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Di., 13.08.2019

Zehn in drei Spielen: Paderborn kassiert zu viele Gegentore Souverän ist anders

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Drei gegen Bilbao , vier gegen Rom und nun wieder drei gegen Rödinghausen – zehn Gegentore in nur drei Spielen sind entschieden zuviel. Doch das Paderborner Problem ist erkannt. »Da müssen wir gar nicht drumherumreden: Im Moment machen wir es den Gegnern zu einfach«, sagt Uwe Hünemeier.

Paderborns offensive Spielsweise hat ihren Preis. Das ist kein Geheimnis. Hohes Pressing, kurze Ballkontakte und das alles mit einem hohen Tempo – wer so spielt, sorgt für viel Spektakel und kommt fast zwangsläufig zu Torerfolgen. Im Umkehrschluss werden so aber auch dem Gegner immer wieder Räume gegeben und damit Chancen ermöglicht. »Am Ende sind wir vier ganz hinten immer das letzte Glied in der Kette, das dann eingreifen muss, wenn wir als Mannschaft nicht kompakt stehen«, sagt Hünemeier. Grundlegendes verändern will er aber nicht: »Wir alle tragen diesen Fußball mit und der Erfolg der vergangenen beiden Jahre gibt uns auch recht.«

In der Vergangenheit lernfähig

Die beiden Aufstiege 2018 und 2019 sind in der Tat kaum zu toppen, außerdem hat die Mannschaft in der Vergangenheit bewiesen, dass sie lernfähig ist. Nur zur Erinnerung: In den vergangenen beiden Spielzeiten kassierte der SCP in der Rückrunde immer weniger Gegentore als in den Hinspielen. In der 3. Liga waren es 9 statt 24, in der 2. Liga 22 statt 28. Allerdings spielt der SCP nun Bundesliga und wird nicht mehr ein halbes Jahr Zeit haben, die Tür zum Tor zu schließen. Wobei Hünemeier auch eins klarstellt: »Der SC Paderborn wird nie ein Team sein, dass alles verteidigt und keine Chancen zulässt. Das ist nicht unser Fußball und damit würden wir uns selbst auch zu viel Power rauben.«

Die richtige Mischung muss gefunden werden . »Ein wenig mehr Souveränität auf der einen oder anderen Position hätte ich mir schon gewünscht«, bemängelte am Sonntag nach dem Elfmeterkrimi in Rödinghausen (7:5) auch Manager Martin Przondziono. Namen nannte er nicht, dass er aber auch Rechtsverteidiger Laurent Jans, Kapitän Christian Strohdiek und Schlussmann Jannik Huth gemeint haben könnte, liegt auf der Hand. Das Trio war (in der Reihenfolge) an den drei Gegentoren nicht unbeteiligt. Wobei Huth später noch zum Helden wurde und zwei Elfmeter hielt. »Das wird Jannik viel Auftrieb geben. Er hat den Anspruch zu spielen, steht als Herausforderer aber auch besonders im Fokus und wird kritisch beäugt. Aber in Rödinghausen hat er seine Leistung gezeigt, als es darauf ankam. Deshalb ist für ihn das Weiterkommen besonders viel wert«, ist Hünemeier sicher.

Dem SCP liegt der Pokal

Der SC Paderborn steht damit wieder in Runde zwei und schreibt fleißig weiter an seiner Pokalgeschichte. Die Ostwestfalen standen zuletzt zweimal in Folge im Viertelfinale und kamen damit so weit wie nie zuvor. Auch, weil Uwe Hünemeier besonders gut traf. Vor einem Jahr reichte sein Doppelpack gegen den FC Ingolstadt zum Erstrundensieg, am Sonntag gab nach mäßigem Beginn sein Freistoßtor zur 1:0-Führung dem Team zumindest phasenweise Sicherheit.

Erst Ende Oktober geht’s im Pokal wieder weiter. Der Gegner ist »Hüne« egal: »Hauptsache, ein Heimspiel.«

Kommentare

SC Paderborn

Hallo,
warum muss immer nur negativ vom SCP berichtet werden! Unterstützung wäre da viel wichtiger! Der Nachbar aus Bielefeld ist super schwach gestartet und im Pokal mit viel Glück gewonnen, da verliert die Presse kein Wort drüber! Paderborn hat in den letzten Jahren auch viele Gegentore bekommen.......und sie spielen in der 1.Bundesliga! Ein bißchen mehr positiv berichten stände der Grünen ganz gut! Ich verfolge diese Art der Berichterstattung schon lange und ich finde es nicht gut! Vielleicht ist dass ja auch die Nähe zu Bielefeld!
W. Balewski

1 Kommentare

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