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Mi., 31.07.2019

Paderborns Aufstiegstorhüter Zingerle verpasst den Saisonstart Die Zeit ist zu knapp

Der Beginn der Leidenszeit: Beim 1:3 in Dresden verletzt sich Paderborns Keeper Leopold Zingerle schwer an der Schulter.

Der Beginn der Leidenszeit: Beim 1:3 in Dresden verletzt sich Paderborns Keeper Leopold Zingerle schwer an der Schulter. Foto: imago

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Voll im Plan und doch am Ziel vorbei: Das trifft aktuell auf Leopold Zingerle zu. Paderborns Schlussmann steht neun Wochen nach seiner schweren Verletzung wieder auf dem Trainingsplatz. Den Bundesligastart am 17. August in Leverkusen wird er dennoch verpassen.

In dieser Woche kehrte Zingerle wieder in die Gruppe seines Torwarttrainers Nico Burchert zurück. Das war ein weiterer wichtiger Schritt, am Ziel ist der Keeper aber noch lange nicht. »Wir sprechen hier von der anspruchsvollsten Verletzung, die ein Torhüter haben kann«, erklärt Burchert und fügt an: »Unsere Physios und das Therapiezentrum von Ekkehard Schurig haben einen Riesenjob gemacht. Sonst wäre Leo noch nicht so weit.«

Zingerle kämpft gegen Schultereckgelenksprengung

Am 19. Mai, dem letzten Ligaspieltag, hatte sich Zingerle in Dresden eine Schultereckgelenksprengung zugezogen. Seitdem kämpft sich der 25-Jährige Schritt für Schritt zurück. »Ich kann alles, außer die großen Flugshows«, scherzt Zingerle und wird dann sachlich: »Mir fehlt es noch ein bisschen an Muskulatur und an Sicherheit. Erst wenn jetzt die Belastung schrittweise erhöht wird und ich auch bei der dritten Landung auf der rechten Schulter nichts spüre, bin ich wieder voll dabei.«

Bis dahin ist noch viel Geduld gefordert. Prognosen gibt niemand ab. Burchert nicht, Zingerle schon gar nicht: »Warum soll ich mich unnötig unter Druck setzten?« Zumal Chefcoach Steffen Baumgart aktuell ohnehin ohne seinen Aufstiegskeeper von 2018 und 2019 plant. »Die Frage stellt sich nicht und es wäre auch fahrlässig, darüber nachzudenken«, macht Baumgart deutlich und begründet seine Haltung so: »Mit Jannik Huth und Michael Ratajczak habe ich zwei Keeper, die die gesamte Vorbereitung mitgemacht und gute Leistungen gezeigt haben. Allein sportlich wäre jede andere Wahl nicht erklärbar. Außerdem steht den beiden mit Leo einer gegenüber, bei dem ich nicht weiß, ob seine Schulter überhaupt hält.«

Tendenz in Richtung Huth

Die Zeit ist zu knapp, Zingerle ist damit raus, und die Tendenz geht klar in Richtung Neuzugang Huth. Der Ex-Mainzer liegt im internen Duell gegen Ratajczak vorn, das ist aber noch keine Entscheidung für die Hinrunde, schon gar nicht für die gesamte Saison. »Leo wird nach und nach in den Trainingsbetrieb integriert, muss sich wieder ran­arbeiten und zeigen, was er kann. Dann schauen wir mal«, sagt Baumgart.

Entscheidend werden daher die kommenden Wochen sein mit der zentralen Frage: Wie reagiert Zingerles Schulter auf die steigende Intensität der Trainingseinheiten? Läuft alles glatt, ist Zingerle ein ernsthafter Herausforderer, der dazu einiges vorzuweisen hat.

Paderborns Durchmarsch von Liga drei bis eins ist mit seinem Namen verbunden. Das Fachmagazin »Kicker« adelte seine Leistung in der jüngsten Zweitliga-Rangliste mit der Wertung »Herausragend«. Viel mehr geht eigentlich nicht. Einen Bonus hat er trotzdem nicht. Auch ein Leopold Zingerle muss erst wieder liefern.

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