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Di., 17.09.2019

Aufsteiger sucht nach dem 1:5 gegen Schalke aber andere Lösungen Paderborn bleibt sich treu

Das ging ins Auge: Paderborns Trainer Steffen Baumgart, hier mit Tochter Emilia, verlässt nach dem 1:5 das Spielfeld. Links steht Co-Trainer Daniel Scherning, rechts diskutieren Sebastian Vasiliadis und Uwe Hünemeier.

Das ging ins Auge: Paderborns Trainer Steffen Baumgart, hier mit Tochter Emilia, verlässt nach dem 1:5 das Spielfeld. Links steht Co-Trainer Daniel Scherning, rechts diskutieren Sebastian Vasiliadis und Uwe Hünemeier. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Stößt der SC Paderborn in der 1. Liga mit seinem risikoreichen und mutigen Offensivfußball an seine Grenzen? Oder steckt die junge Mannschaft noch in einer Entwicklungsphase? Zumindest in der Länderspielpause hat sich noch nichts verbessert.

Was gut ist, dass weder Trainer noch Spieler im Nachklang versuchten, das 1:5 gegen Schalke 04 auch nur im Ansatz schönzureden. »Wir waren vorne nicht in der Lage, den Ball zu sichern und hinten konnten wir vier von fünf Gegentoren in Überzahl nicht vernünftig verteidigen«, fasst Steffen Baumgart seine höchste Punktspielniederlage als Paderborner Trainer zusammen.

Hohes Pressing mit laufbereiten Spielern, kurze Ballkontakte, mutiges Vertikalspiel – das ist im Idealfall Paderborns Spiel. So stieg das Team von der 3. bis in die 1. Liga auf. Doch die große Frage ist, ob dieser Stil auch auf die Bundesliga übertragbar ist. »Wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen«, sagt Christian Strohdiek fast trotzig. Er plädiert dafür, dass sich der SCP treu bleibt. Dabei waren es gerade die schnellen und einfachen Ballverluste, die den Gästen aus Gelsenkirchen Räume verschafften, die sie gnadenlos ausnutzten. Der Glaube des Kapitäns an die eigene Spielidee wirkt dennoch unerschütterlich: »Wenn wir das zeigen, was wir können, stellen wir jede Mannschaft vor Probleme. Das haben die ersten drei Spiele gezeigt.«

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Wir werden es nie schaffen, über 90 Minuten nahezu fehlerlos zu spielen.

SCP-Kapitän Christian Strohdiek

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Da war der SC Paderborn gut, nahm aber auch nur einen Punkt mit, weil Leverkusen, Freiburg und Wolfsburg Lösungen entwickelten, der SCP selbst nicht konsequent verteidigte oder die sich bietenden Möglichkeiten nur unzureichend nutzte. »Wir werden es nie schaffen, über 90 Minuten nahezu fehlerlos zu spielen. Aber was wir schaffen müssen, ist, dass wir uns an das hohe Bundesliganiveau gewöhnen, um damit die Fehlerquote runterzufahren«, fordert Strohdiek und versucht gleichzeitig, das Positive nach vorne zu schieben: »Wir haben bislang in jedem Spiel getroffen. Das war auch mal anders.«

Auch Manager Martin Przondziono will von einer Systemumstellung nichts wissen : »Wir verlassen nicht den Kurs, wir gehen weiter nach vorne, wir müssen es nur besser machen.«

Nicht die letzte Lehrstunde

Steffen Baumgart scheint davon auszugehen, dass das 1:5 nicht die letzte Lehrstunde war und beugt schon mal vor: »Es wird noch das eine oder andere Spiel geben, das uns zeigen wird, was wir noch nicht können.« Gleichzeitig hofft er, sehr schnell die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Aufarbeitung hat längst begonnen, dass die für die Spieler unangenehm werden wird, dürfte niemanden überraschen. Strohdiek erwartet eine verschärfte Tonlage: »Wir werden als Mannschaft eine deutliche Ansprache zu hören bekommen.«

Die sollte idealerweise schon am Samstag in Berlin wirken. Von einem Abstiegsduell zu sprechen, wäre nach vier Spieltagen albern. Dass der Vorletzte beim Letzten antritt, ist Fakt. Dass die einzigen noch sieglosen Mannschaften aufeinandertreffen, ebenso. »Es ist zumindest ein Spiel mit einer besonderen Konstellation«, sagt Strohdiek und stellt sich Frage die nach der richtigen Vorbereitung: »Da braucht es schon ein paar Tage, um so ein 1:5 aus den Knochen zu schütteln.«

Trockener Spruch

Baumgart, immer für einen trockenen Spruch zu haben, war nach dem Desaster bedient. »Sie werden jetzt von mir nicht hören, dass ich lieber einmal 1:5 als fünfmal 0:1 verlieren«, beugte er in der Pressekonferenz nach dem Spiel gleich vor. Wobei nur ein Gegentor pro Spiel den SCP weit nach vorne bringen würde. Im Moment sind es im Schnitt drei.

Kommentare

fehlende Innenverteidigung

Hatte nach dem Freiburgspiel einen Kommentar verfasst der voll zutrifft, In der Tranferperiode wurde die schwache Innenverteidigung nicht verstärkt .
zu den schwachen Innenverteidigern gesellt sich ein schwacher Torwart . Michael Ratychak würde der Hintermannschaft mit seiner Erfahrung mehr Halt geben und sie besser stellen .Der Hurrafussball kann in der 1 .Bundesliga nicht durchgezogen werden .
Aus kompakter Abwehr muss man mit den schnellen Offensivspielern Nadelstiche setzen .Kommt kein Umdenken hat man zur Winterpause keine 10 Punkte .

1 Kommentare

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