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Fr., 19.07.2019

Wie sich SCP-Neuzugang Cauly Oliveira Souza für einen Vertrag empfahl – mit Video Zwei Tore als Bewerbung

Die Nummer zehn weckt hohe Erwartungen: Paderborns Neuzugang Cauly Oliveira Souza.

Die Nummer zehn weckt hohe Erwartungen: Paderborns Neuzugang Cauly Oliveira Souza. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Manchmal reicht eine Szene, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. So wie bei Cauly Oliveira Souza am 3. November 2018.

In der Zweitligapartie MSV Duisburg gegen den SC Paderborn erzielte der Brasilianer mit einem Traumtor in den Winkel das 1:0. »Das war sensationell«, ist Paderborns Trainer Steffen Baumgart noch heute von diesem Kunstschuss beeindruckt. Duisburg gewann damals 2:0. Drei Monate später legte Souza im Achtelfinale des DFB-Pokals nach, traf wieder zum 1:0, doch nach diesem »normalen Tor« (Baumgart) drehte der SCP die Partie noch, gewann mit 3:1 und zog zum zweiten Mal in Folge ins Viertelfinale ein.

Der Neue aus Duisburg ist optimistisch

In der Meisterschaft nutzten dem MSV die drei Punkte in der Hinrunde nichts, am Ende stiegen die Zebras in die 3. Liga ab. Der SCP kehrte nach dem Abstieg 2015 in die 1. Liga zurück und der Neue aus Duisburg ist optimistisch, dass der Aufenthalt der Ostwestfalen im Oberhaus diesmal länger dauern wird: »Die Abläufe müssen bei den vielen Neuzugängen noch optimiert werden und die Beine sind nach drei Wochen Vorbereitung gerade etwas müde. Aber die Mannschaft hat im Aufstiegsjahr gezeigt, dass sie Qualität hat und auch nach Rückschlägen immer an sich glaubt. Die Spielweise in der 1. Liga wird uns zusätzlich entgegenkommen.«

Überzeugende Attribute des Südamerikaners

Und bei den Verantwortlichen ist die Überzeugung da, dass der SCP mit Oliveira Souza noch stärker wird. Seine zwei Tore gegen Paderborn haben dabei als Bewerbung allein nicht genügt, ihn zu verpflichten. Da ist noch einiges mehr. Kurze schnelle Dribblings, eine hohe Geschwindigkeit mit Ball, eine gute Schusstechnik, ein ausgeprägtes Spielverständnis und ein guter Abschluss sind die Attribute, die Baumgart im Zusammenhang mit dem Südamerikaner nennt. »Wir haben die Fantasie, dass er uns weiterbringt. Cauly strahlt selbst Torgefahr aus und kann andere in Position bringen«, sagt der SCP-Coach.

Rückennummer zehn weckt hohe Erwartungen

Letzteres zeigte Oliveira Souza erst am vergangenen Dienstag, als er beim 4:1-Testsieg in Northeim die ersten beiden SCP-Treffer vorbereitete. Baumgart sagt: »Natürlich ist es schön, jemanden zu haben, der in einer Saison 20 Tore macht, aber mir ist es genauso lieb, wenn wir 20 Spieler haben, die jeweils ein Mal treffen. Das macht uns unberechenbar und in der Breite besser. Ein Tor des Monats nützt uns wenig.« Im Fall von Oliveira Souza war es aber zumindest kein Nachteil.

Die Nummer zehn auf dem Trikot weckt hohe Erwartungen, Angst, diese nicht erfüllen zu können, hat er nicht. »Das ist eine coole Nummer, die ich schon bei Fortuna Köln tragen durfte. Ich denke, dass die Paderborner Spielidee zu mir passt und ich hier eine gute Rolle spielen kann. Ob als Vorbereiter oder Torschütze, ist mir egal. Ich freue mich über beides«, gibt sich der 23-Jährige, dessen Vorbilder Ronaldinho und Ronaldo sind, selbstbewusst und bescheiden zugleich.

Jugend beim Stadtrivalen Fortuna Köln verbracht

Apropos Fortuna Köln. Dort machte Oliveira Souza nach eigener Aussage »den größten Schritt«, nachdem er die Jugend beim Stadtrivalen 1. FC Köln verbracht hatte. »Das Talent war da, aber ich war noch nicht so fokussiert. Beim FC wurde auch viel darauf geachtet, was neben dem Platz und in der Schule passiert, und ich gebe zu, dass ich meine Jugend auch genossen habe«, blickt er ein wenig selbstkritisch zurück. Dass er mit Freunden feierte, ist ein wenig verständlich, wenn man bedenkt, dass Oliveira Souza eine schwierige Kindheit hatte. Die Eltern trennten sich früh. Als er elf Jahre alt war, ging Mutter Carla von Porto Seguro an der Nordostküste Brasiliens nach Deutschland in die Nähe von Bonn, um Geld zu verdienen. Kurze Zeit später holte sie den kleinen Cauly samt seiner älteren Schwester Ananda nach. »Neue Umgebung, neue Sprache, das war nicht einfach«, erinnert sich Oliveira Souza.

Über den Fußball fand er den Weg zum Glück, das seit knapp einem Jahr vollkommen ist. Vor zehn Monaten brachte Freundin Chiara Sohn Elis zur Welt. Nach zwei Wochen im Hotel ist Oliveira Souza mit seiner kleinen Familie von Düsseldorf in eine Wohnung in Paderborn gezogen. Die nun folgende trainingsfreie Zeit nutzt er zum Kisten auspacken, danach kann er so richtig durchstarten. In einem neuen Verein und in einer neuen Liga.

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