1:5, 0:4, 0:6, 0:6 – doch SCP-Kapitän Strohdiek bleibt unbeeindruckt
Horror-Bilanz gegen Bayern

Paderborn (WB). Der SC Paderborn kassiert im Schnitt knapp drei Tore pro Spiel, der FC Bayern München trifft im gleichen Zeitraum mindestens dreimal. Beim sieglosen Liga-Schlusslicht stehen die Alarmsignale dennoch nicht auf Rot. Kapitän Christian Strohdiek hält sogar selbstbewusst dagegen: »Bei uns macht sich keiner vor Angst in die Hose.«

Freitag, 27.09.2019, 04:07 Uhr aktualisiert: 27.09.2019, 04:10 Uhr
Der Eindruck täuscht: Paderborn (Christian Strohdiek) und die Bayern (Robert Lewandowski) begegneten sich nie auf Augenhöhe. Foto: Starke
Der Eindruck täuscht: Paderborn (Christian Strohdiek) und die Bayern (Robert Lewandowski) begegneten sich nie auf Augenhöhe. Foto: Starke

Dabei gibt es nichts, was vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr, Benteler-Arena) für den SC Paderborn sprechen könnte. Keine einzige Statistik, schon gar nicht die eigene Verfassung und auch nicht die Form der ungeschlagenen Gäste. Ganz im Gegenteil: In der Angriffsreihe des Tabellenzweiten steht mit Robert Lewandowski ein Stürmer, der mit neun Toren nach nur fünf Spieltagen bis Saisonende sogar einen Uralt-Rekord von Bayern-Legende Gerd Müller (1971/72: 40 Tore in 34 Spielen) gefährden könnte.

»Wenn man sich einen Torjäger malen dürfte, würde Robert Lewandowski dem Ideal sehr nahe kommen«, zieht Strohdiek verbal die Kappe, stellt aber auch klar: »Keiner von uns steckt sich am Samstag irgendeine Statistik in die Tasche. Die Bayern kommen mit Weltstars zu uns, von denen jeder den Unterschied ausmachen kann. Trotzdem dürfen wir nur auf uns schauen, nicht auf irgendwelche Namen.«

Paderborns Pflichtspiel-Bilanz gegen die Bayern ist grausam

1:5 (2001, DFB-Pokal), 0:4 (2014, Bundesliga in München) und zweimal 0:6 (2015, Bundesliga und 2018, DFB-Pokal) – Paderborns Pflichtspiel-Bilanz gegen die Bayern ist grausam. An den jüngsten drei Vergleichen war Strohdiek beteiligt. Zweimal auf dem Rasen, einmal saß er auf der Bank.

Doch egal wie die Ostwestfalen verteidigten, die Null stand bis auf eine Ausnahme immer nur vorne. Und am Ende gab’s für die Klatschen auch noch viel Trainerlob. Im Februar 2015 war sich Pep Guardiola noch »ganz sicher, dass Paderborn drinbleibt«, im Februar 2018 attestierte Jupp Heynckes dem damaligen Drittligisten »absolutes Zweitliga-Format«.

Jedes weitere punktlose Spiel wird auch noch am Selbstvertrauen nagen

Beide Male verlor der SCP dennoch sehr deftig mit sechs Toren Unterschied, entsprechend ordnet auch Strohdiek die Komplimente ein: »Nur für einen Moment tut das ganz gut. Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt. 2015 war es der Abstieg aus der 1. Liga, 2018 sind wir Pokal rausgeflogen. Das reicht mir nicht.«

Am Samstag kann der SC Paderborn weder absteigen noch ausscheiden – viel zu verlieren hat der Verein trotzdem. Der eine Punkt nach fünf Spieltagen bestätigt die Bundesliga-Beobachter, die den Aufsteiger schon vor Ligastart zum chancenlosen Abstiegskandidaten abgestempelt haben. Jedes weitere punktlose Spiel wird auch noch am Selbstvertrauen nagen.

Strohdiek: »Noch intensiver vorbereiten, noch konzentrierter spielen.«

Wobei Strohdiek zumindest nach außen versucht, Stärke zu zeigen: »Auch gegen die Bayern beginnen wir bei 0:0. Nach dem Anpfiff liegt es nur an uns, ob wir den Fußball auf den Platz bekommen, den wir uns erarbeitet haben.« Ein Abrücken von der eigenen, sehr offensiven Grundordnung ist für ihn keine Option: »Wir werden nicht anfangen, uns hinten reinzustellen, auf die Fehler des Gegners warten und damit versuchen, uns die Punkte zu ergaunern. Diese Abläufe kennen wir gar nicht, und das würde deshalb auch nicht funktionieren.«

Mal abgesehen davon, dass das Spiel der Bayern nicht sehr fehlerbehaftet ist – wie kann der kleine SCP dem großen FCB am Samstag auch nur etwas Paroli bieten? Für Strohdiek liegt die Lösung im Detail: »Noch intensiver vorbereiten, noch konzentrierter spielen.«

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