Vor Gastspiel der Bayern blüht der Schwarzmarkt – SCP warnt vor Kauf
899 Euro für einen Stehplatz

Paderborn (WB). Wenn der Rekordmeister kommt, könnte der SC Paderborn die 15.000 Zuschauer fassende Benteler-Arena gleich zweimal füllen. »Diesmal dauerte es keine zwei Stunden, bis die letzte Karte vergriffen war«, sagt Michael Püttmann, der beim Bundesligisten für das Ticketing verantwortlich ist.

Donnerstag, 26.09.2019, 05:26 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 05:30 Uhr
Wie man sehen kann, kostet ein reguläres Stehplatzticket für die Partie Paderborn - Bayern 17,50 Euro. Foto: Oliver Schwabe
Wie man sehen kann, kostet ein reguläres Stehplatzticket für die Partie Paderborn - Bayern 17,50 Euro. Foto: Oliver Schwabe

Wer trotzdem das Bundesligaspiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr) besuchen will, versucht in der Regel auf dem Schwarzmarkt fündig zu werden. Auf Ticketplattformen wie Viagogo, eBay Kleinanzeigen oder Ticketbande wurden zum Beispiel gestern noch Stehplatzkarten für bis zu 899 Euro angeboten. Zum Vergleich: Regulär kostete die teuerste Karte 55 Euro. »Wir warnen unsere Kunden ausdrücklich vor dem Kauf auf diesen nicht autorisierten Online- und Ticketplattformen«, sagt Püttmann.

Kampf gegen den unerlaubten Handel mit Eintrittskarten

Im Kampf gegen den unerlaubten Handel mit Eintrittskarten hat der SCP inzwischen die Kanzlei Becker-Haumann-Gursky mit Sitz in Dortmund beauftragt. Das Unternehmen geht konsequent gegen die völlig überteuerten Weiterverkäufe vor. Das heißt: Wenn Verkäufer erwischt werden, drohen Geldbußen und Vertragsstrafen in vierstelliger Höhe. »Ein naiver Ersttäter muss eine Unterlassungserklärung unterschreiben und zahlt eine geringe Strafe. Bei professionellen Händlern gehen wir dagegen härter vor, sie bekommen in der Regel auch noch Besuch vom Finanzamt«, warnt Püttmann.

Wobei nicht alle Käufer wissentlich Gefahr laufen, Fälschungen oder stornierte Tickets zu erwerben. Wer zum Beispiel »Tickets SC Paderborn« googelt, landet zuerst bei Viagogo. »Viele meinen deshalb, wir würden mit denen zusammenarbeiten«, weiß Püttmann. Der empfiehlt daher allen Fans, die legale Zweitmarkt-Lösung »Clubsale« im Online-Ticketshop zu nutzen. Hier können nicht genutzte Dauer- oder Tagestickets angeboten werden. Bei Verkauf wird das alte Ticket storniert und der Erlös an der Verkäufer ausgezahlt. »Da der Käufer im Anschluss ein neues Ticket ausgestellt bekommt, brauchen Dauerkarten-Inhaber ihr Ticket nicht aus der Hand zu geben«, nennt Püttmann einen weiteren Vorteil.

Kampagne »Zeig dem Ticket-Schwarzmarkt die Rote Karte«

Um den illegalen Kartenmarkt weiter einzudämmen, überlegt auch der SC Paderborn, sich der Kampagne »Zeig dem Ticket-Schwarzmarkt die Rote Karte« anzuschließen und künftig rund um die Benteler-Arena Boxen aufzustellen. Dort sollen dann Fußball-Fans ihre zu stark überhöhten Preisen gekauften Karten anonym einwerfen. »Anhand der Barcodes können wir feststellen, wer die Tickets verkauft hat und entsprechend handeln«, erklärt Püttmann. Fans, die überteuerte Tickets erworben haben, müssen dagegen keine rechtlichen Konsequenzen befürchten. Der FC Augsburg, Bayer 04 Leverkusen oder Werder Bremen haben sich im Kampf gegen den Schwarzmarkthandel der Kampagne bereits angeschlossen.

Paderborns »Herr der Karten« hat noch einen Tipp an alle, die trotzdem überlegen, hunderte von Euros in ein Ticket zu investieren. »Die sollten sich Karten für das Rückspiel in München kaufen und das gesparte Geld in Zugfahrt und Hotelübernachtung investieren.«

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