Klaus Gjasula sammelt viel mehr Gelbe Karten als Paderborn Punkte
»Es wird höchste Zeit«

Paderborn (WB). 29 Jahre alt musste Klaus Gjasula werden, um zum ersten Mal in der Bundesliga und im Trikot der albanischen Nationalmannschaft auflaufen zu dürfen. Riskierte der überzeugte Helmträger einen egoistischen Blick auf die aktuelle Saison, könnte er (mit sich) sehr zufrieden sein, aber für eine Betrachtung aus der persönlichen Perspektive nimmt er sich keine Zeit.

Dienstag, 24.09.2019, 04:27 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 07:10 Uhr
Und immer droht die gelbe Gefahr: Hier duelliert sich Paderborns Klaus Gjasula mit dem Herthaner Marko Grujic. Foto: imago
Und immer droht die gelbe Gefahr: Hier duelliert sich Paderborns Klaus Gjasula mit dem Herthaner Marko Grujic. Foto: imago

»Fußball ist ein Mannschaftssport: Wenn du mit deinem Team nicht erfolgreich bist, dich aber trotzdem glücklich fühlst, dann läuft viel falsch«, sagt Gjasula. Zumindest nicht wunschgemäß läuft es mit dem und für den SCP. Den Verweis darauf, es seien doch erst fünf von 34 Spieltagen absolviert, lässt der Deutsch-Albaner bedingt bis gar nicht gelten. Das Verhältnis zwischen den respektablen Auftritten und der schlechten Ausbeute bereitet ihm schon jetzt Sorgen: »Es wird höchste Zeit, dass wir uns bald mal den ersten Sieg holen, denn sonst kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem du nicht mehr daran glaubst. Aber wenn dieser erste Dreier da ist, dann geht es nach vorne. Da bin ich mir ganz, ganz sicher.«

Spitzname »Gelbrekordler«

Vorne – da ist momentan nur Gjasula selbst. Während der SCP seit dem 1:2 gegen Hertha BSC Tabellenletzter ist, darf er sich Spitzenreiter nennen. Natürlich in seiner Spezialdisziplin, die ihm den Beinamen »Gelbrekordler« eingebracht hat. Der defensive Mittelfeldmann ist der einzige Erstligaakteur, der nach nur fünf Spieltagen bereits vier Gelbe Karten bekommen hat. Damit liegt er sogar über seinem Schnitt in den vergangenen drei Saisons, in denen er ziemlich genau in jeder zweiten Partie (77 Einsätze/39 Gelbe Karten) verwarnt worden ist: »Es ist jedes Jahr das Gleiche. Ich bin kein Unschuldslamm, doch manchmal habe ich das Gefühl, die Schiedsrichter haben es mittlerweile auch etwas auf mich abgesehen.«

So wie am Samstag in Berlin: »Pünktlich zur Pause hat Tucker (Christian Strohdiek, d. Red.) an der Außenlinie jemanden umgehauen und dann spielt sich Davie Selke da auf. Am Ende sind 15 Leute in eine Rangelei verwickelt und wer sieht außer Selke noch Gelb? Natürlich ich, obwohl ich nur schlichten wollte. Das fand ich unnötig vom Schiri.« Sein Trainer Steffen Baumgart war der gleichen Meinung und teilte das Referee Frank Willenborg (Osnabrück) auch persönlich mit.

Bei der nächsten Karte ist Gjasula gesperrt

Genutzt hat es nichts. Die nächste Karte wird die erste Sperre nach sich ziehen und es spricht viel dafür, dass das nach dem Duell mit den Bayern, also im eminent wichtigen Heimspiel gegen Mainz, der Fall sein wird. Das fände auch Baumgart nicht vorteilhaft, auf sein Urteil über die ersten fünf Bundesligaauftritte in der Karriere des Klaus Gjasula hat die »Gelbsucht« aber keinen negativen Einfluss: »Klaus macht Spiele, die ihm keiner zugetraut hat. Er ist im Moment einer der besten Spieler, die wir haben, gibt immer Vollgas und wir werden nicht versuchen, ihn zu verändern.«

Den Bundesliga-Gelbrekord hält Tomasz Hajto, der es 1998/99 in Duisburger Diensten auf 16 Gelbe gebracht hat. Diese Marke könnte Gjasula gefährden, aber sein Ziel ist ein anderes: »Wir werden auch gegen die Bayern unser Bestes geben und alles daran setzen, den ersten Sieg zu holen. Das wird schwierig, aber im Fußball ist alles möglich. Das haben mir auch die vergangenen Monate wieder gezeigt«, sagt der Plötzlich-Bundesliga- und Nationalspieler.

Kommentare

Klaus Müller  schrieb: 24.09.2019 10:25
Staubsauger Klaus Gjasula
Vorher bei Krauße war es das gleiche, das defensive Mittelfeld ist dafür nun einmal prädestiniert. Ist ja auch nicht neu.
Gegen Wolfsburg hätte sich Lord Helmchen auch nicht über die Rote beschweren dürfen. Dennoch zeigt es, dass die Defensive mit geringer Qualität oftmals andere Mittel wählen muss. Klaus spielt gut, hat jedoch auch Aussetzer.
Gegen Bayern wird sicherlich wieder gegen den SCP gepfiffen, so wie es bei Bayern-Spielen seit Jahrzehnten für den Gegner ist. Letzten Spieltag hätte Boateng die Rote sehen müssen und wurde nicht einmal gelb verwarnt. Das ist halt der Bayern-Bonus bei den Schiris.
1 Kommentare
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