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Do., 31.10.2019

Paderborn erhält viel Lob und sieht die Personalpolitik bestätigt Auch Bosz glaubt an den SCP

Leverkusens Julian Baumgartlinger tröstet Christopher Antwi-Adjei. Der SC Paderborn kassiert für seinen Auftritt viele Komplimente.

Leverkusens Julian Baumgartlinger tröstet Christopher Antwi-Adjei. Der SC Paderborn kassiert für seinen Auftritt viele Komplimente. Foto: dpa

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Die 702.000 Euro Prämie sowie die Eintrittskarte für das Achtelfinale mussten die Kicker des SC Paderborn 07 schweren Herzens in Leverkusen liegen lassen. Und doch nahmen auch die Verlierer der Zweitrundenpartie etwas mit auf den Heimweg: ein erstaunliches Lob und eine wichtige Erkenntnis.

Das ausgiebige Lob hatte Bayer-Coach Peter Bosz für den mit 1:0 (1:0) besiegten Gast aus Paderborn parat . Auch wenn einem Gewinner eine solche Aussage logischerweise erheblich leichter über die Lippen kommt als einem Unterlegenen, klang es doch bemerkenswert, was der Niederländer mit dem sympathisch klingenden Akzent mitzuteilen hatte. Statt sich – wie üblich – erst mit seinem Team zu beschäftigen, war es ihm ein Bedürfnis, zunächst auf den Auftritt des Aufsteigers einzugehen.

»Normalerweise fange ich mit meiner Mannschaft an. Aber heute möchte ich das mit Paderborn tun. Ich war über 90 Minuten nie ruhig auf der Bank. Das lag vor allem daran, dass Paderborn mit sehr viel Energie gespielt, immer Druck gemacht hat und auch bis zum Ende gefährlich war«, sagte der 55-Jährige. Geht es nach der Expertise des ehemaligen BVB-Trainers, wird das Schlusslicht mit dieser Form des Fußballs nicht mehr lange das Schlusslicht bleiben: »Ich habe Steffen schon ein Riesen-Kompliment für sein Team gemacht. Wenn seine Jungs so weiterspielen, bin ich mir sicher, dass sie in der Liga bleiben. Wenn eine Mannschaft derart viel Energie, Spielfreude und Kraft hat, glaube ich, dass sie es schafft.«

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Das glauben auch die Paderborner selbst. Nach dem erlösenden ersten Erfolgserlebnis gegen Fortuna Düsseldorf vom neunten Spieltag noch etwas mehr, nach dem DFB-Pokal-Aus in Leverkusen nicht weniger. Bestärkt wird der Optimismus von einer bedeutenden Erkenntnis, die die nach dem 2:3 zum Saisonauftakt zweite knappe Niederlage in der Bay-Arena mit sich gebracht hat. Die hohen Belastungen, die die drei Spiele in sieben Tagen gegen Düsseldorf, Leverkusen und Hoffenheim (Freitag, 20.30 Uhr) zur Folge haben, berücksichtigend, hatte Trainer Steffen Baumgart die Startelf am Dienstag gleich auf fünf Positionen verändert.

Das im Vergleich zum Duell mit den Düsseldorfern neu nominierte Quintett rechtfertigte das Vertrauen in hohem Maße und sorgte dafür, dass sich die Verantwortlichen in ihrer Personalpolitik bestätigt fühlen. »Ich habe immer gesagt, dass wir nicht so viele Topspieler haben wie andere Vereine, aber dafür haben wir 20, 22 Akteure, die auf dem gleichen Niveau spielen können. Das ist gut und sehr wichtig für uns, weil die Jungs bei unserer intensiven Spielart auch mal etwas müde werden und wir dann auf jeder Position ruhigen Gewissens tauschen können«, sagte Manager Martin Przondziono.

Stellvertretend hob er zwei Darbietungen hervor – die des Kapitäns der luxemburgischen Nationalmannschaft und die eines Deutsch-Kongolesen: »Wenn ich sehe, wie tadellos Laurent Jans gespielt hat und wie Streli Mamba marschiert ist, dann macht mich das glücklich und gibt mir viel Hoffnung für die Zukunft.« Damit war Przondzionos Gemütslage deckungsgleich mit der Baumgart’schen. Angesprochen darauf, dass die Rotation keinen Qualitätsverlust zur Folge gehabt habe, stellte der Trainer gerne fest: »Wir haben nicht den einen Spieler, der den Unterschied macht. Wir leben von der Breite und der Intensität auf dem Platz. Dieses Spiel und diese Aufstellung waren auch ein Beweis dafür, dass jeder gebraucht wird.« In Leverkusen waren Jannik Huth, Cauly Souza, Laurent Jans, Christopher Antwi-Adjei und Streli Mamba gefragt, am Freitag in Hoffenheim könnten es wieder fünf andere Alternativen sein. Eine Erkenntnis, die – sollte Peter Bosz recht behalten – mehr wert sein dürfte als 702.000 Euro und das Achtelfinalticket.

 

Leverkusen: Hradecky - L. Bender (31. Retsos), Tah, Dragovic - Baumgartlinger - Bellarabi, Havertz, Amiri (71. Demirbay), Weiser - Alario, Volland (82. Paulinho) Paderborn: Huth - Jans (87. Shelton), Kilian, Schonlau, Collins - Gjasula (76. Zolinski) - Pröger (66. Holtmann), Sabiri, Souza, Antwi-Adjei - Mamba

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) Zuschauer: 15.410 Tor: 1:0 Alario (26.) Gelbe Karten: Weiser / Gjasula (2)

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