>

Di., 11.06.2019

Online-Petition gegen Kooperation mit Leipzig – SCP-Klubchefs genervt Fans wehren sich weiter

Viele Anhänger des SC Paderborn wehren sich gegen die Kooperation mit RB Leipzig.

Viele Anhänger des SC Paderborn wehren sich gegen die Kooperation mit RB Leipzig. Foto: Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Die Kooperation mit RB Leipzig sorgt unter den Fans des Fußball-Bundesligaaufsteigers SC Paderborn weiter für große Unruhe und stößt auf viel Unverständnis. Nach Boykott-Aufruf und Protest-Plakat sowie der Formierung einer Gegenbewegung haben SCP-Anhänger nun auch eine Online-Petition gestartet.

In einem »Offenen Brief zur Kooperation SC Paderborn mit RB Leipzig« richtet sich der Verfasser Dr. Jan Fischer, Zahnarzt aus Arnsberg, stellvertretend für viele seiner »Freunde aus Block P« an die Klubführung des SCP. Er fordert, dass die geplante Zusammenarbeit beider Vereine »SOFORT gestoppt werden« müsse. Ansonsten »droht die tiefe Spaltung des Vereins und ein kaum wieder zu korrigierender gravierender Imageverlust«.

SCP-Führung reagiert genervt

Die Führung des SCP reagierte darauf genervt . »Ich habe davon gehört, aber es noch nicht gelesen. Das wollte ich mir an Pfingsten nicht antun. Ich werde das am Dienstag nachholen und danach mit unseren Gremien besprechen, wie wir vorgehen«, sagte am Montag Elmar Volkmann, Präsident und Vorsitzender des Wirtschaftsrates. Geschäftsführer Martin Hornberger, der erklärte, den genauen Wortlaut des Briefes ebenfalls nicht zu kennen, verwies auf die geplante Gesprächsrunde mit den SCP-Fans, die für Ende Juni angesetzt ist und nicht öffentlich stattfindet: »Wir beziehen uns lieber auf unsere eigenen Anhänger und lassen uns nicht von den Fans anderer Vereine die Meinung sagen.« Was Hornberger meint: Die Petition ist öffentlich und kann demnach nicht nur von SCP-Anhängern unterstützt werden.

Die Fangruppe, die die Petition erstellt hat, sei ihm nicht bekannt, sagte Hornberger und stellte wiederholt klar: »Bei der Kooperation geht es um einen reinen sportlichen Austausch. Aber RB Leipzig erregt anscheinend die Gemüter.« Das sieht auch Volkmann so: »Wenn wir diesen Vertrag mit einem anderen Verein geschlossen hätten, wäre keiner auf die Idee gekommen, sich aufzuregen. Das wird alles viel zu hoch gehangen.« Volkmann wird bei dem Treffen mit den Fans nicht dabei sein, ist aber sicher: »Unsere Vertreter werden für Aufklärung sorgen und die Emotionalität herausnehmen. Wir haben diesen Vertrag unterschrieben und wenn es keine ganz neuen Erkenntnisse gibt, bleibt es auch dabei.« Allerdings scheint der Fan­aufstand seine Wirkung nicht zu verfehlen, denn nach Information dieser Zeitung soll es in der nächsten Saison erst einmal keine Leihgeschäfte zwischen beiden Vereinen geben.

Ein »folgenschwerer großer Irrtum«

Das könnte auch die Verfasser der Petition freuen. In dem Brief heißt es weiter: »Wir sind Architekten, Lehrer, Sozialarbeiter, Musiker, Ingenieure, Ärzte... und bilden somit einen breiten Querschnitt durch die bundesdeutsche Mittelschicht. Die meisten von uns sind schon langjährige Mitglieder des Vereins.« Sie seien der festen Überzeugung, dass ihr SC Paderborn »einem folgenschweren großen Irrtum mit der Kooperation mit dem von Red Bull dominierten Verein aus Leipzig unterliegen wird.« Sie befürchten eine wachsende wirtschaftliche Nähe zum Red-Bull-Netzwerk, verweisen auf einen negativen »Imagewechsel«. Das würde Sponsoren abschrecken und »still und heimlich Abhängigkeiten auch nackter wirtschaftlicher Art« mit sich bringen.

