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Sa., 28.09.2019

SC Paderborn unterliegt dem FC Bayern München mit 2:3 Lange einseitig, am Ende knapp

Zweikampf in der Benteler Arena: Der Paderborner Jamilu Collins gegen Bayern Spieler Serge Gnarby.

Zweikampf in der Benteler Arena: Der Paderborner Jamilu Collins gegen Bayern Spieler Serge Gnarby. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Es bleibt dabei: Für den SC Paderborn gibt es gegen den FC Bayern München nichts zu holen. Nach 1:5, 0:4, 0:6, 0:6 setzte es am Samstag die fünfte Niederlage im fünften Pflichtvergleich. Auch wenn es diesmal ganz eng war. Lange einseitige 90 Minuten endeten nach einer dramatischen Schlussphase mit einem knappen 2:3 (0:1). Am Ende war für den SCP, der sich teuer verkaufte, sogar mehr möglich und die Bayern mussten sich zum Dreier zittern. Für die Verlierer gab es ganz viel Beifall von den Rängen.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart änderte seine Anfangsformation gegenüber dem 1:2 bei Hertha BSC nur auf einer Position, aber diese Umstellung hatte es in sich. Kapitän Christian Strohdiek musste zum ersten Mal in dieser Saison auf der Bank Platz nehmen, anstelle seiner debütierte der erst 20-jährige Neuzugang Luca Kilian in der Abwehrzentrale an der Seite von Uwe Hünemeier in der 1. Bundesliga. Gegen die großen Bayern. Deren Trainer Niko Kovac bot das Beste vom Besten auf, von einer Schonung des einen oder anderen Stars vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag bei Tottenham Hotspurs keine Spur. Dennoch heizte Stadionsprecher Jürgen Lutter den SCP-Fans in der ausverkauften Arena vor dem Anpfiff ein: „Heute ist es Zeit, Geschichte zu schreiben. Wir werden einen Dreier einfahren.“

Der erste Saisonsieg ausgerechnet gegen den Rekordmeister? Zumindest nach Ecken gingen die Paderborner in Führung. Und was machte der Favorit? Er wartete ab und hätte in der siebten Minute mit der ersten Chance fast eiskalt zugeschlagen. Nach einer Ecke für SCP passte Philippe Coutinho auf Serge Gnabry und in der Mitte schoss Robert Lewandoski am leeren linken Eck vorbei. Ganz untypisch für den polnischen Torjäger, der dem zehnten Saisontor in dieser Szene ganz nahe war. Das gab es nach sechs Spielen noch nie. Eine Minute später scheiterte Coutinho an der Latte. Auf der Gegenseite musste Nationaltorwart Manuel Neuer nach einem Distanzversuch von Sven Michel zum ersten Mal eingreifen (zwölfte Minute).

Der Außenseiter igelte sich nicht ein und spielte mit. Dicke Möglichkeiten gab es aber nur für die Münchner, so eine Minute später für Kingsley Coman. Aber auch der Franzose vergab frei vor Torwart Jannik Huth. Doch nach einer Viertelstunde war es soweit: Gnabry lauerte am zweiten Pfosten und schob eine Hereingabe von Coutinho ein. Huth war chancenlos. Erste Bilanz nach 20 Minuten: 4:0 Ecken für den SCP, 4:0 Chancen für den FCB.

Dann brachten sich die Gäste selbst am meisten in Gefahr, nach einem (blinden) Rückpass von Thiago wurde es für den aufgerückten Neuer brenzlig, zum Glück für ihn landete der Ball nur am Außennetz. Danach ging es weiter wie vorher. Nach einer halben Stunde ließ Coman die Chance zum 0:2 liegen. Gleiches widerfuhr fünf Minuten vor der Pause Lewandowski, der an Huth scheiterte. Zwei Minute später vergab Gnabry kläglich.

Das Ergebnis beim Wechsel war sehr verdient, doch noch war der SCP im Spiel. Dafür hatten die Bayern mit vielen vertanen Gelegenheiten gesorgt. Die Paderborner Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit viel Applaus in die Kabine, das war ein Mutmacher für den zweiten Durchgang. München war durch den Rückstand von Leipzig gegen Schalke Spitzenreiter in der Blitztabelle.

Kovac tauschte zu Beginn der zweiten Hälfte zweimal, doch am Spiel änderte sich nichts. Die Bayern dominierten, der SCP verteidigte leidenschaftlich. Das schön herausgespielte 0:2 durch Coutinho (55.) konnten die Paderborner aber nicht verhindern. Die Entscheidung? Gnabry hatte das dritte Tor auf dem Fuß, fand aber seinen Meister in Huth (66.). Dessen Team hatte sich aber auch ein Tor verdient und belohnte sich in der 68. Minute. Mo Dräger bediente den kurz zuvor eingewechselten Kai Pröger und der bezwang Neuer mit einem Schuss ins lange Eck. Es stand nur noch 1:2 und die Hausherren bekamen plötzlich eine breite Brust. 60 Sekunden nach dem Anschluss hatte Pröger den Ausgleich auf dem Fuß, zielte aber am linken Eck vorbei. Die Bayern schienen beeindruckt, jetzt war es eine packende Partie. Die Arena kochte. Neuer musste gegen den ebenfalls eingewechselten Marlon Ritter (74.) und Christopher Antwi-Adjei (77.) die Führung festhalten, bevor Lewandowski vermeintlich den Deckel draufmachte (79.). Doch Collins brachte Paderborn mit einem Gewaltschuss noch einmal zurück (84.), doch es reichte nicht mehr.

Das sagen die Trainer:

Niko Kovac: Wir haben uns das Spiel selbst schwer gemacht, hätten es in der ersten Halbzeit entscheiden können oder sogar entscheiden müssen. Danach haben wir den Gegner ins Spiel gebracht. Das haben wir uns so nicht vorgestellt. Daher bin ich mit dem Ergebnis, aber nicht mit der Art und Weise zufrieden.

Steffen Baumgart: Glückwunsch an Niko zu einem verdienten Sieg. Ergebnisunabhängig muss man sagen, dass wir leistunsgmäßig an unsere Grenze kommen. Daher ist es umso ärgerlicher, dass es auch heute wieder nicht für Punkte gereicht hat.

 

SC Paderborn: Huth - Dräger, Hünemeier, Kilian, Collins - Vasiliadis, Gjasula (85. Shelton) - Souza (73. Ritter), Antwi-Adjei - Zolinski (62. Pröger), Michel

FC Bayern München: Neuer - Pavard, Boateng, Süle, Hernandez (46. Davies) - Thiago (46. Martinez), Kimmich - Coman, Coutinho, Gnabry – Lewandowski (80. Müller)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Gnabry (15.), 0:2 Coutinho (55.), 1:2 Pröger (68.), 1:3 Lewandowski (79.), 2:3 Collins (84.)

Gelbe Karten: Vasiliadis /Süle

Kommentare

Klasse gemacht


Die Leistung heute gegen die Bayern war doch wohl aller Ehren wert. Das macht dem Team hoffentlich Mut für die kommenden Aufgaben. Macht weiter so - irgendwann kommt auch der Lohn für den Aufwand.

1 Kommentare

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