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Mo., 30.09.2019

Der SC Paderborn ärgert sogar den großen FC Bayern, punktet aber wieder nicht Zwischen Stolz und Frust

Gestoppt: Niklas Süle bremst Paderborns Außenstürmer Christopher Antwi-Adjei aus. Links läuft Benjamin Pavard mit.

Gestoppt: Niklas Süle bremst Paderborns Außenstürmer Christopher Antwi-Adjei aus. Links läuft Benjamin Pavard mit. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Es war nur eine Randnotiz, die aber gut verdeutlichte, wie sehr der FC Bayern München am Ende um die frisch eroberte Tabellenführung zittern musste. Um das 3:2 (1:0) beim noch sieglosen Schlusslicht und Aufsteiger SC Paderborn über die Zeit zu retten, waren dem Rekordmeister alle Mittel recht.

Nationaltorwart Manuel Neuer trabte gemütlich in Richtung Eckfahne, um den Ball einzusammeln und hatte es auch beim anschließenden Abstoß wenig eilig. Kurz danach erlöste Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin die Münchner mit seinem letzten Pfiff.

Die Sieger waren erleichtert, für die Verlierer gab es nicht nur von den Tribünen viel Applaus. »Die Mannschaft hat großartig gespielt, die Bayern hätten sich über ein Unentschieden heute nicht beschweren dürfen. Dieses Spiel hat wieder einmal gezeigt, dass wir bundesligatauglich und auf dem richtigen Weg sind«, sagte SCP-Manager Martin Przondziono.

»Wir werden diesen Weg weitergehen«

Er war »sehr zufrieden und richtig stolz«, aber die Gefühlslage des Kapitäns sah anders aus. »Diese Niederlage ist genauso frustrierend wie die ersten vier in dieser Saison. Da ist es egal, ob der Gegner Bayern heißt«, stellte Uwe Hünemeier fest. In einem aber stimmte er seinem Chef zu: »Wir haben wieder einmal gezeigt, dass wir fähig sind, in der Liga zu bestehen. Klar brauchen wir Punkte, aber man sieht und hört ja, was da draußen los ist. Wir werden diesen Weg weitergehen.« Für seinen Trainer ist das Team auf diesem Weg schon relativ weit fortgeschritten. »Die Jungs kommen quasi jede Woche an ihre Grenzen. Umso ärgerlicher ist es, dass es bislang nicht gereicht hat, ein Spiel zu gewinnen«, sagte Steffen Baumgart. Auch da war Frust dabei, denn dass er mit der Leistung, aber nicht dem Ergebnis einverstanden sein konnte, passierte nicht zum ersten Mal. »Umgekehrt wäre es mir lieber«, sagte er.

 

Bei konsequenteren Bayern, so musste sich Baumgart später eingestehen, hätten die Seinen schon zur Pause deutlich höher zurückliegen können als 0:1 (Serge Gnabry, 15.). Das beste Beispiel für bayerische Nachlässigkeit lieferte ausgerechnet Toptorjäger Robert Lewandowski, der das leere Tor nicht traf (7.). Als sich der Favorit nach dem 2:0 durch Philippe Coutinho (55.) gedanklich auf den Champions-League-Auftritt am Dienstag konzentrierte, schlug der Außenseiter zurück. Kai Pröger verkürzte (68.), und was dann folgte, beschrieb Przondziono später so: »Die Bayern sind auch nur Menschen und hatten gedacht, der Drops sei gelutscht. Dass wir so zurückkommen, damit haben sie nicht gerechnet.«

Kellerduell gegen Mainz

Auch vom 3:1 Lewandowskis (79.) ließen sich die Gastgeber nicht abschütteln und schafften durch einen Gewaltschuss von Jamilu Collins den erneuten Anschluss (84.). Zu mehr langte es nicht mehr. Das Lob von Gästetrainer Niko Kovac brachte dem SCP zwar auch keine Punkte, machte aber Mut: »Wenn sie so weitermachen, werden sich auch die Resultate drehen. Davon bin ich überzeugt, und dafür drücke ich fest die Daumen.«

Die Wende sollte aber nicht mehr zu lange auf sich warten lassen, am besten kommt sie im bevorstehenden Kellerduell gegen den Vorletzten. »Gegen Mainz geht die Saison für uns richtig los. Jetzt geht es darum, Punkte zu sammeln«, sagte Przondziono. Hünemeier rief das zweite Heimspiel in Folge als »Turning Point« aus. Der erste Saisonsieg würde bedeuten, dass die Ostwestfalen die Rote Laterne abgäben. Dabei wäre es ihnen sicher egal, wenn die Leistung nicht stimmen würde. Auch Zeit schinden ist erlaubt.

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Saison geht jetzt so richtig los


Die nächsten 5 Gegner sind Mainz, Köln, Düsseldorf, Hoffenheim und Augsburg. Da kann der SCP seine bislang guten Leistungen dann hoffentlich auch mal in Punkte ummünzen.

Alle Daumen werden gedrückt!

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