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Mo., 08.07.2019

Paderborns Neuzugang Holtmann bringt Bundesliga-Erfahrung mit »Ich weiß, was ich kann«

Volles Haus in Delbrück: Paderborns Neuzugang Gerrit Holtmann deutet auf der linken Außenbahn seine Klasse an.

Volles Haus in Delbrück: Paderborns Neuzugang Gerrit Holtmann deutet auf der linken Außenbahn seine Klasse an. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Delbrück (WB). Spieler aus unteren Ligen holen und weiterentwickeln – das ist ein Konzept des Bundesliga-Aufsteigers SC Paderborn. Bei Gerrit Holtmann machten die Ostwestfalen eine der wenigen Ausnahmen: Der 24-Jährige kommt auf Leihbasis vom FSV Mainz 05 und bringt sogar etwas Erstliga-Erfahrung mit.

Schnell und gute Technik – das Anforderungsprofil passt zum SCP, beim 3:2-Sieg am Samstag in Delbrück gegen den englischen Zweitliga-Absteiger Ipswich Town FC spielte Holtmann wieder hinten links und erfüllte seine Aufgaben gut. Manager Martin Przondziono schwärmte sogar: »Jeder, der mit Gerrit auf der Seite spielt, wird besser. Am Mittwoch war es Jimmy (Antwi-Adjei), am Samstag Tobi (Schwede).« Eine These, die auch mit Zahlen zu belegen ist: Antwi-Adjei traf in Salzkotten zweimal, Schwede netzte in Delbrück ein und bereitete auch noch ein Tor vor. Das stellt auch den Trainer zufrieden, Steffen Baumgart mahnte aber zur Gelassenheit: »Gerrit ist sehr auffällig, aber der Konkurrenzkampf auf der linken Seite wird sich noch stark verändern, wenn Jamilu Collins vom Afrika Cup zurückkommt.« Holtmann oder Collins? Warum nicht Holtmann und Collins? Das könnte sich zumindest die Leihgabe aus Mainz auch gut vorstellen: »Alles, was über die Bahn oder die Mitte nach vorne geht, kann ich«, sagt Holtmann und schiebt noch mit einem Grinsen nach: »Eigentlich bin ich für alles zu haben.«

Kaufoption

Im Moment allerdings nur für Paderborn. Der Vertrag gilt zunächst bis 30. Juni 2020, danach besitzt der SCP eine Kaufoption. Das sind die Fakten, zur Wahrheit gehört auch, dass Holtmann ohne Torhüter Jannik Huth wahrscheinlich gar nicht da wäre. Denn auch Huth kommt aus Mainz, beide urlaubten gemeinsam in Los Angeles und da schwärmte der Schlussmann: »So, wie der SCP Fußball spielt, ist Paderborn genau der richtige Platz.« Auch das überzeugte den Linksfuß, schließlich folgte die Zusage.

Die hat er bislang auch nicht bereut. Das Team sei zwar sehr jung und unerfahren, im Kader stecke aber viel Feuer. »Die Bundesliga ist auch für uns machbar«, glaubt Holtmann und stellt nur diese Bedingung: »Wir müssen alle an einem Strang ziehen und dürfen uns nicht zerfleischen, wenn es mal nicht läuft. Dann könnte der SCP wieder die Überraschung der Saison werden.« Ob dann der linke Außenbahnspieler Holtmann heißt? Der Neue ist davon überzeugt: »Dank meiner Geschwindigkeit bin ich eine gute Konkurrenz. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß aber auch, dass Collins nicht zu Unrecht in der Nationalmannschaft Nigerias spielt.«

Fitness

Ganz entscheidend wird Holtmanns Fitness sein. In der vergangenen Saison sorgten ein Sehnenabriss an der Fußsohle und massive muskläre Probleme für immer neue Rückschlage. »Gerrit muss gesund bleiben«, sagt auch Baumgart und hofft dann auf noch mehr: »Führungsspieler redet man nicht herbei, die entwickeln sich.« Holtmann könnte so einer werden. Auch, weil er einer der ganz wenigen ist, die nicht aus unteren Ligen kommen, sondern ein bisschen Bundesliga-Erfahrung mitbringt.

SCP (1. HZ): Ratajczak - Pröger, Hünemeier, Strohdiek, Holtmann - Drinkuth, Gjasula, Vasiliadis, Schwede - Mamba, Gueye

SCP (2. HZ): Huth - Rumpf, Schonlau, Kilian, Tawiah - Hilßner, Kapic, Ritter, Antwi-Adjei - Shelton, Souza

Tore: 1:0 Pröger (8.), 2:0 Schwede (18.), 3:0 Gueye (33.), 3:1 Roberts (37.), 3:2 Jackson (76./Foulelfmeter)

Zuschauertabelle: SCP auswärts auf Platz vier

Mit 11.332 Besuchern im Schnitt lag der SC Paderborn in der vergangenen Saison deutlich über der eigenen Kalkulation (9500) und verzeichnete den besten Zweitligabesuch aller Zeiten, der Tabellenzweite belegte im Heim-Ranking aber nur Platz zwölf. Ganz anders sieht die Bilanz bei den Auswärtsspielen aus: Mit 19.359 Zuschauern pro Partie steht der Klub hier auf Rang vier. Nur die beiden Hamburger Vereine FC St. Pauli (21.370) und HSV (21.219) sowie Meister 1. FC Köln (20.768) zogen noch mehr Besucher an. »Das lag nicht daran, dass unsere Fans so gerne reisen. Wir haben tollen Fußball gezeigt, der auch von den Anhängern der gegnerischen Mannschaften gerne gesehen wurde«, sagt SCP-Manager Martin Przondziono zu der Statistik und ergänzt: »Wir waren neben Eintracht Frankfurt die Überraschungsmannschaft der Saison 2018/2019 im deutschen Fußball.«

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