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Di., 27.08.2019

Paderborns Trainer Baumgart stützt seinen Kapitän Strohdiek bleibt drin

Das Bild sagt alles: Freiburgs Torschützen Nils Petersen und Changhoon Kwon feiern, Christian Strohdiek ist bedient.

Das Bild sagt alles: Freiburgs Torschützen Nils Petersen und Changhoon Kwon feiern, Christian Strohdiek ist bedient. Foto: imago

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Ein Kapitän in der Kritik: Christian Strohdiek war bei der 1:3-Niederlage der Paderborner gegen den SC Freiburg an allen Gegentoren direkt beteiligt. Sein Trainer Steffen Baumgart wird aber keine personellen Konsequenzen ziehen.

»Ich bin kein Trainer, der einen Spieler gleich rausnimmt, wenn er in zwei Situationen nicht gut ausgesehen hat«, machte Baumgart am Montag gegenüber dem WESTFALEN-BLATT deutlich. Der Coach steht damit nicht zu nur seinem Kapitän, er nimmt ihn auch ein Stück weit in Schutz, wenn er sich wehrt, ihm alle drei Freiburger Treffer anzukreiden.

Unstrittig

»Vor dem Elfmeter wirft er sich in den Ball, das war kein absichtliches Handspiel, das war eine normale Bewegung, und so habe ich es früher auch gemacht«, sagte der Ex-Profi. Dass der Pfiff von Schiri Tobias Welz dennoch korrekt war, ist auch für Baumgart unstrittig: »Wir müssen in diesen Situationen den Bewegungsablauf ändern.« Strohdieks Fehler vor dem 1:2 und 1:3 waren offensichtlich und wurden mit diesem Ergebnis analysiert: Strohdiek wird gestützt. Baumgart sagte es so: »Dazu ist das Trainerteam da. Alles gut.« Auch die Teamkollegen ließen noch am Spieltag keine Personaldiskussion zu. »Fußball ohne Fehler gibt es nicht«, sagte Abwehrkollege Uwe Hünemeier und ergänzte: »Bei uns ist noch nie ein Spieler verurteilt worden, weil er Fehler gemacht hat. Wir gewinnen und wir verlieren gemeinsam.«

Erste Alternative wäre im Moment Youngster Luca Kilian. Der 19-Jährige Ex-Dortmunder hinterließ in den Testspielen einen guten Eindruck und steht auch bei Baumgart hoch im Kurs: »Ich denke immer über Luca nach und er wird noch große Möglichkeiten bekommen, Spiele zu machen.« Schärfster Konkurrent für Strohdiek und auch Hünemeier wäre allerdings Sebastian Schonlau. Der Senkrechtstarter der vergangenen beiden Jahre laboriert seit sechs Wochen an einem Sehneneinriss in der Fußsohle, selbst ein Comeback im September ist fraglich.

Kein Fehlstart

Vordringlich sind die Verantwortlichen beim SCP aber bemüht, die null Punkte und sechs Gegentore nach zwei Spielen in keinem zu schlechten Licht stehen zu lassen. »Nach vorne läuft es richtig gut, auch spielerisch können wir in der 1. Liga mithalten«, sagte Manager Martin Przondziono und ist überzeugt: »Wir sind bundesligatauglich.« Ähnlich sah den Ligaauftakt auch Christopher Antwi-Adjei: »Wir können nicht nur Paroli bieten, wir können auch das Spiel machen. Das haben wir in Leverkusen und gegen Freiburg gezeigt.« Wobei es zwischen beiden Partien einen gravierenden Unterschied gibt: Bayer Leverkusen spielte alle drei Tore genial heraus, Freiburg profitierte von drei vermeidbaren Fehlern. Die wiederum nichts mit der Art des Paderborner Fußballs zu tun hatten, sondern eher mit der individuellen Qualität.

Przondziono will auch noch nicht von einem Fehlstart sprechen . Schon der Zeitpunkt ist dem 50-Jährigen viel zu früh: »Wenn es auch nach fünf Spieltagen noch nicht mit den Punkten geklappt hat, wäre das sicher nicht gut. Aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen und werden uns verbessern.« Die einfachen Gegentore sind da auch nur ein Teil. Ein anderer ist die Chancenverwertung. »Wir müssen vor dem Tor noch mehr Ruhe bewahren«, fordert Baumgart und ist gleichzeitig überzeugt: »Irgendwann kippt die Waage auch mal auf unsere Seite.«

VfL Wolfsburg beeindruckt Baumgart

Den 3:0-Sieg von Paderborns nächstem Gegner VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC beobachtete Steffen Baumgart am Sonntagabend im Berliner Olympiastadion: »Diese brutale individuelle Qualität des VfL war sehr beeindruckend, was da mit Mehmedi oder Brekalo auch noch von der Bank kommt ebenso.« Paderborns Trainer sieht die Niedersachsen auf Augenhöhe mit Klubs wie Bayer Leverkusen, RB Leipzig oder TSG Hoffenheim. »Das ist eine völlig andere Kategorie als der FSV Mainz oder der SC Freiburg, Bei dem Potenzial, was in diesem Verein steckt, gehört der VfL zu den Kandidaten, die um einen Platz in der Champions League spielen.« Der SCP ist am Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr) in Wolfsburg zu Gast.

Kommentare

Richtig

Ich finde das gut so. Die Mannschaft hat das, was sie in den letzten Jahren erreicht hat, nur mit unerschütterlichem Teamgeist und gegenseitigem Rückhalt geschafft. Das Wissen, dass man auch Fehler machen darf, ist wichtig, um das mutige Spiel zu erhalten. Das hat mit Freifahrtschein nichts zu tun und heißt ja auch nicht, dass Fehler nicht angesprochen werden.
Ich bin hingegen ziemlich, dass Strohdiek über die Maßen motiviert sein wird im nächsten Spiel.

Er hat ja auch keine Alternative!?

Natürlich stellt sich Baumgart vor Strohdiek. Das ist richtig und lobenswert.
Aber er hat ja auch keine Alternative, das weiß er und Strohdiek weiß das auch. Für Baumgart zählt eigentlich nur die Leistung in Training und Spiel, so hat er es immer dargestellt. Aus diesem Grund war Tucker auch die letzte Rückrunde fast gar nicht mehr im Spiel, denn seine Leistung stimmte nicht.
Ihm jetzt einen Freifahrtschein zu geben zeigt deutlich, dass Kilian noch weit entfernt ist. Das ist sicherlich auch keine Motivation für Tucker.

2 Kommentare

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