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Do., 29.08.2019

Paderborns Neuzugang konnte sich in Huddersfield nicht durchsetzen Sabiris Neustart

Abdelhamid Sabiri war am Mittwoch zum ersten Mal für den SCP am Ball. Der Neuzugang trägt die Nummer 19.

Abdelhamid Sabiri war am Mittwoch zum ersten Mal für den SCP am Ball. Der Neuzugang trägt die Nummer 19. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). »Es war Liebe auf den ersten Blick«, sagt Abdelhamid Sabiri. Paderborns neuer Offensivspieler hatte Aufstieg und Ligastart des SC Paderborn via TV verfolgt und ist sicher: »Das ist genau meine Spielweise, damit steigen wir auch nicht ab.«

Mit viel Tempo immer nach vorne – Paderborns offensive Wucht hat Sabiri beeindruckt, die aktuelle Punktebilanz eher nicht. »Im Idealfall sechs, verdient wären auf jeden Fall vier Zähler gewesen«, rechnet der Neue den Ligastart gegen Leverkusen und Freiburg hoch und sagt: »Die null Punkte sind schade, aber mit diesem Fußball werden wir Erfolg haben. Das ist nur eine Frage der Zeit.«

Der U21-Nationalspieler (fünf Spiele, ein Treffer) von Absteiger Huddersfield Town kam in der englischen Premier League gar nicht zurecht. Nur 13 Einsätze kann der Rechtsfuß nach zwei Jahren vorweisen.

Wochenlanger Ausfall

»Ich kam als sehr junger Spieler mit nur neun Einsätzen als Profi. Meine Trainer setzten auf Erfahrung und glaubten, die Alten könnten mit Druck besser umgehen«, sagt Sabiri, der sich dann auch noch das Schlüsselbein brach und wochenlang ausfiel. »Manchmal erden solche Dellen in einer Laufbahn auch den Spieler«, sagt Trainer Steffen Baumgart und spricht damit indirekt ein anderen Punkt an: Sabiri gilt als schwierig.

Höhepunkt war sein Wechsel vor zwei Jahren. Der Deutsch-Marokkaner wollte unbedingt in die Premier League und deshalb den 1. FC Nürnberg verlassen. Bei den Franken hatte er sich gerade erst mit fünf Toren in neun Zweitligaspielen in den Fokus geschossen, als das Angebot von Huddersfield Town mit dem deutschen Trainer David Wagner (jetzt Schalke 04) kam.

Wechsel erzwungen?

Der Traditionsklub wollte das Nachwuchstalent nicht ziehen lassen, am Ende soll Sabiri mit Arbeitsverweigerung und Disziplinlosigkeit den Transfer für eine Ablösesumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro erzwungen haben. »Viele Sachen stimmen so nicht oder waren intern völlig anders besprochen als später nach außen kommuniziert wurde«, sagt Sabiri und fügt an: »Wenn ich so ein Typ wäre, hätte mich der SCP nicht geholt. Denn gerade dieser Verein steht für das Gemeinsame.« Przondziono kannte die »Geschichten um Sabiri«, sammelte deshalb im Umfeld seines Neuzugangs Informationen. Auch bei U21-Nationaltrainer Stefan Kunz. »Alle Meinungen gingen in die gleiche Richtung: Der Junge ist gereift und passt zu uns.«

Zum SCP kam er ablösefrei, weil er zu Wochenbeginn seinen ursprünglich noch bis 2020 laufenden Vertrag in England aufgelöst hatte. »Wir haben damit auch einen Wert für den SC Paderborn geschaffen«, sagt Przondziono. Wobei es auch einer mit Klauseln ist. Sabiri hat sich zwar bis 2o21 mit Option auf ein drittes Jahr an die Ostwestfalen gebunden, könnte aber für eine festgeschriebene Ablösesumme auch wieder gehen.

Jetzt muss der vielseitige Offensivspieler aber erst einmal ankommen. Gestern Nachmittag absolvierte Sabiri seine erste Trainingseinheit, zum Aufgebot für das nächste Bundesligaspiel am Samstag in Wolfsburg wird er aber wohl noch nicht zählen: »Auch Sabiri muss sich in den Kader kämpfen«, sagt Baumgart und verweist auf die folgende Länderspielpause mit zwei Testpartien.

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