooperation mit RB Leipzig ablehnen, registriert. SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger äußert sich zur Unterschriftenaktion.

Der SCP-Funktionär bleibt nach dem Online-Aufruf der Fans gelassen. Beim SCP wolle man erst einmal die Gespräche mit den eigenen Anhängern abwarten, die für Ende Juni angesetzt sind und nicht öffentlich stattfinden. »Eine Online-Petition bedeutet, dass ganz Deutschland Stellung nimmt. Wir konzentrieren uns auf unsere Fans und lassen uns nicht von den Fans anderer Vereine die Meinung sagen«, sagt Hornberger

Kurios: Der Geschäftsführer selbst kenne die Fangruppe nicht, die die Petition erstellt hat. »Die ist mir nicht bekannt«, sagt Hornberger. Er verweist zudem noch einmal darauf, dass es bei der Kooperation um einen reinen sportlichen Austausch zwischen beiden Vereinen gehe. »Aber RB Leipzig erregt anscheinend die Gemüter.«

Darum geht es bei der Online-Petition

In dem »Offenen Brief zur Kooperation SC Paderborn mit RB Leipzig« richtet sich der Verfasser stellvertretend für viele seiner »Freunde aus Block P« an die Klubführung des Fußball-Bundesliga-Aufsteigers . Sie fordern, dass die geplante Zusammenarbeit beider Vereine »SOFORT gestoppt werden« müsse. Ansonsten »droht die tiefe Spaltung des Vereins und ein kaum wieder zu korrigierender gravierender Imageverlust«.

Weiter heißt es: »Wir sind Architekten, Lehrer, Sozialarbeiter, Musiker, Ingenieure, Ärzte... und bilden somit einen breiten Querschnitt durch die bundesdeutsche Mittelschicht. Die meisten von uns sind schon langjährige Mitglieder des Vereins. Es sollte Sie interessieren, was wir zu der Kooperation mit RB Leipzig zu sagen haben«.

Verfasser der Petition sehen Kooperation als »folgenschweren Irrtum«

Das ist Folgendes: Die Verfasser der Petition seien der festen Überzeugen, dass ihr SC Paderborn »einem folgenschweren großen Irrtum mit der Kooperation mit dem von Red Bull dominierten Verein aus Leipzig unterliegen wird.« Sie befürchten eine wachsende wirtschaftliche Nähe zum Red-Bull-Netzwerk, verweisen auf einen »Imagewechsel des tapferen kleinen David SCP zum Farmteam von RB Leipzig (O-Ton ›Die Welt‹)«. Das würde Sponsoren abschrecken und »still und heimlich Abhängigkeiten auch nackter wirtschaftlicher Art« mit sich bringen.

In Sachen Ansehen gehen die Fans noch einen Schritt weiter: Sie behaupten gar, »dass unser SCP über Nacht von einem sympathischen Underdog, dem viele in Deutschland den Aufstieg gegönnt haben, zu einem der drei unbeliebtesten Vereine des Landes geworden ist.« Das ergebe sich aus Internetforen und Pressespiegeln und könne der SCP-Führung nicht verborgen geblieben sein.

Unterzeichner fordern Rücknahme der Entscheidung

Ihre Forderung: Die »irrige Entscheidung mit enormer Tragweite« für die Kooperation mit RB Leipzig soll die Klubführung so schnell wie möglich zurücknehmen, damit der Schaden für den SC Paderborn so gering wie möglich gehalten werde.

Am Sonntagnachmittag wurde die Petition von 1695 Usern unterzeichnet. Hier geht es zur Petition.

Kommentare

Pro sportlicher Vernunft

Ich schließe mich meinem Vorredner vollumfänglich an. Was kann man alles RB vorwerfen, was in der BL nicht auch für Leverkusen,Wolfsburg etc. gilt. Die sogenannten Fans sollten diese Koop als sportliche Chance für die Beteiligung an einem nachgewiesen erfolgreichen Ausbildungskonzept zu für den SCP wirtschaftlich möglichen Bedingungen sehen und es einfach mal ausprobieren lassen. Niemand wird doch wohl auch nach seinem Wechsel ernsthaft nach dem rasanten Aufstieg der letzten 2 Jahre Markus Krösche das Vertrauen in Bezug auf den SCP entziehen wollen. Wenn der Verein die Liga halten will - und das sollte der Wunsch eines jeden echten Fans sein - sollten Nachhaltigkeit im sportlichen Bereich und vernünftiges wirtschaftliches Handels die Ziele sein. Alt hergebrachte Feindbilder und von anderen Fangemeinden übernommene seit Jahren heruntergebetete Vorurteile helfen dem SCP da nicht wirklich weiter.

"Er [Hornberger] verweist zudem noch einmal darauf, dass es bei der Kooperation um einen reinen sportlichen Austausch zwischen beiden Vereinen gehe."

