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Mo., 29.07.2019

Paderborn rückt auch als Erstligist nicht von der Grundordnung ab Systemtreu

Flugeinlage: Christopher »Jimmy« Antwi-Adjei bot nicht nur viel für die Galerie, der 22-Jährige traf auch.

Flugeinlage: Christopher »Jimmy« Antwi-Adjei bot nicht nur viel für die Galerie, der 22-Jährige traf auch. Foto: Wolfgang Wotke

Von Matthias Reichstein

Gütersloh/Paderborn (WB). Wie weit ist der SC Paderborn? Welches System spielt der Aufsteiger in der 1. Liga? Welcher Neuzugang darf sich Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen? Das 3:3 (2:1) gegen Athletic Bilbao gab einige Antworten.

»Wir haben gegen einen spanischen Erstligisten ein gutes Spiel gemacht und sind als Mannschaft schon gut zusammengewachsen«, urteilte Sebastian Vasiliadis, Paderborns Bester. Bei Christopher Antwi-Adjei überwog ebenso das Positive: »Die Mischung aus kompakt stehen und offensiv agieren passte ganz gut. Allerdings müssen wir uns in allen Mannschaftsteilen noch verbessern.« Helfen wird dabei, dass das Paderborner 4-4-2 auch in Liga eins unumstößlich bleibt. Seit der Amtsübernahme von Steffen Baumgart am 16. April 2017 ist das die Grundordnung – und daran will Baumgart auch nichts ändern: »Das System kennen meine Jungs, damit können wir auf jede andere Formation schnell reagieren. Deshalb wird es dabei auch in der neuen Saison überwiegend bleiben.«

90 Treffer in Liga drei, 76 Tore in Liga zwei

90 Treffer in Liga drei, 76 Tore in Liga zwei – Paderborns offensive Wucht ist zu einer Marke geworden. Die Quote wird der SCP nicht halten können, am schnellen Umschalten wird natürlich dennoch nicht gerüttelt. »Ich war selbst mal Stürmer und habe es gehasst, wenn ich vorne alleine war«, begründet Baumgart. Dabei geht es dem 47-Jährigen nicht nur um die Offensive. Beim SCP wird hoch angelaufen, das heißt, schon die Stürmer greifen früh an und leisten mit dem Pressing viel Defensivarbeit.

Paderborns Moral ist intakt – auch das war in den vergangenen 24 Monaten eine Erfolgsformel. Als der achtmalige Meister Spaniens nach nur 20 Sekunden in Führung ging, blieben die Köpfe oben, der SCP ließ sich davon nicht beeindrucken und drehte die Partie. Ben Zolinski (nach einem einstudierten Eckball/17. Minute) und Sebastian Vasiliadis (Distanzschuss genau in den Winkel/35.) sowie Antwi-Adjei (nach einem langen Abschlag von Jannik Huth/57.) sorgten für die Wende. »Da haben wir viele Sachen gut gemacht. Unsere Idee, wie wir spielen wollen, ist rübergekommen. Dass nicht alles gelingt, ist normal«, sagte Baumgart. Ein Stellungsfehler (Gerrit Holtmann/Uwe Hünemeier) vor dem 0:1, ein schlechtes Abspiel von Huth vor dem 2:3 und ein Patzer von Jan-Luca Rumpf vor dem 3:3 – bei den Gegentoren half der SCP dagegen kräftig mit. Das zeigt: Fehler beim Fußball auf diesem hohen Niveau werden noch schneller bestraft.

Fünf Neuzugänge

Fünf Neue standen am Samstag in Gütersloh in der Startelf, Huth im Tor, die Außenverteidiger Holtmann und Laurent Jans sowie Streli Mamba im Angriff haben aktuell allerbeste Chancen, auch beim Pokalspiel in Rödinghausen anzuspielen. Das hängt aber nicht zuletzt von der langen Ausfallliste ab. Jamilu Collins und »Mo« Dräger (beide beim Afrika Cup) werden erst am Sonntag zurückerwartet und spielen zunächst keine Rolle, ebenso Schlussmann Leopold Zingerle (Aufbautraining) und wohl auch Sebastian Schonlau (Sehneneinriss in der Fußsohle). Berechtigte Hoffnungen macht sich Baumgart noch bei den angeschlagenen Kai Pröger (Reizung im Knie), Sven Michel (Wadenzerrung), Cauly Souza (Innenbanddehnung im Knie) und Babacar Gueye (muskuläre Probleme im Oberschenkel): »Ich gehe davon aus, dass sie diese Woche wieder ins Training einsteigen.«

Am Sonntag testeten die Spanier mit Borussia Mönchengladbach gegen einen weiteren Bundesligisten: In Velbert gewann Athletic Bilbao mit 2:o (1:0).

Paderborn: Huth – Jans, Hünemeier (67. Rumpf), Strohdiek (46. Kilian), Holtmann (67. Schwede) – Dörfler (46. Shelton), Vasiliadis (46. Kapic), Gjasula (67. Bilogrevic), Antwi-Adjei – Mamba (67. Ritter), Zolinski (67. Hilßner)

Tore: 0:1 Larrazabal (1.), 1:1 Zolinski (17.), 2:1 Vasiliadis (35.), 3:1 Antwi-Adjei (57.), 3:2 Cordoba (74.), 3:3 Muniain (89.)

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