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Fr., 25.10.2019

Für Paderborns Torwart Zingerle zählt allein der erste Saisonsieg Die Null ist Nebensache

2017 wechselte Leopold Zingerle vom 1. FC Magdeburg zum SC Paderborn und wurde auf Anhieb die Nummer eins. Nach seiner Verletzung hat er seinen Stammplatz wieder.

2017 wechselte Leopold Zingerle vom 1. FC Magdeburg zum SC Paderborn und wurde auf Anhieb die Nummer eins. Nach seiner Verletzung hat er seinen Stammplatz wieder. Foto: Jörn Hannemann

Von Peter Klute

Paderborn (WB). 22 Gegentore und noch nicht zu Null gespielt. Auf diese Rekordwerte würde der SC Paderborn liebend gerne verzichten. Allen voran Leopold Zingerle.

Dass seine Mannschaft nach fünf Niederlagen in Folge sieglos und abgeschlagen das Tabellenende der Bundesliga ziert, das bleibt auch für den Torwart nicht ohne negative Begleiterscheinungen. Dass er wieder die Nummer eins ist und das auch an diesem Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr, Sky) sein wird, tröstet ihn da nur bedingt. Und dass er somit nur fünf Einschläge (zwei gegen Mainz, drei in Köln) hinnehmen musste, auch nicht wirklich. »Ich bin hin- und hergerissen. Natürlich ist es schön, in der Bundesliga zu spielen, aber wir haben noch keinen Sieg und daher kann ich jetzt nicht durch die Gegend laufen und sagen, dass alles super ist.

Da ist nicht viel mit Genießen, es geht darum, Spiele zu gewinnen«, gibt Zingerle zu. Dass die Fortuna ihre Negativserie von sechs Partien ohne Sieg mit dem 1:0 gegen Mainz beendet hat, spielt für ihn ebenso keine Rolle wie die Tatsache, dass Düsseldorf in Person von Rouwen Hennings (fünf Treffer) den aktuell drittbesten Torschützen der laufenden Spielzeit in seinen Reihen hat. Auf die Frage, warum es im neunten Anlauf endlich mit dem ersten Dreier klappt, hat er eine einfache Antwort: »Weil es Zeit wird.«

Wettlauf gegen die Zeit

Ein Wettlauf gegen die Zeit waren für Zingerle die vergangenen Monate. Eine Schultereckgelenksprengung, erlitten bei einem Zusammenprall mit Moussa Koné im letzten Spiel der vergangenen Saison in Dresden, verdarb nicht nur dem 25-Jährigen die Aufstiegsfreude. »Koné wusste genau, wie er Leo verletzen kann. Er hat das bewusst in Kauf genommen«, blickt Trainer Steffen Baumgart immer noch verärgert auf diese Szene zurück. Zingerle wurde operiert, fiel monatelang aus, verpasste große Teile der Vorbereitung und verlor seinen Stammplatz an Neuzugang Jannik Huth. Mitte August meldete er sich in einem Test gegen Arminia Bielefeld zurück, für einen Pflichtspieleinsatz reichte es zunächst aber nur in der U21. Baumgart führte keine Torwartdiskussion und hielt an Huth fest. Der fünf Tage ältere Zingerle rückte am 15. September gegen Schalke zwar erstmals wieder in der Kader, musste aber weiter warten und kam dann doch früher dran als angekündigt. Ursprünglich wollte Baumgart den Kampf zwischen den Pfosten erst nach der zweiten Länderspielpause neu eröffnen, entschied sich aber anders. »Das war auch für mich überraschend, weil der Trainer vorher eine andere Aussage getroffen hatte. Aber ich habe im Training immer Gas gegeben und auf meine Chance gehofft«, sagt Zingerle.

Noch nicht wieder der Alte

Jetzt ist er zurück, war sowohl gegen Mainz als auch in Köln aber noch nicht der Alte, obwohl er feststellt: »Von der Verletzung ist nichts zurückgeblieben.« Beim Führungstor des FSV in der Benteler-Arena durch Robin Quaison sah der gebürtige Münchener jedoch genauso wenig gut aus wie beim Kölner 2:0 durch Louis Schaub und wirkte insgesamt ein wenig verunsichert. Baumgart gibt weder Zingerle noch Huth eine Garantie für die Zukunft: »Beide haben Stärken und Schwächen und keiner kann sich sicher sein, die Nummer eins zu blieben.« Zingerle selbst geht bei seiner persönlichen Bewertung nicht ins Detail und kommentiert seine ersten 180 Saisonminuten so: »Aufgrund der langen Pause fehlt mir die Spielpraxis und im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren ist unsere Situation momentan auch eine andere. Wir stehen unter Zugzwang.«

Gegen Düsseldorf zähle nur ein Sieg, dass in der Schießbude der Liga dabei erstmals die Null steht, sei nebensächlich. »Ich würde auch ein 2:1 oder 3:2 nehmen«, sagt Zingerle und weiß, wie wichtig dieses erste Erfolgserlebnis wäre: »Wir sind gut in die Saison gekommen und waren ganz nah dran am Sieg. Aber dann hat uns jede Niederlage weiter runtergezogen und wir haben den Glauben verloren.« Doch er sagt auch: »Es ist egal, ob wir zuletzt dreimal verloren oder achtmal gewonnen haben. Das müssen wir ausblenden, es geht bei 0:0 los. Wir müssen das Spiel mit neuem Mut angehen und uns zusammenraufen.«

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