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Mo., 02.09.2019

Paderborns Profi zeigt erst den »Scheibenwischer« und foult später noch rüde Gjasula doppelt im Glück

Rüdes Einsteigen gegen Yannick Gerhardt: Für dieses üble Foul sah Paderborns Klaus Gjasula nur die Gelbe Karte.

Rüdes Einsteigen gegen Yannick Gerhardt: Für dieses üble Foul sah Paderborns Klaus Gjasula nur die Gelbe Karte. Foto: imago

Paderborn(WB/MR). Für den größten Aufreger des Spiels sorgte Klaus Gjasula, als in der Wolfsburger Volkswagen-Arena bereits Minute sechs der Nachspielzeit lief: Paderborns defensiver Mittelfeldspieler räumte an der rechten Außenlinie den eingewechselten Yannick Gerhardt ab – ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben, den Ball zu spielen.

»Wenn Klaus dafür Rot gesehen hätte, wäre von mir kein Widerspruch gekommen«, räumte Manager Martin Przondziono später ein. »Er geht da übertrieben rein, das war eine Attacke nur gegen den Mann. Rot wäre nicht übertrieben gewesen«, sagte auch Trainer Steffen Baumgart. Teamkollege Christian Strohdiek war glücklich, dass er die Szene nicht auf dem Platz bewerten musste und hielt sich deshalb hinterher mit seinen Kommentaren merklich zurück: »Ich bin froh, dass der Klaus nur Gelb gesehen hat.« Mit einem breiten Grinsen schob der Kapitän noch diesen Satz nach: »Für mich hat der Schiedsrichter mal wieder richtig entschieden.«

Der Unparteiische Daniel Schlager bewertete die Szene tatsächlich anders und beließ es bei einer Verwarnung. Das brachte die ohnehin aufgebrachte VfL-Bank noch mehr in Wallung, die Spieler der Niedersachsen ebenso. Mittendrin war natürlich Gjasula. Paderborns Mann mit dem Helm verstand die ganze Aufregung ohnehin nicht und meinte: »Für mich war es eine Gelbe Karte, nicht mehr. Ich bin schließlich nicht mit offener Sohle in den Gegner reingesprungen.«

Darum griff der Videoschiedsrichter nicht ein

Der Videoschiedsrichter griff übrigens nicht ein. Das hätte er getan, wenn das Foul von Gjasula eine glasklare Rote Karte hätte nach sich ziehen müssen. So war es nach Meinung des »Kölner Kellers« nicht. Am Ende war aber eines wichtiger: Gerhardt blieb unverletzt.

Viele urteilten anders, Baumgart war am Samstag aber auch bemüht, seinen Spieler in dieser Situation nicht als üblen Treter abstempeln zu lassen: »Klaus muss Rot sehen, aber er hat in dieser Situation auch für seine Mannschaft alles riskiert.« Zur Erklärung: Gerhardt wäre auf der rechten Seite durch gewesen, der VfL Sekunden vor dem Ende in Überzahl auf das Tor von SCP-Schlussmann Jannik Huth gestürmt.

Baumgart ärgert sich

Baumgart ärgerte im Übrigen auch, dass nur Gjasulas Foul mediale Aufmerksamkeit bekam. Dass einige Minuten zuvor der eingewechselte Admir Mehmedi Torwart Huth anging, wurde dagegen kaum thematisiert. Baumgart meinte dazu: »Ich finde es komisch, wenn ein klarer Angriff auf den Torwart ungeahndet bleibt. Jannik lag verletzt am Boden, aber alle waren unschuldig.« Der angeschlagene Huth ließ den Ball dann fallen, »Mo« Dräger konnte den Nachschuss von Felix Klaus gerade noch vor der Linie klären.

Bei der Szene war Gjasula auch sichtbar beteiligt. Als der Pfiff vom Schiri ausblieb, kam von ihm ein »Scheibenwischer«. Schlager übersah das und reagierte nicht.  Da hätte der 29-Jährige schon verwarnt werden müssen. Die zweite Gelbe nach dem Foul wäre dann in Summe Gelb-Rot und ein Spiel Sperre gewesen. So gesehen hatte Gjasula sogar doppelt Glück.

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