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Sa., 03.08.2019

SC Paderborn: Der erst 19-jährige Luca Kilian hofft auf seine Chance Gut geschult

Schnell, zweikampfstark und ein gutes Kopfballspiel: Luca Kilian könnte schnell zu einer festen Größe beim SCP werden.

Schnell, zweikampfstark und ein gutes Kopfballspiel: Luca Kilian könnte schnell zu einer festen Größe beim SCP werden. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Für junge Talente gibt der SC Paderborn nicht viel Geld aus, die Ansprüche sind dennoch hoch. Eine gute Ausbildung sowie eine auffällige Grundschnelligkeit sind nur zwei Kriterien. Vielseitig einsetzbar sollten die Neuen auch sein: Luca Kilian ist einer, der alle Voraussetzungen erfüllt.

Wobei nicht wenige in seinem Umfeld den Wechsel noch immer als verfrüht ansehen. Der Innenverteidiger spielte acht Jahre für Borussia Dortmund, wurde mit der U19 vor zwei Jahren Deutscher Meister und zuletzt in der U23 des BVB (Regionalliga) eingesetzt. Der Schritt bis in die Bundesliga ist daher riesig, das weiß auch Kilian. Warum der Zeitpunkt aus seiner Sicht trotzdem richtig war, begründet er so: »Ich habe hier die Chance, in sehr kurzer Zeit viel zu lernen. Jedes Training und jedes Testspiel bringt mich weiter.« Wobei besonders das extrem hohe Tempo die Umgewöhnung vom Amateurkicker zum Vollprofi zusätzlich erschwert: »Auf diesem Niveau muss ich sehr schnell sehr gute Entscheidungen treffen. Ballannahme und Passspiel sind fast eins, schon kleinste Fehler werden sofort bestraft.« Über seinen Wechsel hat der 19-Jährige auch im WESTFALEN-BLATT-Interview gesprochen.

Seine Stärken sind seine Flexibilität und seine Schnelligkeit

Der Weg vom großen Talent bis zum Jungprofi, der den Durchbruch geschafft hat, ist entsprechend lang. Vielleicht hilft dem Enkel von Ex-Profi Amand Theis (332 Spiele in der 1. und 2. Liga) dabei seine Flexibilität. Der 1,90 Meter lange Verteidiger mit viel körperlicher Wucht kann aufgrund seiner beendruckenden Schnelligkeit (30 Meter-Sprint in 3,85 Sekunden) ebenso auf der rechten Abwehrseite oder im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Trainer Steffen Baumgart sieht ihn zunächst in der Zentrale: »Luca bringt alles mit. Ich traue ihm auch den Sprung in die Bundesliga zu. Im Moment fehlt ihm nur etwas, was ein 19-Jähriger gar nicht haben kann: die Erfahrung.«

Kilian hat einen Zweijahresvertrag beim SC unterschrieben

Deshalb wird sich der Novize gedulden müssen. Der U20-Nationalspieler, der weder filigran noch quirlig rüberkommt, sondern durch taktisches Geschick, Spielintelligenz, Zweikampfstärke und gutes Aufbauspiel überzeugt, kam ablösefrei und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Wobei er die ersten Monate nutzen muss, um näher an die Stammkräfte ranzurücken und entsprechend Druck zu machen. Mit Sebastian Schonlau, Uwe Hünemeier und Christian Strohdiek wird ein Trio um die zwei Plätze in den Innenverteidigung kämpfen, Kilians Aufgabe ist es dann, da zu sein, wenn Baumgart über andere Lösungen nachdenkt: »Im Moment sauge ich nur alles auf und versuche, mir soviel wie möglich abzuschauen. Wenn der Tag dann kommt, muss ich meine Chance nutzen.« Wobei Baumgart auf den jungen Kilian schon einen besonderen Blick zu haben scheint: »Er ist einer, der sehr schnell lernt.«

Das klingt vielversprechend, Luca Kilian will sich auch voll auf den SCP einlassen. Sogar Freundin Marie wechselte von Bochum nach Paderborn und studiert künftig an der Pader »Angewandte Sportwissenschaft«. Hier schließt sich vielleicht der Kreis, denn ein Berufsfeld könnte Managerin eines Profisportlers sein.

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