In Sachen Ansehen gehen die Fans noch einen Schritt weiter: Sie behaupten, »dass unser SCP über Nacht von einem sympathischen Underdog, dem viele in Deutschland den Aufstieg gegönnt haben, zu einem der drei unbeliebtesten Vereine des Landes geworden ist«. Das ergebe sich aus Internetforen und Pressespiegeln und könne auch der SCP-Spitze nicht verborgen geblieben sein. Ihre Forderung: Die »irrige Entscheidung mit enormer Tragweite« soll die Klubführung so schnell wie möglich zurücknehmen, damit der Schaden für den SCP so gering wie möglich gehalten werde.

Bis Montag (20 Uhr) wurde die Petition (Sammelziel 2000) bereits von mehr als 1960 Usern unterzeichnet.

Kommentare

Es ist so

Die Kooperation mit RB Leipzig wäre ein großer Schritt für den SC Paderborn, sofern bestimmte Standards, z.B. weitere Förderung des eigenen Nachwuchses, gewährleistet werden. Da seien ein paar kritische Bemerkungen gestattet: der Abgang von Spielern wie Herzenbruch oder Boeder ist kontraproduktiv und sportlich unbegreifbar. Auch sollte der deutsche und regionale Charakter nicht weiter verwässert werden. Aaaaber: Leipzig ist ein starker Partner und ein ehrgeiziger, der ebenso auf der “Vorwärts”-Idee des SCP beruht und zudem auf dem Engagement eines bekannten Investors, der den Fremdeinflüssen von irgendwelchen Scheiss deutlich vorzuziehen ist.

Maximale Naivität

Der schon seit langem untragbare Martin Hornberger diskreditiert zum wiederholten Male einen Großteil der Fans des SC Paderborn, insbesondere jene, die nicht in Paderborn wohnen und jedes Wochenende dort hinreisen, um ihren ehemaligen Heimatverein zu unterstützen. Vielleicht sollte er mal darstellen, was eigentlich seine Aufgabe ist im Verein. Seit der Ausgliederung des Profi-Abteilung, für die sich Herr Hornberger auch lautstark eingesetzt hat, ist sein Amt augenscheinlich überflüssig.

Aber auch Herr Volkmann hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, was ich ihm aber eventuell sogar nachsehen kann, da er relativ frisch im Geschäft ist und noch keine Fannähe aufgebaut hat. Dies sollte er allerdings so schnell wie möglich nachholen, dem Treffen mit dem Fans beiwohnen und sich insbesondere deren BERECHTIGTE Sorgen anhören. Er ist schließlich der Präsident eines VEREINS und hat sich als Präsident um die Befindlichkeiten seiner Mitglieder zu kümmern. Sonst soll er bitte auch so schnell wie möglich abdanken.

Schande!

Keine Zeit für Fanbelange, keine Zeit zum lesen von 500 Wörtern , aber für ein Interview hat Martin Hornberger Zeit.

Ich habe mich in 20 Jahren noch nie so für meien Verein geschämt!

Pressearbeit ist ein Desaster

Es ist mir unverständlich, wie man den Sachverhalt der Krise ignorieren kann. Der SCP steht negativ in sämtlichen bundesdeutschen Medien und Pressestelle und Vorstand feiern entspanntes Pfingsten. Da stellt sich mir die Frage, ob wir überhaupt eine Pressestelle haben? Wenn ja, arbeitet diese ehrenamtlich? Dann sollten wir mal ganz schnell Profis ran holen und bezahlen, denn wer jetzt noch immer nicht erkannt hat, dass es sich um eine bundesweite PR-Krise handelt und weiterhin auf taub, stumm und blind schaltet, der hat leider wirklich im Verein nichts zu suchen.
Zur Sache: Volkmann macht hier keine gute Figur. Zum einen, weil er plötzlich schreibt, dass ein Vertrag unterschrieben ist. (Letzte Woche hieß es noch der Wirtschaftsrat müsse abnicken und Dauer und Gestaltung wären noch offen)
Zum anderen: Weil er seine Teilnahme an dem Fan-Treffen plötzlich wieder zurück nimmt. Dies zeigt deutlich, dass er die Sache selbst noch immer nicht Ernst nimmt. Er täte gut daran sich den Fans zu stellen, wie es Finke damals auch getan hat.

Unfassbar

Wie kann sich Volkmann so in der Presse positionieren? Dieser Mensch ist untragbar für den Verein!

Egal wie man die Sache sieht, sich in der Presse zu positionieren und die Gespräche bereits im Vorhinein so zu diskreditieren, das sie nicht mehr Ergebnissoffen sind, zeugt von aller größter unproffesionalität!

Ob mit oder ohne Rb-Deal, mit Volkmann kann es keine Zukunft in diesem Verein geben.

5 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6680819?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F