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Mi., 30.10.2019

Kommentar zum SC Paderborn Das Aus schmerzt nur ein wenig

Paderborns Streli Mamba scheitert an Leverkusens Torwart Lukas Hradecky.

Paderborns Streli Mamba scheitert an Leverkusens Torwart Lukas Hradecky. Foto: dpa

Von Matthias Reichstein

Raus in Runde zwei: Paderborns kleine Pokalserie ist gestern Abend in Leverkusen nach tapferer Gegenwehr gerissen. Zweimal war zuletzt erst im Viertelfinale Endstation, zwei Jahre lang durfte der SC Paderborn in diesem finanziell lukrativen Wettbewerb überwintern. Damit ist zumindest in dieser Saison Schluss.

Finanziell dürfte das den Verein nicht so hart treffen. Anders, als in den Jahren zuvor, als der SCP jeden Euro dreimal umdrehen musste, sollten die Ostwestfalen nun wieder nahezu schuldenfrei sein. Genaue Zahlen werden zwar erst im Verlauf der nächsten Jahreshauptversammlung präsentiert, doch allein die Extraeinnahmen im Pokal in den vergangenen beiden Jahren sowie die Ablösesummen für Philipp Klement, Bernard Tekpetey und Manager Markus Krösche dürften sich auf satte zwölf Millionen Euro summieren.

Sicher, nicht nur Misserfolg kostet Geld, weil TV-Gelder mit jedem Abstieg weniger werden, Zuschauer wegbleiben und sich Sponsoren abwenden. Auch Aufstiege sind kostspielig, weil Prämien fällig werden und mit jeder höheren Klasse die Gehälter steigen. Das Ziel des Vereins muss es sein, den Profistandort Paderborn zu sichern. Vor allem für den Fall, wenn es sportlich mal wieder in eine andere Richtung geht. Ein Absturz wie zwischen 2015 und 2017 darf sich nicht wiederholen. Deshalb ist es wichtig, auch für schlechte Zeiten vorzusorgen. So gesehen, war das Aus am Dienstagabend doch schmerzlich.

Allerdings nur kurz. Der in den vergangenen Monaten stark gestiegene Marktwert der Mannschaft wird darunter nicht leiden. Der SC Paderborn hat zurzeit fünf aktuelle Nationalspieler im Kader, das gab’s in der Klubgeschichte noch nie. Talente wie Luca Kilian, Sebastian Vasiliadis oder Sebastian Schonlau stehen ebenfalls für diese aktuell gute Entwicklung, weitere werden folgen. Das zeigte gestern auch die zweite Reihe. Jannik Huth oder Laurent Jans fügten sich gut ein und halfen mit, dem Werksklub über 90 Minuten einen Pokalkampf zu liefern. Auch in der Breite hat der SCP damit Werte geschaffen. Auch das ist ein Weg, damit Profifußball auf hohem Niveau in Paderborn zukunftsfähig bleibt. So gesehen tut das Pokal-Aus nur ein bisschen weh

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