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Mi., 25.09.2019

Di Salvo spielte für den SCP, die Bayern und mit Baumgart in Rostock »Steffen gibt immer Vollgas«

Tragende Rolle: Seit 2013 arbeitet der Ex-Paderborner Antonio Di Salvo als Trainer beim DFB.

Tragende Rolle: Seit 2013 arbeitet der Ex-Paderborner Antonio Di Salvo als Trainer beim DFB. Foto: Imago

Von Peter Klute

Paderborn (WB). SC Paderborn gegen FC Bayern München: Dieses Spiel am Samstag (15.30 Uhr) zieht nicht nur Ostwestfalen in seinen Bann. Aber es gibt niemanden, der so viele Verbindungen zu diesem Duell hat wie Antonio Di Salvo.

Von 1991 bis 1999 kickte er für Paderborn (erst TuS Paderborn-Neuhaus, dann SC Paderborn) und wechselte im Januar 2000 zum FC Bayern. Dort stand er gemeinsam mit den Kovac-Brüdern Niko und Robert auf dem Platz, die heute bei den Bayern am Rand stehen.

Erfolgreichste Zeit hatte er in Rostock

Seine erfolgreichste Zeit verbrachte Di Salvo beim FC Hansa Rostock (2001 bis 2006), in 94 Bundesligaspielen für die »Kogge« erzielte er 17 Tore. Was das mit Paderborn zu tun hat? Ganz einfach. Sein erstes Tor in Liga eins schoss der Deutsch-Italiener in Freiburg nach einem Doppelpass mit Steffen Baumgart.

»Steffen hat in jedem Training und Spiel Vollgas gegeben. Er stand immer unter Strom, genau wie jetzt an der Linie. Obwohl wir als Stürmer Konkurrenten waren, ging es stets fair zu«, erinnert sich Di Salvo an die gemeinsame Zeit mit dem SCP-Trainer und lobt seine heutige Arbeit: »Paderborn hat in den vergangenen zwei Jahren beeindruckenden Fußball gespielt und dass Steffen seinen Stil auch in der 1. Liga durchzieht, finde ich in Ordnung und verdient großen Respekt.«

Di Salvo: »SCP ist ein klarer Abstiegskandidat«

Doch Di Salvo sagt auch: »Der SCP ist ein klarer Abstiegskandidat und gegen die Bayern wird es umso schwieriger. Aber ich habe das DFB-Pokalspiel vor eineinhalb Jahren live gesehen und da hatten sie ihre Chancen. Und im Fußball ist immer etwas möglich.« Keine Langeweile erwartet der 40-Jährige auch im Kampf an der Spitze: »Leverkusen, Leipzig und Dortmund spielen richtig gut. Ich denke, dass sich die Bayern diesmal nicht absetzen werden und die Meisterschaft nicht so früh entschieden sein wird wie zuletzt so häufig.«

2001 war Antonio Di Salvo dabei, als sich die Münchner in Hamburg in letzter Minute die Schale sicherten und aus dem FC Schalke 04 den Meister der Herzen machte. Nach Rostock kehrte der gebürtige Paderborner, der in Bad Lippspringe aufwuchs und beim hiesigen BVL mit dem Fußballspielen begann, nach München zurück (zum TSV 1860), wo er heute mit Ehefrau Kerstin und den zwei Kindern lebt. Sein Schwiegervater ist Günther Rybarczyk, früher selbst bei Bayern und beim SCP tätig. »Paderborn wird aber immer ein Stück Heimat für mich bleiben. Ich bin gerne dort, meine Eltern und meine Schwester leben noch da«, sagt er.

Karriereende nach Knorpelschaden im Knie

Antonio Di Salvos Zuhause ist in der Münchner Innenstadt, 2011 beendete er nach einem Intermezzo in Österreich beim Kapfenberger SV aufgrund eines Knorpelschadens im Knie seine aktive Karriere. »Es hat keinen Spaß mehr gemacht. Ich wollte auch nicht mehr durch die Lande tingeln«, blickt er zurück. Er studierte an der Fern-Uni Sportmanagement und machte seine Trainerscheine, seit 2018 ist er Fußballlehrer.

Über die U17 des FC Bayern landete er 2013 beim DFB. Der ehemalige Freiburger Coach Marcus Sorg, bei den B-Junioren des FC Bayern als Nachfolger des inzwischen verstorbenen Stephan Beckenbauer Chef von Di Salvo, nahm ihn mit zur U19-Nationalmannschaft. Die beiden wurden 2014 Europameister, gleiches gelang Di Salvo drei Jahre später unter Stefan Kuntz mit der U21.

Die Arbeit bei der U21 macht ihm viel Spaß

Als Sorg im Juni den erkrankten Bundestrainer Joachim Löw vertreten musste, saß Di Salvo gegen Weißrussland (2:0) und Estland (8:0) bei der A-Nationalmannschaft auf der Bank. »Die U21 ist die zweithöchste Mannschaft beim DFB. Das Niveau ist richtig gut und es macht mir viel Spaß. Allerdings ist der Fußball nicht planbar und es ist schon mein Ziel, irgendwann eigenverantwortlich als Trainer zu arbeiten«, sagt er.

Noch ist er zweiter Mann und in dieser Funktion gibt es für Di Salvo auch einen beruflichen Bezug zum Spiel in der Benteler-Arena: Luca Kilian. Paderborns Neuzugang debütierte im September in der U21, nachdem Di Salvo ihn im letzten Vorbereitungsspiel gegen Lazio Rom persönlich beobachtet hatte. »Dafür, dass er über wenig Spielpraxis verfügt, hat Luca das gegen Griechenland und Wales ordentlich gemacht. Er ist solide, unbekümmert und hat ein gutes Zweikampfverhalten. Wir planen definitiv mit ihm. So viele Innenverteidiger hat der SCP nicht, er muss bereit sein, wenn seine Chance kommt«, sagt Di Salvo. Vielleicht kommt sie ausgerechnet gegen Bayern. Dann würde Di Salvo noch genauer hinsehen.

Kommentare

Luca Kilian

Luca ist in meinen Augen keine Option für den aktuellen Kader. Gegen Wales war er alles andere als fehlerfrei. Klar, ihm fehlt die Spielpraxis auf hohem Niveau, um sein Potenzial zu entwickeln, die Frage ist nur, ob dafür die aktuelle Situation in Liga 1 geeignet ist. Ich denke nicht.
Letztlich bleibt nur zu hoffen, dass Schonlau gegen Mainz wieder fit ist um defensiv wieder sicherer zu stehen.

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