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Mi., 11.09.2019

Der gebürtige Paderborner Nübel spielt mit Schalke beim SCP Riesenfreude auf die Rückkehr

Ex-Paderborner Alex­ander Nübel ist mit Schalke 04 am Sonntag beim SCP.

Ex-Paderborner Alex­ander Nübel ist mit Schalke 04 am Sonntag beim SCP. Foto: dpa

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie schnell es im Sport gehen kann. Bis Januar 2019 war Alex­ander Nübel Ersatztorwart beim FC Schalke 04. Neun Monate später ist er Stammkeeper in der 1. Bundesliga und der wohl gefragteste Schlussmann in Fußball-Deutschland.

Am Sonntag (18 Uhr) ist der 22-Jährige mit den »Knappen« zu Gast beim SC Paderborn und kehrt zurück zu den Wurzeln. Und Nübel macht gar nicht erst den Versuch, diese 90 Minuten so zu bewerten wie alle anderen Duelle. »Ich freue mich riesig auf dieses Spiel. Ich werde immer Fan des SCP sein und habe, seitdem ich nicht mehr da bin, sehr aufmerksam auf Paderborn geschaut und mich sehr gefreut, dass es nach der Talfahrt wieder nach oben ging«, sagte er dem WESTFALEN-BLATT. Sowohl mit der Rückkehr Paderborns in die 1. Liga als auch damit, dass er an alter Wirkungsstätte als Nummer eins aufläuft, sei so nicht zu rechnen gewesen.

Dass die Partie in der Benteler-Arena für Nübel kein normales Fußballspiel ist, versteht sich bei seiner Vita von selbst. In Paderborn geboren, im Salzkottener Stadtteil Tudorf aufgewachsen und beim dortigen TSV seine sportliche Laufbahn begonnen, wechselte er 2005 zum SCP. »Ich war zehn Jahre im Verein, meine Freundin kommt von hier, meine Eltern und meine besten Freunde wohnen noch immer da«, sagt er.

SCP-Jugendtrainer Cirrincione machte ihn zum Torwart

Seine ersten fußballerischen Schritte machte er auf dem Feld, bis ihn SCP-Jugendtrainer Marco Cirrincione zum Torwart umfunktionierte. Doch nicht Cirrincione, auch nicht André Breitenreiter, der ihn vom SCP mit nach Schalke nahm, oder Domenico Tedesco, der Nübel zur königsblauen Nummer eins machte, hat er am meisten zu verdanken. »Simon Henzler«, sagt er in diesem Zusammenhang ohne Zögern. Der Ex-Bielefelder war schon zur Paderborner Zeit sein Torwarttrainer und formte Nübel zu dem, der er heute ist: »Simon gibt mir positive Energie, das ist sehr wichtig für mich.«

Dass ihn der neue Chefcoach David Wagner zum Kapitän machte, sei für ihn eine »große Ehre«. Den Hype um seine Person versucht er auszublenden. Ob die Kampfansage seines Konkurrenten Markus Schubert, die Nachfolge von Manuel Neuer beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft oder das neue Vertragsangebot der Schalker, wonach sich sein jährlicher Verdienst von 600.000 auf fünf Millionen Euro erhöhen soll. »Die mediale Präsenz im Ruhrgebiet ist riesig. Ich habe mir seit einiger Zeit angewöhnt, das nicht mehr zu verfolgen. Das ist auch ein Riesenaspekt für mich, häufig nach Hause zu fahren, weil ich sowohl mit meinen Eltern als auch mit meinen Kumpels nur wenig über Fußball rede«, sagt Nübel.

Erfolge sind schön, aber nicht alles

In der Entscheidungsphase über seine Zukunft (der Vertrag auf Schalke läuft 2020 aus) sei er »mittendrin« und bezeichnet Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider als »guten Partner«. Dabei ist es für den amtierenden U21-Vize-Europameister gar nicht so wichtig, wo er in den nächsten Jahren spielt, wie viele Länderspiele er absolviert und wie viele Titel er holt. »Ich möchte so viele Spiele machen wie möglich und einfach eine gute Zeit haben«, sagt er.

Erfolge sind schön, aber nicht alles. Der menschliche Umgang ist für »Alex« eine wichtige Komponente. So hat er nie vergessen, wie sich Schalkes damaliger Stammtorwart Ralf Fährmann um ihn gekümmert hat, als er vor mehr als vier Jahren alleine nach Gelsenkirchen zog. »Als ich Ralle verdrängt habe, war er sehr enttäuscht, aber er hat das total professionell aufgenommen. Vor meinem ersten Spiel hat er mir Mut gemacht und mir so eine große Sicherheit gegeben«, erinnert sich Nübel. Inzwischen spielt Fährmann mit Norwich City in der englischen Premier League, der Kontakt ist aber nach wie vor gut.

Zum SCP gibt es kaum noch Verbindungen, nach Paderborn und Tudorf dagegen reichlich. Da ist es selbstverständlich, dass am Sonntag einige Arena-Besucher dem Torhüter der Gäste die Daumen drücken. Der bezeichnet den Saisonstart mit vier Punkten aus drei Spielen »gegen starke Gegner als relativ ordentlich«, weiß aber auch: »Der SCP hat bisher zwar noch nicht so viel gepunktet, aber sehr gut gespielt. Das wird interessant, jedoch für uns sicher nicht einfach.« Für Alexander Nübel wird es aber auf jeden Fall etwas ganz Besonderes.

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