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Do., 10.10.2019

SCP-Trainer Baumgart: Kritik an Mamba und Gueye, Lob für Zolinski und Michel – mit Video »Drei Sprints reichen nicht«

Mittwochabend schrieben Paderborns angezählte Angreifer nur fleißig Autogramme: Streli Mamba (links) und Babacar Gueye machen hier Jayden Rom aus Brakel glücklich.

Mittwochabend schrieben Paderborns angezählte Angreifer nur fleißig Autogramme: Streli Mamba (links) und Babacar Gueye machen hier Jayden Rom aus Brakel glücklich. Foto: Rene Wenzel

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Ein paar Tage brauchte Paderborns Trainer Steffen Baumgart, um das 1:2 gegen den FSV Mainz auch »gedanklich« in den Griff zu bekommen. Die Fehler in der Defensive und im Spielaufbau waren offensichtlich, die mangelhafte Durchschlagskraft im Angriff ebenso.

Mit Streli Mamba und Babacar Gueye standen allerdings gleich zwei Spitzen noch nicht einmal im 20 Spieler umfassenden Kader. Baumgart kommentierte das mit gewohnt offenem Visier: »Die Leistungen reichen mir bei beiden nicht, da erwarte ich viel mehr.«

Mamba (zwei Tore in den ersten beiden Punktspielen gegen Bayer Leverkusen und SC Freiburg) kam gegen Hertha BSC und die Münchner Bayern schon nicht mehr zum Einsatz, vor den 90 Minuten gegen Mainz strich ihn Baumgart zum ersten Mal komplett aus dem Kader.

Defensivarbeit gefordert

Seine Begründung: »Streli ist ein Riesentalent, aber er muss mehr für die Mannschaft arbeiten.« Baumgart fordert von dem 25-Jährigen vor allem mehr Defensivarbeit. Das sei auch hinlänglich besprochen, sagt er. Die Wirkung seiner Worte blieb aus. Deshalb griff der Coach nun zu dieser drastischen Maßnahme und wurde noch einmal deutlich: »Er muss in beide Richtungen arbeiten. Drei Sprints anziehen, damit alle toll finden, wie schnell er ist, das reicht nicht. Dann hat er es schwer, bei uns zu spielen.«

Fehlende Konstanz

Bei Gueye sieht Baumgart zwar gute Ansätze, aber hier fehlt ihm die Konstanz: »Baba könnte aus seinem Talent viel mehr machen, er muss sich dann aber auch im Spiel zeigen, wenn er die Chance bekommt.« Die hatte Gueye bislang in zwei Kurzeinsätzen (15 Minuten gegen Freiburg, 32 gegen Schalke 04).

Ähnlich ist die Lage bei Khiry Shelton. Der US-Amerikaner wurde gegen die Bayern (für fünf Minuten) und Mainz (immerhin 26) eingewechselt, agierte aber, höflich ausgedrückt, sehr unauffällig. Baumgart sagt dazu nichts: »Das soll jeder für sich bewerten.« Noch keine Rolle spielt beim Trainer der erst Ende August verpflichtete Abdelhamid Sabiri. »Er hat 18 Monate kaum gespielt, Hamid muss erst mal in den Wettkampfzustand kommen.«

Was bleibt

Was Baumgart bleibt, ist sein Aufstiegsduo mit Sven Michel und Ben Zolinski. Sie genießen im Moment wieder sein volles Vertrauen: »Ich habe Hochachtung vor Benno. Der wird seit fast drei Jahren abgeschrieben, kommt aber immer wieder. Der Junge schont sich in keiner Sekunde.« Ähnlich sieht er Sven Michel.

Paderborns erster Torschütze in dieser Saison zeigt zwar auch mal Schwächen bei der Ballannahme oder im Abschluss, Baumgart schätzt aber andere Dinge: »Wie sich Sven für die Mannschaft aufreibt, macht mir Mut. Genau das erwarte ich von denen, die mit den Hufen scharren und ins Team wollen.« Ob Mamba oder Gueye heute (Anstoß: 14 Uhr, Nordhessenstadion Lohfelden) gegen den Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden wieder ins Team rücken? Nach Baumgarts klarer Ansage ist das nicht sehr wahrscheinlich.

Perspektivteam unterliegt

Die in der Liga sieglosen Paderborner verloren auch das Benefizspiel bei der SpVgg Brakel. Das Perspektivteam, aus Spielern der U21 (Oberliga) und U19/U17 (Westfalenliga) zusammengestellt, agierte verletzungsbedingt ab Minute 55 nur in Unterzahl und unterlag mit 0:2.

Vor 2000 Zuschauern trafen für den Landesligisten Nils Fähnrich (28.) und Oumar Fofana (90.).

Im Video-Interview spricht Trainer Steffen Baumgart über die Perspektivspieler des SC Paderborn vor der Partie gegen Brakel. Der gebürtige Warbuger Sebastian Schonlau, der nach langer Verletzungspause in den Kader zurückkehrte, geht indes auf die Situation der Profis in der Bundesliga ein.

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