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Sa., 05.10.2019

Paderborns Torwart wünscht sich nicht nur einen Sieg gegen Mainz Huths Hoffnungen

Gegen seinen Ex-Klub Mainz möchte Jannik Huth keinen Ball aus dem Netz holen.

Gegen seinen Ex-Klub Mainz möchte Jannik Huth keinen Ball aus dem Netz holen. Foto: Thomas F. Starke

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Dieses Ranking auf seiner Prioritätenliste dürfte Jannik Huth exklusiv haben. Statt das jüngste Duell mit den Bayern auf Rang eins der attraktivsten Heimspiele zu positionieren, sortiert die bisherige Nummer 1 des SC Paderborn 07 den am Samstag (15.30 Uhr, Benteler-Arena) anstehenden Besuch des FSV Mainz 05 an erster Stelle ein.

Was auf den ersten Blick überrascht, macht bei genauerem Hinsehen aber einen nachvollziehbaren Eindruck. Schließlich war der Keeper selbst zwölf Jahre lang ein 05er. Unter den Gästen, die am Kellerduell dieses siebten Bundesliga-Spieltags beteiligt sein werden, befinden sich viele gute Freunde des 25-Jährigen.

»Vor allem zu Daniel Brosinski, Levin Öztunali, Alexander Hack und Robin Zentner habe ich sehr viel Kontakt. Deshalb ist so ein Spiel für mich persönlich natürlich etwas besonderer als eines gegen die Bayern oder einen anderen Topklub«, sagt Huth. Vor der Partie stattete er den ehemaligen Weggefährten einen Besuch im Mannschaftshotel ab. Ein bisschen Kaffeeklatsch darf sein. Doch wenn die Begegnung begonnen hat, hält es auch der gebürtige Bad Kreuznacher mit der mindestens spieltäglich zitierten Fußballerfloskel von den Freundschaften, die dann mal 90 Minuten zu ruhen haben.

Kein Freundschaftsspiel

Um das Spiel des SCP gegen den FSV als Freundschaftsspiel durchgehen zu lassen, ist es in der Tat viel zu bedeutend – und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Zum einen gibt es da Jannik Huths große persönliche Motivation, den Mainzer Verantwortlichen zu zeigen, dass sie ihm doch erheblich mehr als nur die sieben Bundesligaeinsätze gen Ende der Saison 2016/17 hätten zutrauen können.

Zum zweiten ist da die tabellarische Konstellation. Der sieglose Letzte erwartet den bislang enttäuschen Drittletzten und verfolgt nach sehr viel Lob, aber nur einem Punkt in den ersten sechs Spielen, ein klares Ziel. »Wir wollen unbedingt diese drei Punkte holen. Es wäre extrem wichtig für unsere Köpfe, endlich mal mit einem Sieg nach Hause zu gehen, zumal danach ja bereits die nächste Länderspielpause wartet«, sagt Huth.

Und mit dem Stichwort Länderspielpause ist der dritte und letzte Grund erreicht, der die Bedeutung der Paderborn-Mainz-Partie derart besonders erscheinen lässt. Bis zur zweiten Liga-Auszeit, das hatte Trainer Steffen Baumgart vor wenigen Wochen gesagt, stelle sich die Torwartfrage nicht. Jannik Huth sei die Nummer 1, der mittlerweile nach langer Verletzungspause auf die Bank zurückgekehrte Leopold Zingerle demzufolge die 2: »In der zweiten Pause gucken wir dann, ob Leo wieder bei 100 Prozent ist und urteilen neu.«

Gibt es einen Torwartwechsel?

Huths Hoffnungen verstehen sich von selbst. Mit Blick auf »sein« Spiel gegen Mainz geht der Silbermedaillengewinner von Rio 2016 ganz fest davon aus, dass Baumgart sein Wort hält und dessen am Freitag formulierter Satz »Ich lasse mir alle Optionen offen« für ihn folgenlos bleibt. Zudem wünscht er sich, dass das neue Urteil wie das alte ausfällt, die 1 die 1 bleibt und er auch in zwei Wochen in Köln das Paderborner Tor hüten darf. Aber der Neuzugang sagt ebenfalls: »Die Entscheidung liegt nicht in meiner Hand. Wenn der Trainer meint, er muss wechseln, wird er wechseln. Wenn er denkt, ich mache das gut, wird er es nicht.«

Der bisherige Stammkeeper selbst findet seine Leistungen gut genug, um weiteres Vertrauen zu rechtfertigen, betrachtet sich jedoch auch mit einer angemessenen Portion Selbstkritik: »Gegen die Bayern und gegen Schalke haben ich mir jeweils einen Fehler geleistet, der mich stört. In puncto Strafraumbeherrschung sehe ich bei mir das größte Potenzial für Verbesserungen.«

USB-Stick nach jedem Spiel

Um Fehleinschätzungen wie vor den Treffern von Salif Sané (S04) und Serge Gnabry (FCB) abzustellen, gibt’s von Torwarttrainer Nico Burchert nach jedem Spiel einen USB-Stick, mit dem sich Huth die wichtigsten Szenen ansehen kann. Nach den bislang sieben Pflichtspieleinsätzen für den SCP war noch keine Datei dabei, in der der Schlussmann kein Gegentor zu sehen bekommen hätte. 17 waren es in der Meisterschaft, zwei in der DFB-Pokalpartie in Rödinghausen. Für den ersten Zu-Null-Auftritt gäbe es schlechtere Zeitpunkte als das Duell mit Mainz. Rücksichtnahme auf seine Freunde ist natürlich gar keine Option: »Das muss und wird eine Freundschaft aushalten.«

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