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Do., 03.10.2019

Der Mainzer Sandro Schwarz ist gesperrt und muss in Paderborn auf die Tribüne Team ohne Trainer

Schiedsrichter Dr. Felix Brych zeigt Sandro Schwarz, der von Rouven Schröder (von links) zurückgehalten wird, Gelb-Rot.

Schiedsrichter Dr. Felix Brych zeigt Sandro Schwarz, der von Rouven Schröder (von links) zurückgehalten wird, Gelb-Rot. Foto: imago

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Sandro Schwarz wird am Freitag wie zu jedem Auswärtsspiel mit seiner Mannschaft anreisen. Dennoch ist in Paderborn vieles anders als sonst: Schwarz ist als erster Bundesligatrainer Gelb-Rot-gesperrt und darf sein Team nicht coachen.

»Unsere Mannschaft wird trotzdem gut vorbereitet nach Paderborn kommen«, sagt der Mainzer Fußballlehrer dem WESTFALEN-BLATT und fügt mit einem Lächeln hinzu: »Da braucht sich keiner Sorgen zu machen.« Dafür steckt auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt der laufenden Saison zu viel Brisanz in der Partie. Der Drittletzte kommt zum sieglosen Schlusslicht, das ist Bundesliga-Kellerkampf pur. Wobei Schwarz, ähnlich wie Steffen Baumgart, die kommenden 90 Minuten nicht so hoch hängen will: »Klar ist, dass wir uns den Saisonstart anders vorgestellt haben. Aber ich denke, am siebten Spieltag muss noch niemand in Panik geraten.« Wobei der 40-Jährige schon ahnt, was ihn in Paderborn erwartet: »Ein giftiger SCP, der vor heimischen Publikum endlich seinen ersten Saisonsieg klarmachen will.«

Schwarz adelt Paderborner Leistung

Das ist Bundesliga-Existenzkampf – abseits davon zieht Schwarz verbal den Hut vor der Arbeit seines Kollegen. Er habe in den vergangenen beiden Jahren die »bemerkenswerte Entwicklung« des SC Paderborn mit dem Durchmarsch des Fast-Viertligisten bis in die 1. Liga verfolgt und komme zu diesem Ergebnis: »Es ist herausragend, was die sportliche Leitung sowie Steffen Baumgart da auf die Beine gestellt haben. Insbesondere, nachdem es im Frühjahr 2017 mit dem Beinahe-Abstieg in die Regionalliga alles andere als rosig aussah.«

Die Diskussionen rund um den Paderborner Powerfußball kann er deshalb so gar nicht nachvollziehen. Man habe sich den doppelten Aufstieg durch diesen offensiven Fußball erspielt, Schwarz kontert deshalb mit einer Gegenfrage: »Warum sollte die Stärke, die einen in die höchste Klasse des deutschen Fußballs gebracht hat, dann jetzt auf einmal falsch sein?« Vielmehr müsse der Klub spielerisch bei sich selbst bleiben, sich auf seine Stärken besinnen und seinen eigenen Weg weitergehen.

Sperre kann Schwarz immer noch nicht verstehen

Zum direkten Trainer-Duell wird es am Samstag nicht kommen. Baumgart wird beim Anpfiff vor seiner Bank stehen, Schwarz muss auf der Tribüne sitzen. Die Sperre hat er akzeptiert, so ganz verstehen kann er sie aber noch immer nicht: »Grundsätzlich halte ich es für schwierig, Emotionen am Spielfeldrand zu ahnden wie ein physisches Foul auf dem Platz.« Noch am Spieltag habe er sich aber mit Schiedsrichter Felix Brych ausgesprochen: »Ich hätte nicht auf den Platz rennen dürfen, deshalb akzeptiere ich die Sperre. Dennoch wird es mir schwer fallen, in Paderborn nicht am Rand stehen zu dürfen.«

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