>

Sa., 22.06.2019

Das Nein zur Kooperation: Fan-Kritik an der Geschäftsführung des SC Paderborn »Eine ganz schwache Reaktion«

Weiterhin kritisieren Teile der SC-Paderborn-Fans die Führung des Erstligaaufsteigers.

Weiterhin kritisieren Teile der SC-Paderborn-Fans die Führung des Erstligaaufsteigers. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/en). Während sich die Verantwortlichen des SC Paderborn 07 bis zum in der kommenden Woche anstehenden Gespräch mit den Fans auf ein kollektives Schweigen verständigt haben, nimmt der Anhang selbst das Nein zur Kooperation mit RB Leipzig alles andere als wortlos zur Kenntnis. In den Sozialen Medien ist die krasse Kehrtwende weiterhin das ganz große Thema.

Die Befürworter der im Zusammenhang mit dem Wechsel von Manager Markus Krösche vereinbarten Zusammenarbeit zeigen sich tief enttäuscht bis fassungslos, die Gegner überrascht bis begeistert. »Als uns die Nachricht erreicht hat, haben wir wahre Freudentänze aufgeführt. Mit einer dermaßen spektakulären Wendung haben wir echt nicht mehr gerechnet«, sagt Dr. Jan Fischer.

Ärger über Verhalten der Entscheidungsträger

Der Zahnarzt aus Arnsberg hatte zusammen mit befreundeten Fans aus Block P eine an die Klubführung gerichtete Petition gestartet, die bis Freitag von fast 2600 Unterstützern unterschrieben worden war. Die »Fanszene Paderborn« hatte sogar 32.000 Das-steckt-hinter-RB-Flyer verteilt und darüber hinaus auch über den Blog www.ohne-rb.de zu massiver Gegenwehr aufgerufen. Mit Erfolg, wie Fischer nun hoch erfreut feststellen kann: »Es ist toll, was die aktive Fanszene auf die Beine gestellt hat. Auch die Unterstützung für die Petition war unglaublich und ist für mich ein ganz seltenes Beispiel dafür, dass es sich doch lohnen kann, wenn man sich als Bürger oder Fan nicht alles gefallen lässt.«

In die Freude der Kooperationsgegner mischt sich aber sogleich neuer Ärger über das Verhalten der Entscheidungsträger. Es ist die Pressemitteilung, in der allein von »unterschiedlichen Ansichten« auf Leipziger und Paderborner Seite die Rede ist und die Fanproteste in keinem Wort direkt erwähnt werden, die den 53-Jährigen ärgert: »Was da durch die Blume geäußert wird, ist absolut unglaubwürdig. Der Kooperationsvertrag war doch schon unterschrieben. Zurückgerudert wurde ausschließlich aufgrund der Proteste und das nicht einzuräumen, ist eine ganz schwache Reaktion.«

Eine verpasste Chance

Fischer sieht in dieser Art der Begründung vor allem eine verpasste Chance, die Versöhnung der Pro- und Contra-Lager unter der SCP-Anhängern voranzutreiben: »Hätte die Geschäftsführung gesagt, dass sie einen Fehler gemacht und diesen nun korrigiert habe, wäre das sehr integrativ gewesen. Das hätten ihr die meisten Fans sehr hoch angerechnet. Aber stattdessen geht man so vor, wie man das aus der Politik kennt und versucht einfach nur irgendwie, sein Gesicht zu wahren.« Doch statt nun eine Rücktrittsforderung zu formulieren, übernimmt Fischer den integrativen Part und verfasst einen Aufruf an alle Fans des Erstliga-Rückkehrers: »Wir sollten uns auf keinen Fall in Sieger und Verlierer aufspalten, sondern wieder aufeinander zugehen. Es geht nicht darum, irgendwelche Eitelkeiten zu bedienen, sondern allein darum, gemeinsam unseren Klub zu unterstützen.«

Nicht mehr für diesen Klub spielt Phillip Tietz. Der 21-Jährige, zuletzt an CZ Jena ausgeliehen, hat sich Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden angeschlossen.

Kommentare

Schlechte Verlierer

Wer sich für seine Interessen nicht einsetzt, nur in seiner digitalen Blasen lebt und Eigeninitiative für ein Fremwort hält, der brauch sich nicht wundern. Ihr habt nichts geleistet, warum beschwert ihr euch jetzt?

