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Do., 10.10.2019

SC Paderborn trennt sich von Wehen Wiesbaden 3:3 3:1-Vorsprung verspielt

Marvin Ajani vom SV Wehen Wiesbaden (Mitte) im Zweikampf gegen Paderborns Gerrit Holtmann (rechts), der nach 27 Minuten den Ausgleich erzielte.

Marvin Ajani vom SV Wehen Wiesbaden (Mitte) im Zweikampf gegen Paderborns Gerrit Holtmann (rechts), der nach 27 Minuten den Ausgleich erzielte. Foto: Dieter Schachtschneider

Von Peter Klute

Lohfelden (WB). Der SC Paderborn kann nicht mehr gewinnen. Im Nordhessenstadion von Lohfelden verspielte der Erstligist am Donnerstag im Testspiel gegen Zweitligist SV Wehen Wiesbaden sogar eine 3:1-Führung. Am Ende hieß es 3:3 (1:1).

Wie angekündigt , musste Paderborns Trainer Steffen Baumgart auf die fünf abgestellten Nationalspieler Mohamed Dräger, Jamilu Collins, Laurent Jans, Klaus Gjasula und Luca Kilian verzichten. Des weiteren wurden die angeschlagenen Ben Zolinski (Adduktoren) und Marlon Ritter (Leiste) geschont.

»Eine reine Vorsichtsmaßnahme«, wie Manager Martin Przondziono auf Nachfrage erklärte. Ebenso beim Anpfiff nicht dabei war Torwarttrainer Nico Burchert, der auf einer Fortbildung in Frankfurt am Main weilte. Burchert kam in der zweiten Hälfte nach, auf der Gegenseite stand der im August vom SCP zum SVWW gewechselte Tobias Schwede in der Startelf der Mannschaft des ehemaligen Bielefelder Trainers Rüdiger Rehm.

Verunsicherung nach vier Niederlagen in Folge spürbar

Auf den ersten Blick war der Vergleich zweier Aufsteiger und Tabellenletzter ein Duell der Frustrierten. Beim genaueren Hinsehen traf das aber nur auf den SCP zu, der als einziger Verein aus der 1. und 2. Bundesliga in dieser Saison noch keinen Dreier eingefahren hat. Denn Wehen Wiesbaden hatte zuletzt zweimal gewonnen und unter anderem Tabellenführer VfB Stuttgart entthront.

Da hatte Daniel Kofi Kyereh kurz nach seiner Einwechslung die Rote Karte gesehen, gegen Paderborn machte der Angreifer positiv auf sich aufmerksam und traf schon nach fünf Minuten zum 1:0 für den Klub aus der hessischen Landeshauptstadt. Kapitän Christian Strohdiek, zuletzt in der Meisterschaft nur zweite Wahl, war zu langsam, Torwart Jannik Huth gegen den anschließenden Heber machtlos. Vorausgegangen war wieder einmal ein unnötiger Ballverlust im Spielaufbau, diesmal von Abdelhamid Sabiri. Die Verunsicherung nach vier Niederlagen in Folge war spürbar.

In der Folge hatte der klassenhöhere SCP zwar mehr Ballbesitz, agierte aber ohne Tempo und Ideen. Wenn die Paderborner dann noch mal zum Abschluss kamen, blieben sie harmlos. Ein bisschen aus dem Nichts fiel somit der Ausgleich nach 27 Minuten durch Gerrit Holtmann, begünstigt durch einen Fehler des Wiesbadener Torwarts Lukas Watkowiak. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken wurde der SCP stärker.

Sechs Minuten später reagierte Watkowiak dann aber glänzend und verhinderte gegen Streli Mamba per Fußabwehr den Rückstand. Eingeleitet worden war diese Chance durch den besten Angriff des Spiels über Kai Pröger und Christopher Antwi-Adjei. Spätestens jetzt hatte sich Paderborn den Ausgleich aufgrund einer deutlichen Steigerung auch verdient. In der 45. Minute war es wieder Mamba, der nach Vorarbeit von Sebastian Vasiliadis und Antwi-Adjei aus kurzer Distanz ungehindert neben das Tor köpfte. Das konnte oder musste sogar erneut die Führung sein.

In der zweiten Hälfte Chancen im Minutentakt

So wie in der 50. Minute, als Babacar Gueye und Pröger in aussichtsreicher Position nicht zielstrebig genug waren und leichtfertig vergaben. Das mittlerweile überfällige 2:1 fiel dann in der 54. Minute und wieder half Watkowiak mit. Nach einem Freistoß von Rifet Kapic segelte der Keeper am Ball vorbei, Sabiri köpfte ein. Sekunden später hätte Uwe Hünemeier im Anschluss an eine Ecke fast erhöht, köpfte aber über den Kasten.

Der SCP war das klar bessere Team und hatte Chancen im Minutentakt. Nach gut einer Stunde köpfte Mamba nach Flanke von Sabiri an die Latte. Doch Wehen kam zurück ins Spiel und hatte durch Manuel Schäffler die große Gelegenheit zum 2:2, sein Kopfball ging knapp links daneben (70.). Wenig später traf Michel Niemeyer den Pfosten. Beide Kontrahenten hatten inzwischen fast komplett durchgewechselt und für den SCP machten schließlich zwei Eingewechselte vermeintlich den Sack zu. Pass Cauly Oliveira Souza, Abschluss Babacar Gueye und es hieß 3:1 (78.). Doch Paterson Chato (86.) und Maximilian Dittgen (87.) machten den Sieg noch zunichte.

Wechsel

SC Paderborn: Huth (46. Zingerle) - Dörfler, Strohdiek (46. Hünemeier), Schonlau (63 Rumpf), Holtmann - Vasiliadis (46. Kapic) - Pröger (63. Hilßner), Sabiri (63. Bilogrevic), Antwi-Adjei (63. Souza) - Mamba (63. Michel), Shelton (46. Gueye)

SV Wehen Wiesbaden: Watkowiak (76. Petkovic) - Mockenhaupt (46. Guthörl), Dams (46. Medic), Franke (63. Niemeyer) - Ajani (63. Aigner), Schwede (63. Dittgen) - Kyereh (46. Mißner), Titsch Rivero (46. Chato), Gül (63. Lorch), Shipnowski (63. Kuhn) - Knöll (63. Schäffler)

Schiedsrichter: Dr. Kampka (Mainz)

Tore

Tore: 0:1 Kyereh (5.), 1:1 Holtmann (27.), 2:1 Sabiri (54.), 3:1 Gueye (78.), 3:2 Chato (86.), 3:3 Dittgen (87.)

Kommentare

Am besten die Herren gehen zurück in die Drittklassigkeit und wachen aus ihrenTräumen auf, in der 1.Bundesliga zu bleiben. Mit einer Abwehr wie ein Leerdamer Käse können in der Bundesliga nur die Bayern noch einen Sieg einfahren. Die können sich ihre Überheblichkeiten im Unterschied zum SC Paderborn leisten.

1 Kommentare

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