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So., 15.09.2019

1:5 – SC Paderborn führt und gibt das Spiel gegen S04 dann komplett aus der Hand — mit Video Schalke erteilt eine Lehrstunde

Die Schalker hatten in Paderborn jede Menge zu feiern.

Die Schalker hatten in Paderborn jede Menge zu feiern. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Paderborn (WB). Auch im vierten Anlauf bleibt der SC Paderborn in der Bundesliga ohne Sieg: Gegen den FC Schalke 04 verlor der Aufsteiger am Sonntagabend absolut verdient mit 1:5 (1:1).

»Wir hatten in unserem Spiel zu viele Fehler. Schalke hat über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht. Das 1:1 zur Pause war für uns schon schmeichelhaft. Es ist ein hartes, aber gerechtes Ergebnis«, fasste SCP-Trainer Steffen Baumgart zusammen. Schalke-Coach David Wagner sagte: »Wir haben gut nach dem Rückstand reagiert. Zur Halbzeit hätten wir sicher schon führen können. Die Jungs haben in der zweiten Halbzeit genau so weiter gespielt und wir haben am Ende verdient gewonnen.«

Dass die zuvor auch drei Partien ohne Sieg Steffen Baumgart noch längst nicht verunsichern, unterstrich der SCP-Trainer mit seiner Personalwahl: Gegen den FC Schalke lief dieselbe Startelf auf wie gegen Freiburg (1:3) und beim VfL Wolfsburg (1:1).

Souza trifft zum 1:0 für den SCP. Foto: Starke

Etwas anderes war ebenfalls wie immer: Der Aufsteiger blieb seiner Sturm-und-Drang-Methode treu und versteckte sich von Beginn an nicht. Respekt vor Königsblau? Fehlanzeige. Und wer offensiv denkt und agiert, der wird vorne belohnt. Nach einem schlechten Pass von Schalkes Caliguiri landete der Ball bei Sven Michel. Der marschierte die linke Außenbahn herunter und flankte. Im Strafraum hatte der sträflich allein gelassene Cauly Oliveira Souza kein Problem, zur Führung einzuköpfen (8.).

Vorteil Paderborn auf ganzer Linie: Mit der Führung im Rücken ließ es sich nicht nur deutlich leichter agieren, auch das eigene Stadion war gleich voll da. Aus Sicht der Gäste war damit der denkbar schlechteste Start perfekt.

Schalkes Sané gleicht aus

Schalkes Reaktion war spielerische Dominanz und der Vorwärtsgang – allerdings ohne damit für großen Effekt zu sorgen. Näher dran ans Tor kam zunächst weiter nur der SCP. Erst durch Mohamed Dräger (21.), dann durch Sebastian Vasiliadis, der eine flache Hereingabe nur ganz knapp verfehlte (25.). Als es hinten dann doch mal brenzlig wurde, war Jannik Huth zur Stelle. Mark Uths Schuss entschärfte Paderborns Schlussmann in letzter Sekunde (28.). Genauso wie Guido Burgstallers Kopfball (30.).

Schalke tastete sich heran, was das Paderborner Publikum spürte. Das Stimmungshoch auf den Tribünen schien mehr und mehr abzuebben. Die SCP-Fans ließen die zunehmende Dominanz scheinbar erst einmal auf sich wirken, um dann von einem Schalker Freudenschrei aus der Beobachterolle gerissen zu werden. Nach einer Flanke stieg der königsblaue Hüne (1,96 Meter) Salif Sané am höchsten im Strafraum und glich per Kopf aus (33.).

Die Schalker hatten dem Liganeuling das Spiel mittlerweile komplett aus der Hand genommen. Paderborn konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ließ der SCP wieder Gefahr aufblitzen. Nach einem Traumpass von Vasiliadis setzte Michel den Ball allerdings aus kurzer Distanz neben das Tor.

Paderborn fehlt die zündende Idee

Der Ärger über diese vergebene Chance verwandelte sich kurz nach dem Wiederanpfiff in Paderborner Frust. Noch nicht einmal vier Minuten waren gespielt, als Suat Serdar den FC Schalke mit 2:1 in Führung brachte – der Mittelfeldspieler hatte von der Strafraumgrenze abgezogen uns ins untere rechte Eck getroffen. SCP-Verteidiger Uwe Hünemeier hatte den Ball noch leicht abgefälscht.

Während der Revierklub weiter sein Spiel aufzog, fehlten dem Baumgart-Team sichtlich die Ideen, wie man zurück in die Partie hätte finden können. Eine mögliche Ideenfindung wurde zudem durch weitere Schalker Angriffe erschwert. Erneut war Huth zur Stelle, als Schalkes Burgstaller es per Kopf versuchte (56.).

Es passierte lange nichts mehr im Paderborner Stadion, bis erneut S04 zuschlug. In der 71. Minute machte Amine Harit den Deckel drauf. Mit links verwandelte der Schalker ins die linke untere Ecke.

Erst nach der klaren Schalker Führung bäumte sich auch der SC Paderborn wieder ein wenig mehr auf. Doch das genügte am Ende nicht mehr. Der eingewechselte Ahmed Kutucu erzielte kurz vor Schluss noch das 4:1 für die Gäste (83.) und Harit legte das 5:1 nach (85.) – eine bittere Lehrstunde für den SCP.

Nun ist der Aufsteiger am Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC gefordert. Eine Woche später ist Meister Bayern München in Paderborn zu Gast.

Hier geht es zur Bilderstrecke.

Paderborn: Huth - Dräger, Hünemeier, Strohdiek, Collins - Souza, Gjasula (78. Sabiri), Vasiliadis, Antwi-Adjej - Mamba (73. Pröger), Michel (58. Gueye)

Schalke: Nübel - Kenny, Stambouli, Sané, Oczipka - Serdar (86. Kabak), Mascarell, Caligiuri (61. Mc Kennie), Harit, Uth (67. Kutucu) - Burgstaller

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Souza (8.), 1:1 Sané (33.), 1:2 Serdar (49.), 1:3 Harit (71.), 1:4 Kutucu (83.), 1:5 Harit (85.)

Gelbe Karten: Michel, Gjasula / Kenny

Kommentare

Locker bleiben


Ruhig bleiben - solche Ergebnisse passieren halt, wenn man mit einem nicht-Erstliga-Etat in die Saison geht.

150.000 Euro hatte der SCP vor der Saison für Neuverpflichtungen. So viel Geld verdient ein Topverdiener in der Bundesliga innerhalb von 4 Tagen. Also ein einzelner Spieler verdient in 4 Tagen soviel, wie der ganze Verein für die ganze Saison für neue Spieler zur Verfügung hat. Das muß man sich mal vergegenwärtigen.

Jedes Spiel des SCP in der ersten Liga ist ein großes Geschenk. Und Baumgart wird aus so einer heftigen Niederlage die richtigen Schlüsse ziehen.

Ruhig Blut - die Spiele gegen Union, Düsseldorf, Köln, Mainz und Ausburg kommen alle noch.

Laß die Jungs mal machen. Und im Winter eine Verstärkung in der Defensive besorgen.

1 Kommentare

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