Bei der Verlautbarung hieß, es ginge nur um Organisatorisches (Hospitieren von Trainern, Hilfe bei organisatorischen Dingen, um den Verein professioneller aufzustellen etc) und jetzt sagt der Sportdirektor das, wovor alle in der Liga gewarnt haben, was nicht sein darf, da die Wettbewerbsverzerrung nicht unwahrscheinlich erscheint. Das zeigt doch vielmehr, dass im Hintergrund viel mehr abgesprochen wurde, aber kaum was nach außen dringt, um sich nicht angreifbar zu machen. Die Aktion hat mehr als ein Geschmäckle. Und mit den besorgten Fans will man erst in einem Monat und hinter verschlossenen Türen sprechen, wahrscheinlich auf Drängen von RB mit Verschwiegenheitsvereinbarung.

Welch Geistes Kinder sind diese"Fans"?

Es ist anmaßend und unerträglich was hier so genannte Fans der Mittelschicht ( wo ist hier die Altenpflegerin, der Facharbeiter etc.) wegfordern.

Es ist im Gegenteil eine einmalige Möglichkeit für unseren SCP sich zukunftsträchtig im sportlichen Bereich aufzustellen.

Diese sogenannten Fans können also gern eine Pedtion erstellen, die gesamte englische und spanische Lida aufzulösen, Wolfssburg, Leverkusen, Hoffenheim aus der Bundesliga zu entfernenund zeitgleich neue "gute" Sponsoren für z. B. Schalke (noch Gazprom), Bayern (noch Audi), etc. In Form von weltweiten"anständigen" Oligarchen suchen.

In diesem Sinn, denkt wieder klar und konzentriert Euch ehrlich auf die Unterstützung für unseren SCP, denn es geht hier um Menschen, die Echten Fans und den Verein, und nicht um fehlgeleitetes Gedankengut einzelner Selbstdarsteller.

In diesem Sinn uns allen den Friedens des Fußballsports.

Zwigespalten

Es gibt gute Gründe für beide Fraktionen. Aber SCPler hat mit dem Wort "Vertrauensvorschuss" alles gesagt. Diese Kooperation gründet sich auf Markus. Und dem sollte man vertrauen können.

Dennoch ist klar, dass - und ich nenne das Kind beim Namen - Red Bull Leipzig eine Sonderstellung hat:
- Mitgliederwesen gibt es nicht.
- Lizenz wurde gekauft.
- Weltweiter "Sportverein-Konzern"

Natürlich betrachtet das ein Fusballfreund skeptisch.

Die Auswirkungen sind bis jetzt ausschließlich negativ - und das war vorhersehbar. Daher ist der SCP gut beraten, nicht den Weg von H69 zu gehen. Die haben seit Jahren keine Heimspiele mehr, weil die Führung stur ist.

Mal sehen, wer am Ende sein Gesicht wahren kann...

Pro Kopperation

Mich würde mal eher eine Art Petition "Pro Koop" interessieren. Nach meiner Meinung kämen dort mehr Stimmen zusammen als immer dagegen. Aber so ist das, wer als erstes und am lautesten schreit, der kommt in die Medien. Der Grossteil ist doch erstmal neutral bis pro Koop, nur diese Mehrheit hat keine Plattform in den Medien. Ich finde die Koop erstmal als Chance anzusehen und wenn es nicht in die richtige Richtung geht, ist es doch ein leichtes dieses zu beenden. Ich bin nur froh, dass der Vorstand und die handelnden Personen mehr Weitblick haben als so manche sog. Fans. Und was heisst hier vorab müssten die Fans gefragt werden, wo soll das Enden? Wollen wir vielleicht auch vor jedem zukünftigen Transfer abstimmen, ob alle damit zufrieden wären, so läuft das Geschäft nicht. Also erstmal VertrauensVorschuss in die Leitung unseres SCP, die müssen zur Not auch die Verantwortung tragen, aber ganz ehrlich, so schlecht hat man es in den letzten 2 Jahren ja nicht gemacht. Jetzt wird von aussen die Ruhe um den Verein, die uns in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, zerstört. Danke für nichts an diese Selbstdarsteller

Geschäftsführer grenzt seine eigenen Fans aus

Hallo.
Ich bin der Verfasser des Offenen Briefs und der Petition. Herr Hornberger, ich bin ein bisschen sprachlos. Was war das denn für eine schwache Reaktion? Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, in die Mitgliederliste zu schauen, dann hätten Sie gesehen, dass ich mit meiner Familie seit langem zu dem Verein gehöre, der Ihr Gehalt zahlt. Wie kommen Sie dazu, mich derart an den Rand stellen zu wollen, nur, weil ich nicht in einem Fanclub organisiert bin mit meinen vielen Freunden in Block P? Denken Sie nur in Lagern und in Freund oder Feind? Sind wir nicht alle zusammen der SCP ?
Das meinte ich mit "tiefer Spaltung".
An das WB: der Link zur Petition funktioniert nicht. Richtig lautet er:
https://www.openpetition.de/petition/online/offener-brief-zur-kooperation-sc-paderborn-mit-rb-leipzig.

Schönen Pfingsten an alle, die es ernst mit dem SCP meinen, selbst, wenn sie nicht meiner Meinung sind.
Euer Jan Fischer.

14 Kommentare

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