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Mo., 01.07.2019

SCP-Trainer Baumgart über das Saisonziel, mangelnde Erfahrung und eine spannende Frage »Drinbleiben«

Da kommt was auf sie zu: Trainer Steffen Baumgart und der neue Manager Martin Przondziono.

Da kommt was auf sie zu: Trainer Steffen Baumgart und der neue Manager Martin Przondziono.

Von Dirk Schuster

Paderborn (WB). Als einer der Letzten betritt Steffen Baumgart das Trainingsgrün an der Lise-Meitner-Straße. Mit einem kurzen, aber beschwingten »Hallo-hallo!« begrüßt der Trainer des SC Paderborn die Anhänger, die eine Art Spalier bilden, um den Aufsteiger und seinen Coach willkommen zu heißen – in der 1. Bundesliga.

Nun werden gewiss nicht zu jeder Trainingseinheit des SCP 800 Besucher kommen. Doch das Interesse an den Ostwestfalen, die vor gut zwei Jahren schon mit eineinhalb Beinen in der 4. Liga versunken waren und nur dank des Finanzkollapses des TSV 1860 München in der 3. Liga blieben, ist zuletzt wieder stetig gestiegen. Verantwortlich dafür: Steffen Baumgart. »Wir haben zwei sehr, sehr gute Jahre gehabt«, sagt der 47-Jährige am Sonntag, betont aber auch: »Wir wissen, was auf uns zukommt. Und ich weiß, was auf mich zukommt. Ich bin auch nicht der Erfahrenste, was diesen Bereich angeht.«

Bezirksliga und Bundesliga

Als Spieler hat Baumgart die Bundesliga erlebt, als Trainer betritt er hier Neuland. Bis Juni 2015 coachte er noch den SSV Köpenick-Oberspree in der Bezirksliga. Nun heißt am Wochenende 16. bis 18. August der Auftaktgegner Bayer Leverkusen. »Ich fühle mich noch nicht als Erstligatrainer. Und das wird auch noch ein bisschen dauern, ehe es so weit ist«, vermutet der 47-Jährige.

Bis dahin heißt es für Baumgart und seinen Kader: schuften, schuften, schuften. Am Sonntag lässt er das Training wegen der extremen Hitze von 14 auf 10 Uhr vorverlegen. »Wir haben das aber nicht nur für uns gemacht, sondern auch wegen der Kinder und der anderen Zuschauer, die hier um den Platz herum stehen.«

Früher als alle anderen Erstligisten nimmt der SCP die Vorbereitung auf. Baumgart weiß, dass sein Team mehr tun muss als die Konkurrenz, will es nach dem kaum für möglich gehaltenen Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga mit dem Klassenerhalt noch einen draufsetzen. Das Saisonziel? »Das, was keiner von uns erwartet: Drinbleiben!«

Mutiger Offensivfußball

Entscheidend wird sein, ob ihr mutiger Offensivfußball den Paderbornern auch in der Beletage den erhofften Erfolg bringen wird. Baumgart: »Das ist die spannende Frage, die auch wir uns stellen. Wir wollen ähnlichen Fußball spielen wie letzte Saison und dann gucken wir, was dabei rauskommt. Uns ist klar, dass es viel schwieriger wird, diesen Stil in der 1. Liga umzusetzen. Jeder Fehler wird noch brutaler vom Gegner ausgenutzt. Wir müssen in jedem Spiel mehr als an die Grenzen gehen«, verlangt der ehrgeizige Coach.

In einem Punkt – und das macht Baumgart zuversichtlich – unterscheidet der SCP sich in nichts von seinen 17 Kontrahenten: »Auch für uns geht jedes Spiel bei 0:0 los.«

Kommentare

@Chefplaner

Soweit mir bekannt ist, sind die VIP-Bereiche auch schon seit längerem ausverkauft, unabhängig von der Liga. Daher ist dieser Ausbauplan schon länger gefasst, die Erweiterung der Sitzplätze ist neu und erfolgt ja hauptsächlich nur aufgrund der Auflagen der Liga durch den Aufstieg. Bei einem Abstieg wird dieser Plan wohl daher wieder verworfen.
Das Unternehmen Bremer dürfte eine Vorlaufzeit von 3-4 Monaten für den Umbau haben. Spätestens im März-April dürfte dann mit einer Entscheidung für oder gegen den 2. Umbauabschnitt zu rechnen sein.
Da der Ausbau des VIP-Bereichs auch parallel zur Spielzeit erfolgen kann ist das in jedem Fall eine gute Entscheidung.

Bisher scheinen die Entscheidungen auf jeden Fall vernünftiger zu sein als vor vier bzw. fünf Jahren. Und über Leipzig spricht schon keiner mehr. Da hat der Verein die Kurve gekriegt.

Die Investition in bleibende Werte wie der geplante Stadionausbau ist jedenfalls nachhaltiger als teure Alt-Stars. Damals haben weitsichtichtige Leute neben der Entschuldung (lebenswichtig im Misserfolg) eben genau solche Werte gefordert. Damals wurden Dinge wie "Rücklage", "weitere Trainingsplätze" oder "Kauf der Grundstücke" als Optionen genannt worden.

Wir haben gesehen, wie schnell die Infrastruktur und Spieler in unteren Ligen nicht mehr zu finanzieren waren, da alleine die Fixkosten wie Pachten einen Großteil des Etats auffraßen. Aber genau das kann uns früher oder später wieder passieren. Und das darf nie die Existenz bedrohen!!! Alles andere ist unverantwortlich.
 
Aus dem selben Grund hätte ich beim Stadionausbau eine etwas andere Strategie gewählt: die neuen VIP-Räume werden in der 2. Liga nicht verkauft, aber unterhalten werden müssen sie trotzdem. Das heißt, die Fixkosten für den Oberrang West sind relativ hoch.

Ich persönlich hätte mit einem Oberrang Ost begonnen. Der wäre kostengünstiger, weil statt einer weiteren Etage auf dem Hauptgebäude nur Treppentürme hätten errichtet werden müssen. Von dort gibt es zudem kein Problem mit dem Platz für 2.700 weitere Zuschauer.

Aber gut. Das ist nun kein Grund, den Plan als solchen abzulehnen.

Oberstes Gebot muss aber weiter die Entschuldung sein sowie das Signal nach außen, dass wir nicht bereit sind, Mondpreise für Spieler zu bezahlen. Dann ist man grundsätzlich auf einem guten Weg. Alleine der begriff "andere Regale" hat uns doch damals die Preise versaut, weil jeder wusste, wir sind bereit zu zahlen. Mehr Geld zu haben, bedeutet immer, dass Begehrlichkeiten geweckt werden, weil alle das Geld haben wollen.

2 Kommentare

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