Das einzige aus dem Pro RB Lager war ein Interview mit einem Trunkenbold. Die versuchte Hetze im Social Media Bereich war mehr als Peinlich.

Aus der Vergangenheit nur ganz wenig gelernt

Wie der Vorstand mit der Koop und den sogenannten Fanprotesten (vielleicht 300 Fans) umgegangen ist, stimmt mich keineswegs erfreut. Die Kommunikation zu der Koop und nunmehr die Rolle rückwärts ist amateurhaft. Hat man beim SCP aus der Vergangenheit denn nix gelernt?
Fakt ist doch, wer im Konzert der Großen nur halbwegs mitspielen will, muss neben der guten Jugendarbeit und weiterhin auf gutes Scouting in den unteren Ligen (wie zuletzt praktiziert) auf Leihspieler aus der Bundesliga (wie bei Dräger oder Tekpetey, die Spielpraxis sammeln sollen und wollen (ob mit ohne ohne Koop) schon praktiziert, setzen. Und bei den genannten Spielern hat die offene "Fanszene" nicht gemeckert!(?) Die Krönung ist aber jetzt die Rolle rückwärts mit der Koop, das ist sowas von inkonsequent und unprofessionell, das stinkt zum Himmel. Zum einen wird der SCP RBL gegenüber wortbrüchig und man lässt sich quasi von 300 Fans erpressen oder soll ich lieber schreiben überzeugen.

Ich war zwar auch gegen die Koop, kann aber auch mit dem Resultat leben.
Was absolut beschämend ist, ist das Verhalten einstiger Bewürworter.

Es ging Ihnen oftmals nur um die Diffamierung der "Gegner". Aktionen wurden als Kindergarten, Erpresseung etc. tituliert. Kein Wunder das der Verein nachgibt, wenn die Befürworter ein Haufen engstirnieger Wutbürger ist. Grade was sich in 1-2 Facebookgruppen für 40+ Jähre abgespielt hat ist eine Armutszeugnis.

Pressearbeit gehört in professionelle Hände

Die Koop ist offiziell beendet. Das ist gut so.
Jetzt gilt es die Scherben aufzulesen, die Fans zu beruhigen und die schlechte Kommunikation des Vereins zu professionalisieren.
Hack hat keine Zukunft beim SCP.

es geht auch anders


So geht man übrigens als Präsident damit um, wenn einer Kooperation kräftiger Gegenwind entgegenbläst:

https://www.kicker.de/751858/artikel/union-praesident-verteidigt-zusammenarbeit-mit-neuem-hauptsponsor

Hat irgendwie eine andere Qulität als zu sinngemäß sagen 'ja, ja - wir setzen uns Ende Juni mal mit den Fans zusammen aber sagen nicht wann und wo genau. Und übrigens, ich selber bin da auch nicht dabei'.

Gewinner / Verlierer?

Gewinner? Verlierer? Eitelkeit? Wer solche Worte nutzt, dem ging es wohl doch eher um sich selbst und einmal im Rampenlicht zu stehen.
Ich selber war pro Koop und sehe mich jetzt nicht als Verlierer und schob gar nicht fühle ich mich gespalten zu anderen SCP Fans.
Ich sehe hier nur einen grossen Verlierer und das ist unser SCP. So oder so hat man eine massive Fehlentscheidung getroffen, ob zu frühzeitige Veröffentlichung der Koop, ohne anscheinend bereits alles in Tiefe abgestimmt zu haben oder man hat sich erpressen lassen. Wie auch immer, es gibt einen Imageschade und man hat gezeigt, dass man angreifbar ist von einer Handvoll eigenen "Fans", denn keiner glaubt ja jetzt mehr die nun kommunizierten Gründe bzgl. Abbruch der Koop, also kommt auch noch Unglaubwürdigkeit dazu. Wieder mal nichts gelernt. Dieses Verhalten und viele andere Kleinigkeiten, wie z. Bsp.: Lieber 2 Wochen Urlaub machen als zeitnah mit dem Kartenvorverkauf anzufangen ( wie nach dem Aufstieg kommuniziert und andere Vereine dies bereits gemacht haben), zeigt den Stand der Professionalität unseres Vereins ausserhalb vom Rasen.

6 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6713391?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F