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Mo., 30.09.2019

Ein Nobody verdrängt Kapitän Strohdiek Viel Lob für Luca Kilian

Turm in der Abwehrschlacht: Luca Kilian (links) gewinnt hier das Kopfballduell gegen Javi Martinez.

Turm in der Abwehrschlacht: Luca Kilian (links) gewinnt hier das Kopfballduell gegen Javi Martinez. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn(WB). Letzter der Liga, nur einen Punkt geholt, aber 14 Gegentore kassiert – dass Paderborns Trainer Steffen Baumgart bei dieser Bilanz über seine Startelf nachdenkt, überrascht nicht. Dass der 47-Jährige aber ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen den Rekordmeister Bayern München (2:3) seinen Kapitän rausnimmt und durch einen 20-jährigen Nobody ersetzt, schon. Zumindest Außenstehende.

Christian Strohdiek raus, Luca Kilian rein – intern war das sogar erwartet worden. »Ich wusste schon länger, dass es so kommt«, meinte Manager Martin Przondziono nach den 90 Minuten. »Gegen die Bayern hatte doch sowieso niemand etwas von uns erwartet. Deshalb was es so für Luca sogar einfacher«, sagte der Abwehrchef Uwe Hünemeier. Die Begründung lieferte später Trainer Steffen Baumgart: »Luca hatte sich diesen Einsatz durch gute Trainingsleistungen verdient.«

Es war auf jeden Fall ein guter Griff. Der U21-Nationalspieler lieferte eine ordentliche Partie ab, er selbst sah es ähnlich, haderte nur beim dritten Tor der Bayern mit sich: »Da spekuliert Lewandowski auf den Ball, ich nicht. Er hat dann den entscheidenden Bewegungsvorsprung, und ich bekomme ihn nicht mehr.«

Das war schon mal wohltuend selbstkritisch, aber auch sonst wirkt der Innenverteidiger, den die Paderborner im Sommer aus der U21 von Borussia Dortmund holten, ruhig, ausgeglichen, bescheiden und zurückhaltend. »Ich sehe in Luca sehr viel von mir in ganz jungen Jahren«, sagte Hünemeier, der den SCP am Samstag als Kapitän anführte. Der mittlerweile 33-Jährige debütierte einst auch gegen die Bayern, auch als Innenverteidiger und blieb beim 1:2 ebenfalls punktlos. »Hüne« war im Dezember 2005 sogar erst 19 und trug das Trikot des BVB. »Luca ist sehr ehrgeizig, sehr diszipliniert und gibt im Training immer Vollgas«, beschreibt er seinen jungen Partner im Abwehrzentrum.

Schonlau wieder im Training

Und wie geht es jetzt weiter? Luca Kilian scheint zunächst gesetzt zu sein. In diese Richtung zielen zumindest die sehr deutlichen Aussagen von Przondziono direkt nach dem Spiel: »Wir werten nicht nach Spielen, sondern nach seinem Riesenpotenzial. Auch wenn Luca gegen die Bayern schlecht ausgesehen hätte, würden wir das Ding jetzt durchziehen, weil es genau der richtige Zeitpunkt ist und das genau der Weg ist, den der SC Paderborn auch in Zukunft gehen wird.« Baumgarts Beurteilung war da schon etwas zurückhaltender: »Luca hat schon sehr viel gezeigt, mit dem ersten Spiel kann man zufrieden sein.«

Da wird Baumgart vielleicht auch schon den Konkurrenzkampf in der Abwehrzentrale im Blick gehabt haben, der sich weiter verschärfen wird. Mit Sebastian Schonlau ist ein Langzeitverletzter ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, der spätestens nach der zweiten Länderspielpause Ansprüche anmelden wird. »Der Bascho drückt schon«, bestätigte Baumgart und kündigte weitere Wechsel an: »Wir werden in den kommenden Wochen noch an einigen Stellschrauben drehen.«

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