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Mi., 10.07.2019

Paderborns neuer Torwart profitiert von der Zingerle-Verletzung Vorteil Huth

Jannik Huth ist vom FSV Mainz nach Paderborn gekommen, um die Nummer 1 des Bundesligaaufsteigers zu werden.

Jannik Huth ist vom FSV Mainz nach Paderborn gekommen, um die Nummer 1 des Bundesligaaufsteigers zu werden. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Nein, so naheliegend es auch zu sein scheint: Auf den Namen der Agentur seines Beraters hat Jannik Huth keinen Einfluss. Also klingt die »Number 1 Sports GmbH« nur wie gemacht für den Torwart, der nichts anderes vor hat, als beim SC Paderborn 07 die Nummer 1 zu werden.

Nach zwölf Jahren in Diensten des FSV Mainz 05, allein unterbrochen von einer sechsmonatigen Ausleihe zu Sparta Rotterdam, hat sich Huth für die nächsten drei Jahre an den SCP gebunden. Warum? Diese Frage ist eher rhetorischer Natur: »Ich bin nicht nach Paderborn gekommen, um mich auf die Bank oder sonst irgendwohin zu setzen. Dann hätte ich ja in Mainz bleiben können.«

Abgesehen von sieben Bundesligaeinsätzen am Ende der Saison 2016/2017 und einem Europa-League-Auftritt gegen FK Qabala in derselben Spielzeit saß der 25-Jährige zuletzt viel zu häufig da, wo er nicht sitzen will. Ab sofort will er wieder regelmäßig im Tor stehen und durch den Strafraum fliegen, und die Chancen darauf, dass sich die durchaus selbstbewusst formulierten Hoffnungen erfüllen, sind sogar besser, als er es bei seiner Vertragsunterschrift hätte erahnen können. Leopold Zingerles Pech ist Jannik Huths Glück.

Portion Mitgefühl

Die bisherige Nummer 1 hat sich bekanntlich am letzten Zweitligaspieltag in Dresden eine Schultereckgelenkssprengung zugezogen und kommt nach überstandener OP noch nicht wieder für einen Einsatz in Frage. »Vor dem 24. Juli haben die Jungs vier Tage frei. Ich denke, dass Leo danach wieder einsteigen kann, aber genau prognostizieren kann das keiner. Wir haben einen Torwart, der nach einer schweren Verletzung erst wieder in Bewegung kommen muss. Daher hat eine Torwartdiskussion im Moment überhaupt keinen Sinn«, sagt Trainer Steffen Baumgart.

Huth weiß, wie Zingerle sich fühlen muss. Vor zwei Jahren war es ein Kahnbeinbruch, der ihn in der Vorbereitung auf die Saison 2017/2018 früh um nahezu jegliche Perspektive brachte: »Ich kann nachempfinden, wie hart das ist. Auch Leo wird alles dafür tun wollen, der Stammtorwart in der ersten Liga zu werden.« Der angemessenen Portion Mitgefühl steht allerdings auch ein im Profigeschäft wohl unverzichtbares Stück Egoismus gegenüber: »Ich muss natürlich auch an mich selbst denken, und für mich ist Leos Verletzungspause ein klarer Vorteil.«

»Konkurrenzkampf anheizt«

Wer jetzt aber glaubt, Huth profitiere ausschließlich von Zingerles Problemen, der sieht sich nach den nun folgenden Baumgart-Aussagen eines Besseren belehrt: »In den vergangenen beiden Jahren war Leo unsere klare Nummer 1. Jetzt sieht es anders aus. Bei Janniks Verpflichtung ging es nicht darum, eine Nummer 2 zu holen, sondern jemanden, der Druck macht, den Konkurrenzkampf anheizt und auch selbst in der Lage ist, unsere Nummer 1 zu sein.«

Der Ex-Mainzer hegt daran keinerlei Zweifel: »Dank der langjährigen Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum des FSV befinde ich mich technisch auf einem Topniveau und traue mir den Job auf jeden Fall zu.« Huth möchte wieder spielen und das so häufig wie möglich. Auf einen Kompromiss ließe er sich aber ein. Baumgart schließt nicht aus, die Verantwortungsbereiche wieder in Liga und Pokal aufzuteilen. »Damit«, sagt der Schlussmann mit der Trikotnummer 21, »könnte ich leben.« Zur Sicherheit fügt er aber hinzu: »Wenn ich in der Liga die 1 bin.«

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