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Sa., 21.09.2019

Paderborns gebürtiger Berliner Nico Burchert sieht gute SCP-Chancen »Für Hertha ist die Luft dünn«

Paderborns Torwarttrainer Nico Burchert ist gebürtiger Berliner und wähnt die Hertha bereits mächtig unter Druck.

Paderborns Torwarttrainer Nico Burchert ist gebürtiger Berliner und wähnt die Hertha bereits mächtig unter Druck. Foto: Besim Mazhiqi

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Nico Burchert kennt sich aus mit der berühmten Berliner Luft. Mehr als 20 Jahre lang hat sie der heutige Torwarttrainer des SC Paderborn täglich eingeatmet und er weiß: »Für Hertha BSC ist die Luft nach dem Fehlstart schon jetzt sehr, sehr dünn.«

Seit 2008 steht der gebürtige Berliner beim SCP unter Vertrag. Selbst brachte er es hier auf dem Posten zwischen Pfosten nur zu exakt einem Drittligaeinsatz. Als Coach der Keeper ist er allerdings spätestens seit 2015 unverzichtbar.

Und nach elf Arbeitsjahren fühlt sich der 1,92 Meter lange Blonde mittlerweile mehr als Paderborner denn als Berliner. Drei weitere gute Gründe dafür sind die drei kleinen Burcherts: Kim (7), Yannick (4) und der erst zwei Wochen alte Elias haben das Licht der Welt allesamt in der Domstadt erblickt. Dass die Bundeshauptstadt für ihn und seine ebenfalls aus Berlin stammende Frau Harriet immer von ganz besonderer Bedeutung bleibt, versteht sich von selbst.

Mit den Boatengs abgeräumt

Dass dieser fünfte Bundesliga-Spieltag am Samstag (15.30 Uhr/Sky) keiner wie jeder andere ist, ebenfalls. Zumal der 32-Jährige auch eine intensive Hertha-Historie vorzuweisen hat: Zum einen gewann das ehemalige Torwarttalent in der B- und A-Jugend an der Seite der beiden berühmten Boatengs Jerome und Kevin-Prince fast alles: »Die zwei waren sehr in Ordnung, ganz feine Menschen und wir damals eine Art Goldene Generation.«

Zum anderen ging es für Burchert mit 19 Jahren zu den Amateuren, wo damals ein gewisser Ante Covic, der heutige Chefcoach der Alten Dame, als »absoluter Führungsspieler« das Sagen hatte und sein Potenzial, es auch mal als Trainer weiter zu bringen, bereits zu erkennen war.

Vier Spieltage ist der 44-jährige Kroate nun im Amt und muss schon erfahren, wie dünn die viel besungene Berliner Luft werden kann. Der mehr als 200 Millionen Euro schwere Einstieg von Investor Lars Windhorst hat den Hang zur Ungeduld nicht gerade verringert. »Berlin ist eine Medienstadt und eine Stadt der Extreme. Da herrscht eigentlich immer Unruhe. Gerade in Sachen Fußball kann sich die Stimmung sehr, sehr schnell in beide Richtungen drehen«, sagt Burchert.

Ein Duell der Gegensätze

Die Hertha hat noch immer nur den einen Zähler auf dem Konto, den sie sich direkt zum Auftakt beim Meister in München verdient hat. Es folgten drei Niederlagen, die dafür sorgen, dass der größte Bundesliga-Standort und der nach Hoffenheim und Wolfsburg drittkleinste mit identischer Ausbeute in den direkten Vergleich gehen und trotzdem sind die Voraussetzungen gänzlich andere.

Selbst das Duell der Tabellennachbarn ist für den SCP ein Duell der Gegensätze. Genau das ist der Punkt, in dem Burchert die größte Paderborner Chance ausmacht: »Es gibt für Hertha nichts Ekligeres, als in dieser Situation im großen Olympiastadion gegen den kleinen SC Paderborn spielen zu müssen. Mit der aggressiven Art und Weise, wie wir Fußball spielen, können wir da sehr, sehr schnell für eine ganz Menge Unruhe sorgen. Wenn wir das Stadion unruhig bekommen, wird auch der Gegner unruhig und dann können wir da unter Garantie einiges mitnehmen.«

0:2, 2:2 (2. Liga) und 0:2 (1. Liga) hieß es für den SCP bislang in den Spielen bei der Hertha, eine Variante fehlt noch. »Es ist an der Zeit, dass wir da mal einen Sieg holen«, sagt Burchert. Dass die Berliner Luft nach einem Dreier für den Gast noch dünner würde, wäre ihm egal. Er fühlt sich ohnehin mehr als Paderborner.

SCP-Kader unverändert – Fan-Banner am Trainingsplatz

Steffen Baumgart hat am Freitag den 20er-Kader mit nach Berlin genommen, dem er auch vor der 1:5-Niederlage gegen Schalke 04 das Vertrauen geschenkt hatte. Etwa 800 Fans werden das Team unterstützen und haben das vor der Abfahrt schon mit einem Banner auf dem Trainingsplatz getan. Darauf war zu lesen: »Der Kopf bleibt oben & die Stadt hinter euch.«

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