»Es wäre definitiv für die Gesundheit aller das Beste«
Paderborns Gjasula schlägt Helm-Pflicht im Profifußball vor

Paderborn (dpa). Der Paderborner Bundesliga-Profi Klaus Gjasula hat eine Helm-Pflicht für alle Spieler im deutschen Profifußball vorgeschlagen.

Mittwoch, 21.08.2019, 08:08 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 12:20 Uhr
Klaus Gjasula trägt seit einem Jochbeinbruch bei jedem Spiel einen Helm. Foto: Jörn Hannemann
Klaus Gjasula trägt seit einem Jochbeinbruch bei jedem Spiel einen Helm. Foto: Jörn Hannemann

»Ich fände es sinnvoll, wenn alle Spieler einen Helm tragen würden. Das würde vielleicht auf dem Platz komisch aussehen, aber es wäre definitiv für die Gesundheit aller das Beste«, sagte der 29-Jährige vom Erstliga-Aufsteiger SC Paderborn am Mittwoch in einem Interview des Portals t-online.de.

Helmpflicht im deutschen Profifußball? Bekannte Spieler mit Helm oder Maske

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  • Petr Čech, ehemaliger Keeper von Arsenal London und Chelsea, trug seit 2007 einen Helm. Einige Monate zuvor - im Oktober 2006 - zog er sich im Chelsea-Trikot in einem Spiel gegen den FC Reading einen Schädelbasisbruch zu.

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  • Cristian Chivu (rechts, im Duell mit Arjen Robben) erlitt 2010 eine Schädelfraktur. Der Ex-Spieler von Inter Mailand lief als Folge mit einem Schutzhelm auf.

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  • Die Rückkehr von Bas Dost von Sporting Lissabon in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt liegt auf Eis. In seiner holländischen Heimat gelang dem Torjäger der Durchbruch - und das auch mit Maske.

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  • Auch Robert Lewandoski nutzte einen Schutz, nachdem er sich im Gesicht verletzt hatte.

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  • Die etwas andere Masken: Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang bejubeln ihr Tor für Borussia Dortmund verkleidet als Comicfiguren Batman und Robin.

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Der 1,90 Meter große Deutsch-Albaner trägt in jeder Partie einen Helm, nachdem er im Oktober 2013 bei einem Kopfballduell einen Bruch des Jochbogens erlitten hatte. Damals trug er noch das Trikot der Kickers Offenbach. Im Spiel gegen Hessen Kassel zog er sich dann die schwere Verletzung zu. »Der Helm gibt mir einfach das Gefühl, dass nichts passieren kann«, sagte Gjasula.

»Zu Beginn ein paar Probleme mit der Sicht«

»Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme mit der Sicht, aber habe mich schnell daran gewöhnt und nach kurzer Zeit sehr wohl gefühlt. In der nächsten Saison habe ich ihn am ersten Spieltag einmal weggelassen und direkt von unserem Torhüter im Luftzweikampf einen abbekommen. Seit diesem Moment habe ich ihn immer getragen«, berichtete der Spieler weiter.

Schon dem WB sagte Gjasula bei Verpflichtung im Sommer 2018: »Der Helm gibt mir ein gutes Gefühl und meinem Spiel schadet das Ding auch nicht.«

Dass nicht auch andere Spieler seinem Beispiel folgen und einen Helm tragen, liegt für Gjasula besonders an der Optik. Schließlich gelten Fußball-Profis als äußerst eitel. Gjasula stört das dagegen nicht. »Ich sehe lieber beim Fußball spielen ein bisschen komisch aus und bin dafür auch nach dem Fußball gesund. Das ist das Wichtigste für mich«, sagte der Defensivspieler.

Auch andere Spieler tragen Helm

Mit dem in vielen Sportarten diskutierten Thema Gehirnerschütterungen hat der Helm bei Gjasula dagegen nichts zu tun. Mit dem von der Deutschen Fußball Liga für diese Fälle eingeführten Prozedere hat sich der Deutsch-Albaner daher noch nicht beschäftigt.

Gjasula ist übrigens nicht der einzige Spieler, der stets einen Helm trägt. Der tschechische Weltklassetorwart Petr Cech hatte sich nach einem Schädelbruch bereits 2006 dazu entschieden, immer einen Helm zu tragen. Dass sowohl Cech auch er selbst erst handelten, nachdem sie sich eine schwere Verletzung zugezogen hatten, ist für den Paderborner typisch. »Der Mensch handelt erst dann, wenn es schon passiert ist, nicht davor.«

 

Kommentare

D.Weiß  schrieb: 21.08.2019 17:08
Ellbogenschützer
Man sollte auch über Ellbogenschützer nachdenken. Ich glaube 2/3 der Gesichtsverletzungen wären dann Geschichte.
1 Kommentare
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