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Di., 01.10.2019

Paderborns Außenstürmer rennt, schießt und trifft Pröger sammelt Pluspunkte

Tor für Paderborn: Kai Pröger dreht jubelnd ab, Jerome Boateng und Alphonso Davies sind fassungslos.

Tor für Paderborn: Kai Pröger dreht jubelnd ab, Jerome Boateng und Alphonso Davies sind fassungslos. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Spiel verloren, Tor geschossen – als Kai Pröger nach dem 2:3 gegen die Bayern den Rasen der Benteler-Arena verließ, strahlte der Paderborner Außenstürmer wie nach einem Heimsieg: »Tore fühlen sich gut an. Gerne hätte ich noch eins nachgelegt, dann wäre es vielleicht eine runde Geschichte geworden.«

Prögers Gesichtsausdruck war aber vor allem auch ein Zeichen von deutlicher Entspannung. Denn nach sechs Spieltagen hatte sich 27-Jährige fraglos mehr ausgerechnet als nur 150 Bundesligaminuten. »Hintendran zu stehen, ist nie einfach, auch ich möchte immer mehr. Daran arbeite ich«, beschrieb er seine unbefriedigende Situation.

Die besten Antworten auf (zu) wenige Einsatzzeiten sind gute Leistungen. Pröger landete am Samstag sogar einen Volltreffer und verkürzte nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Bundesligator auf 1:2 (68.). Eine Minute später zog er frech und unbekümmert noch einmal ab, diesmal verfehlte er knapp. »Rennen und Schießen sind meine Stärken. Ich habe den Ball vor dem Tor zwar nicht perfekt angenommen, aber ich vertraue immer meiner Schusstechnik«, beschrieb der gebürtige Wilhelmshavener seinen Blitzstart gegen die Bayern – zweifellos der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn. »Kai ist einer, der braucht keine Anlaufzeit. Er funktioniert sofort, wenn er auf dem Platz steht«, gab’s auch ein Extralob von Manager Martin Przondziono.

In beide Richtungen arbeiten

Vorne Akzente setzen und hinter die Kette der Bayern kommen, in der Defensive keinen seiner Kollegen im Stich lassen – mit dieser deutlichen Ansage hatte Cheftrainer Steffen Baumgart den Außenbahnspieler nach einer guten Stunde für Ben Zolinski gebracht. Pröger folgte und machte auch die von fast jedem Stürmer ungeliebten Wege nach hinten. Das blieb auch Baumgart nicht verborgen: »Kai hat in beide Richtungen gearbeitet, aber das muss er auch.«

Viel gelaufen, gut gearbeitet und auch noch getroffen – Pröger sammelte bei seinem Kurzauftritt einige Pluspunkte. Ob daraus am Samstag im Kellerduell gegen den FSV Mainz 05 mehr wird? Diese Fragen wehrte Baumgart – wie immer, wenn der Spieltag noch etwas entfernt ist – ab. Pröger stand mal bei den Mainzern unter Vertrag (2014/2015), spielte aber keine Rolle. Über Dynamo Berlin landete er vor zwei Jahren bei Rot-Weiss Essen, wurde dort von Chefscout Mirko Vogt entdeckt. Danach ging’s ganz schnell: Regionalliga, 2. Liga und jetzt erstklassig. Pröger: »Es klingt abgedroschen, aber der Fußball ist schnelllebig. Da kann es ruckzuck in beide Richtungen gehen.«

Ein Kampf auf Augenhöhe

Wie beim SC Paderborn. Den Bayern lieferten die Ostwestfalen zumindest in der Schlussphase einen Kampf auf Augenhöhe. »München steht für Weltklasse. Da wird uns auch die Niederlage einen Schub geben«, ist Pröger überzeugt und fügt an: »Wir müssen diese 100 Prozent auch gegen Mainz auf den Platz bringen. Dann wird es am Ende nicht nur Beifall geben.« Sondern vielleicht die von Pröger eingangs beschriebene »runde Geschichte« und damit den ersten Saisonsieg.

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