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Sa., 21.09.2019

Aufsteiger verliert in Berlin unglücklich mit 1:2 Der SCP ist Letzter

Christopher Antwi-Adjei (l) vom SC Paderborn stolpert über die Beine von Lukas Klünter von Hertha BSC Berlin.

Christopher Antwi-Adjei (l) vom SC Paderborn stolpert über die Beine von Lukas Klünter von Hertha BSC Berlin. Foto: dpa

Von Elmar Neumann

Berlin (WB). Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn 07 muss weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Im Kellerduell des fünften Spieltags unterlag der SCP beim bis dahin punktgleichen Hertha BSC unglücklich mit 1:2 (0:1) und rutschte auf den letzten Tabellenplatz ab.

Trainer Steffen Baumgart hatte nach dem 1:5 gegen Schalke 04 über einige Änderungen in der Startelf nachgedacht, nahm aber letztlich nur eine einzige vor. Im Angriff feierte Ben Zolinski seine Bundesliga-Premiere in der Anfangsformation. Der 27-Jährige, für den Streli Mamba seinen Platz räumen musste, war zuvor gegen Leverkusen und Wolfsburg nur zu insgesamt zehn Einsatzminuten gekommen.

Aus diesen zehn waren gerade 20 geworden, da setzte Herthas Holländer Javairo Dilrosun zu einem Solo an, das niemals von Erfolg hätte gekrönt werden dürfen und es doch wurde. Auf dem langen Weg von der linken Außenbahn bis an den Fünfmeterraum ließ der 21-Jährige gleich sechs (!) viel zu passive Paderborner stehen und abschließend auch Keeper Jannik Huth keine Abwehrchance.

Wer jetzt damit gerechnet hatte, die Auflösungserscheinungen in Reihen des Aufsteigers würden sich im weiteren Spielverlauf fortsetzen, der sah sich allerdings schnell getäuscht. Nur drei Minuten nach dem Rückstand bot sich Sebastian Vasiliadis die Gelegenheit zum 1:1, doch Berlins Torwart Rune Jarstein wehrte seinen Kopfball aus kurzer Distanz ab. Der Augsleich sollte auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nicht mehr fallen, aber abgesehen vom Zwischenstand sprach nach den 45 Minuten viel für die Gäste. Während die Hausherren nach dem Treffer keinen einzigen Torschuss mehr verbuchten, kam der SCP acht Mal zum Abschuss. Wie Vasiliadis scheiterte jedoch auch Sven Michel im direkten Duell mit Jarstein (27.).

Die Richtung stimmte und wurde vom SCP auch nach Wiederbeginn beibehalten. Bereits in Minute 47 gab’s den nächsten Versuch, den Christopher Antwi-Adjei aus spitzem Winkel an das Außennetz setzte. Hier bereits der neunte Paderborner Torschuss und auf der anderen Seite wenig später erst der dritte der Berliner, mit dem Marius Wolf für die Hertha aber prompt auf 2:0 stellte (52.). Die Elf von Coach Ante Covic blieb effizient, die von Steffen Baumgart unbeeindruckt. Auf Zuspiel von Mohamed Dräger garnierte Zolinski seinen Auftritt mit einer weiteren persönlichen Premiere, dem Treffer zum 1:2 (54.), dem Cauly Souza per Fernschuss nur zwei Minuten danach beinahe das 2:2 hätte folgen lassen. Keine Frage: Die bislang bessere Mannschaft lag zurück. In einer nun wesentlich abwechslungsreichen Partie kam nun aber auch die Hertha häufiger zu Möglichkeiten und fast zum 3:1. Vladimir Daridas ausgiebiger Jubel wurde aber erst von Schiedsrichter Frank Willenborg und dann auch von der Kontrollinstanz in Köln als unberechtigt eingestuft (69.). Mit einer starken Fußabwehr beim Schuss von Marko Grujic (81.) hielt Huth die Seinen weiter im Rennen. Doch zum verdienten 2:2 wollte es nicht mehr reichen.

»Wir waren gut im Spiel, haben uns leider vor dem ersten Gegentor ein bisschen dämlich verhalten und auch vor dem zweiten einen Fehler gemacht. Insgesamt habe ich aber wieder ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen und mich freut vor allem, wie sie mit Widrigkeiten, wie den heutigen Gegentore, umgeht«, sagte Baumgart. Sein Berliner Pendant gab sogar zu, aus Respekt vor dem Paderborner Umschaltspiel eine spezielle Taktik gewählt zu haben. »Unsere Idee war es, Paderborn den Ball zu geben. Letztlich hat es funktioniert, aber es wäre mir lieber gewesen, wenn wir nach dem 2:0 nicht noch so kräftig hätten zittern müssen«, sagt Covic.

Den sechsten Anlauf zum ersten dreifachen Punktgewinn nimmt der SCP am kommenden Samstag, 28. September (15.30 Uhr, Benteler Arena). Die Erfolgsaussichten sind aber bescheidener denn je, denn der große Gast heißt FC Bayern München.

Hertha BSC: Jarstein – Klünter, Stark, Boyata, Plattenhardt – Skjelbred, Grujic, Wolf (70. Mittelstädt), Duda (46. Darida), Dilrosun – Selke (83. Ibisevic)

SC Paderborn 07: Huth – Dräger, Strohdiek, Hünemeier, Collins – Souza, Vasiliadis, Gjasula (78. Ritter), Antwi-Adjei (63. Pröger) – Zolinski, Michel (71. Sabiri)

Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 43.588

Tore: 1:0 Dilrosun (10.), 2:0 Wolf (52.), 2:1 Zolinski (54.)

Gelbe Karten: Selke, Klünter, Ibisevic, Dilrosun – Gjasula, Strohdiek, Vasiliadis, Ritter

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