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Sa., 14.09.2019

Paderborns Verteidiger hat ganz schlechte Erinnerungen an Schalke – mit Video Hünemeiers bitterster Moment

Die entscheidende Szene am 16. Mai 2015 »auf Schalke«. Nach diesem Schubser von Klaas-Jan Huntelaar an Uwe Hünemeier (links) schlägt es im SCP-Kasten ein. Hünemeiers Kopfball-Eigentor besiegelt Paderborns Niederlage, rechts Michael Heinloth.

Die entscheidende Szene am 16. Mai 2015 »auf Schalke«. Nach diesem Schubser von Klaas-Jan Huntelaar an Uwe Hünemeier (links) schlägt es im SCP-Kasten ein. Hünemeiers Kopfball-Eigentor besiegelt Paderborns Niederlage, rechts Michael Heinloth. Foto: imago

Von Peter Klute

Paderborn(WB). Es gibt Spiele, die sind schnell abgehakt. Es gibt aber auch Partien, die vergisst man nicht. Für Uwe Hünemeier trifft das auf das jüngste Duell des SC Paderborn beim FC Schalke 04 zu. Es war der 16. Mai 2015 – ein Tag, der ihm ein Leben lang in Erinnerung bleiben wird. An diesem Sonntag (18 Uhr) kommt es in der Benteler-Arena zum Wiedersehen mit Königsblau.

»Ja, das kann man so sagen«, antwortete Hünemeier seinerzeit dem WESTFALEN-BLATT auf die Frage, ob dieser vorletzte Spieltag das frustrierendste Erlebnis in seiner bisherigen Karriere war. Der SCP dominierte, verlor aber durch einen späten Treffer in der 88. Minute sehr unglücklich mit 0:1. Es war ein Eigentor von Hünemeier. »Ich will den Ball nach vorne köpfen, spüre ein Schieben und komme etwas aus dem Gleichgewicht. Der Ball rutscht mir über den Scheitel und geht in die falsche Richtung«, schilderte der damalige Kapitän später den Luftkampf mit Klaas-Jan Huntelaar, nachdem Tranquillo Barnetta den Ball nach innen geflankt hatte. Keeper Lukas Kruse kam zu spät.

Mit mehr als vier Jahren Abstand sagt »Hüne«: »Wir waren die klar bessere Mannschaft, haben es aber einfach nicht geschafft, das Tor zu machen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich gefoult worden bin, aber alles in allem war es ganz bitter und sehr enttäuschend, weil es auch eine Vorentscheidung gegen uns im Abstiegskampf war.«

Für Hünemeier war es der »Gnadenstoß« von Gelsenkirchen, der den inzwischen 33-Jährigen auch heute immer noch »extremst ärgert«. Er blickt noch einmal zurück: »Die Reaktionen der Schalker Fans nach dem Schlusspfiff haben gezeigt, dass wir ein super Spiel gemacht haben, aber davon konnten wir uns leider nichts kaufen.« So ähnlich fühlen sich Hünemeier und der SCP aktuell. Drei gute bis sehr gute Spiele, aber nur ein Punkt: Das ist die Bilanz. »Wir haben für unsere gezeigten Leistungen zu wenig Punkte. Jeder Fehler wird bestraft, egal gegen wen. Aber wir müssen uns vor keinem verstecken«, nennt er seine wichtigsten Erkenntnisse.

Auch wenn die Bundesliga für ihn kein Neuland und er mit seinen 33 Jahren der Erfahrenste im Kader ist, sie ist etwas Besonderes. »Wenn du mit dem SC Paderborn dort spielst, darf das nie alltäglich werden. Das wäre das falsche Zeichen«, sagt er. Einen persönlichen Unterschied zur ersten Erstligasaison mit dem SCP erkennt er dann aber doch: »Obwohl ich nach wie vor dem Fußball alles unterordne, sehr ehrgeizig bin und auch im Training jedes Spiel gewinnen will, bin ich im Alter gelassener geworden.« Das war nicht immer so. Die erwähnte Niederlage bei den Knappen hatte ihn so getroffen, dass er unmittelbar nach dem Abpfiff schwieg und verschwand. Erst einen Tag danach bezog er öffentlich Stellung.

Die Fußball-Welt in der Schalker Arena war auf den Kopf gestellt. Die Sieger wurden von den eigenen Anhängern erst boykottiert und dann ausgepfiffen, die Verlierer bejubelt. »Wir haben die Herzen verloren, ich kann mich nur entschuldigen«, sagte S04-Sportvorstand Horst Heldt und SCP-Trainer André Breitenreiter, der kurz danach Roberto Di Matteo als Schalke-Coach ablöste, stellte fest: »So etwas habe ich in meiner Trainerlaufbahn noch nie erlebt.« Dabei hatten die Knappen gerade die Qualifikation für die Europa League perfekt gemacht, während für die Ostwestfalen der direkte Wiederabstieg so gut wie besiegelt und nach dem Saisonfinale eine Woche später perfekt war.

Jetzt gibt es Gelegenheit zur Revanche und Uwe Hünemeier ist beim SCP neben Kapitän Christian Strohdiek der einzig Verbliebene von damals. Auch bei der 1:2-Niederlage in der Hinrunde hatten sie das Paderborner Pärchen in der Innenverteidigung gebildet. So wie diesmal, nur das Ergebnis soll ein anderes sein. »Das 1:1 in Wolfsburg war sehr wichtig für uns. Jetzt wollen wir bei toller Flutlicht-Atmosphäre in einem ausverkauften Stadion den ersten Sieg, auch wenn wir wissen, dass Schalke stark ist und es nicht einfach wird«, sagt Hünemeier. An den 15. September 2019 möchte er sich definitiv gerne erinnern.

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