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Sa., 06.07.2019

SCP-Stürmer Streli Mamba sieht bei sich Parallelen zum Arsenal-Star – mit Video Einer wie Aubameyang

Voller Einsatz: Neuzugang Streli Mamba erzielt beim 20:0 gegen den VfB Salzkotten das erste Paderborner Testspieltor.

Voller Einsatz: Neuzugang Streli Mamba erzielt beim 20:0 gegen den VfB Salzkotten das erste Paderborner Testspieltor. Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Claus-Dieter »Pelé« Wollitz ist bekannt für die eine oder andere erstaunliche Aussage. Eine stammt aus dem Sommer 2016. Damals urteilte der Trainer des FC Energie Cottbus über den Probanden Streli Mamba: »Sein Spiel ist manchmal etwas verwirrend, wobei ich das nicht negativ meine.«

Drei Jahre später sorgt diese Einschätzung bei Mamba selbst für kurzzeitige Verwirrung: »Puh, genau erklären kann ich mir nicht, was er gemeint haben könnte, aber so lange er das nicht negativ gesehen hat, ist doch alles gut.« Unorthodox – das ist wahrscheinlich das Wort, das Wollitz’ Aussage nachvollziehbarer hätte erscheinen lassen. Mamba hat auch das Gefühl, ein anderer Stürmertyp zu sein als die meisten, mit denen Wollitz bislang zusammengearbeitet haben dürfte. Er hält seine Spielweise jedoch nicht für so außergewöhnlich, als dass ihm nicht ein Star einfiele, mit dem er sich vergleichen ließe: »Vor allem zu seiner Dortmunder Zeit fand ich Pierre-Emerick Aubameyang cool. Ich glaube auch, dass wir uns in der Art des Fußballspielens ähneln. Wir kommen doch beide sehr über die Geschwindigkeit.«

Unverkäuflich

Der Gabuner ist vor eineinhalb Jahren für fast 65 Millionen Euro Ablöse vom BVB zum FC Arsenal gewechselt, der SCP hat im Fall des Deutsch-Kongolesen eine Saison gewartet, um ihn ablösefrei verpflichten zu können. Einen Mamba, der seinen FC Energie mit 19 Toren und acht Vorlagen in die 3. Liga geschossen hatte, wollte »Pelé« Wollitz unter keinen Umständen ziehen lassen. Erst erhöhte er die Forderung in 250.000er-Schritten von einer halben auf eine Million, dann erklärte er seinen Topstürmer für unverkäuflich. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Paderborns damaliger Manager Markus Krösche mit dem Hinweis auf »Fantasiezahlen« aber längst aus den Gesprächen verabschiedet. Im Rückblick spricht der Unverkäufliche von einer »kuriosen Zeit«. Geholfen hat Wollitz die Hartnäckigkeit nichts. Mit Mamba hatte Cottbus einen dramatischen Abstieg zu verkraften. Nur ein Tor fehlte, um drin zu bleiben. »Das war wirklich unglaublich bitter«, sagt der Neu-Paderborner, der sich so gerne mit zwölf statt mit elf Ligatreffern aus der Lausitz verabschiedet hätte. Immerhin: Das letzte Pflichtspieltor war auch von enormer Bedeutung, sicherte der Rechtsfuß dem Klub mit dem 1:0 im Landespokalfinale gegen Optik Rathenow doch ein DFB-Pokal-Ticket, das sich spätestens nach der Auslosung als äußerst wertvoll herausstellen sollte.

14. Vereinswechsel

Während man sich in Cottbus auf ein einmaliges Duell mit den Bayern freut, bekommt es der gebürtige Göppinger ständig mit großen Namen zu tun. »Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Ich hätte mich auch nicht beschwert, wenn ich mit Paderborn in der 2. Liga gespielt hätte, aber so ist mir das natürlich viel lieber«, sagt der Mann, dessen Karriere mit sieben Jahren beim FTSV Kuchen begann. Jetzt ist er 25, und steht nach dem – inklusive der Juniorenzeit – 14. (!) Vereinswechsel vor dem Bundesligadebüt: »Vielleicht hätte ich manchmal geduldiger sein müssen, aber das kann ich nicht mehr ändern. Für mich zählt nun nur das Hier und Jetzt in Paderborn.«

Beim 20:0 gegen den VfB Salzkotten machte Mamba mit dem 1:0 den Anfang und bekam von Manager Martin Przondziono eine gute Note: »Da war sofort zu sehen, was er für einen Zug hat.« Am Samstag (15 Uhr), in Delbrück gegen Ipswich, möchte der älteste von fünf Geschwistern den Eindruck vertiefen: »Wir Neuen müssen uns dem Trainer zeigen. Da ist jedes eigene Tor eine Hilfe.« Aber auch wenn ein starker Stürmer ein bisschen Egoist sein muss, denkt Mamba mit Blick auf die Saison nicht zuerst an sich: »Sollte ich 20 Tore schießen, wäre das top, aber das Wichtigste ist, dass wir als Team unser Ziel erreichen. Schaffen wir das, werden wir auch die meisten persönlichen Ziele erreichen.« Dazu möchte Mamba mit seiner unorthodoxen (verwirrenden?) Spielweise beitragen.

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