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Fr., 01.11.2019

Lukas Rupp trifft seinen Ex-Klub und will mit Hoffenheim ins Pokalfinale »Paderborn ist der Wahnsinn«

Rassiger Zweikampf: Lukas Rupp im Duell mit dem Schalker Alessandro Schöpf. Hoffenheim gewann mit 2:0.

Rassiger Zweikampf: Lukas Rupp im Duell mit dem Schalker Alessandro Schöpf. Hoffenheim gewann mit 2:0. Foto: dpa

Paderborn (WB). Gleich zweimal spielte Lukas Rupp für den SC Paderborn: als Leihgabe von Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde der Saison 2011/12 und fest verpflichtet in der Bundesliga-Spielzeit 2014/15. Nach dem Abstieg wechselte er zum VfB Stuttgart, doch auch dort ging es für ihn sofort runter in Liga zwei. Seit 2016 kickt der gebürtige Heidelberger für die TSG 1899 Hoffenheim. Vor dem Wiedersehen am Freitag (20.30 Uhr, Sinsheim) sprach Redakteur Peter Klute mit dem 28-Jährigen.

Herr Rupp, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale. Wie wichtig war der Sieg beim MSV Duisburg, und wie hoch ist für Sie und die TSG der Stellenwert des Wettbewerbs?

Lukas Rupp: Der Sieg war sehr wichtig, weil der Stellenwert des DFB-Pokals für uns sehr hoch ist. Zum einen hast du die Chance, mit wenig Spielen ins Finale zu kommen, zum anderen geht es auch um eine Menge Geld. Nachdem für uns in den vergangenen Jahren immer in der 2. Runde Schluss war, freuen wir uns sehr über das Weiterkommen. Unser Ziel ist Berlin, da herrscht immer eine herausragende Atmosphäre. Jetzt wünsche ich mir erst einmal fürs Achtelfinale ein gutes Los.

 

Was wäre denn ein gutes Los?

Rupp: Die Bayern, Dortmund oder Leipzig müssen es noch nicht unbedingt sein. Ein Zweitligist oder Drittligist wäre mir lieber, obwohl man auch da richtig gegenhalten muss. Das haben wir in Duisburg und Würzburg gesehen. Aber es ist schon noch mal etwas anderes, vor 80.000 Zuschauern in Dortmund zu spielen.

 

Erinnern Sie sich eigentlich noch an den 2. Mai 2015?

Rupp: Ist Paderborn da zum ersten Mal in die Bundesliga aufgestiegen?

Nein, das war ein Jahr zuvor. Mit einem Doppelpack haben Sie Paderborn in Freiburg zum letzten Auswärtssieg in der Bundesliga geschossen...

Rupp: Stimmt. Das war mein erster Doppelpack in der Bundesliga. Aber zum Klassenerhalt hat es am Ende leider doch nicht gereicht. Das war sehr schade. Was in Paderborn danach mit dem Abstieg bis in die Regionalliga und dem Durchmarsch zurück in die Bundesliga passiert ist, ist der absolute Wahnsinn.

 

Wieder fit

Sowohl Sven Michel als auch Sebastian Vasiliadis sind wieder fit und stehen gegen Hoffenheim im SCP-Kader. Der gesperrte Klaus Gjasula und Babacar Gueye müssen weichen. Dafür gehört Dominik Bilogrevic zum zweiten Mal dem 20er Aufgebot an.

Neben den zwei Abstiegen hatten Sie in den vergangenen Jahren enormes Verletzungspech. Negativer Höhepunkt war der Kreuzbandriss im Mai 2018, der sie fast ein Jahr außer Gefecht setzte und zurückwarf. Jetzt haben Sie wieder den Anschluss geschafft. Wie fühlen Sie sich aktuell?

Rupp: Ich bin mittlerweile sehr zufrieden, aber am Anfang hat der Kopf schon eine große Rolle gespielt. Inzwischen denke ich nicht mehr daran. Ich habe keine Beschwerden mehr, gehe zu 100 Prozent in die Zweikämpfe und habe den Kopf frei.

 

Haben Sie sich Sorgen um Ihre Karriere gemacht?

Rupp: Nein, ich bin ja nicht der Erste, der sich das Kreuzband gerissen hat. Wenn mir das zum zweiten oder dritten Mal passiert, würde ich mir wohl schon Gedanken machen, ob ich weiter Fußball spiele. Aber dazu kommt es hoffentlich nicht.

 

Nach einem holprigen Start gab es drei Siege gegen Bayern, Schalke und Hertha. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Abschneiden?

Rupp: Am Anfang war es schwer. Wir hatten einen neuen Trainer, viele neue Spieler und wussten nicht richtig, wo wir stehen. Es macht aber keinen Sinn mehr, damit zu hadern, dass wir in den ersten Spielen Punkte liegen gelassen haben. Das haben andere Vereine auch. Aktuell haben wir einen Lauf, den wollen wir mitnehmen und so lange es geht fortsetzen. Nur das zählt.

 

So könnten sie spielen

Hoffenheim: Baumann - Akpoguma, Vogt, Hübner - Kaderabek, Grillitsch, Skov - Geiger, Rudy - Bebou, Kramaric

Paderborn: Zingerle - Dräger, Kilian, Schonlau, Collins - Sabiri, Vasiliadis - Pröger, Souza, Holtmann - Zolinski

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

Wie nehmen Sie den Tabellenletzten Paderborn wahr?

Rupp: Eine offensivstarke Mannschaft mit hohem Pressing, guten Spielern und einem Trainer, der es sehr gut macht. Die Spielweise ist vergleichbar mit der von Schalke, und da hatten wir speziell in der ersten Hälfte große Probleme. Auch wenn der SCP noch nicht so viele Punkte eingefahren hat, wird es kein einfaches Spiel. Das wird unangenehm.

 

Wie groß ist die Gefahr, nach den Dreiern gegen Große den kleinen SC Paderborn zu unterschätzen?

Rupp: Wenn du Große geschlagen hast und dann auf einen vermeintlichen Underdog triffst, musst du immer aufpassen. Es gibt aber überhaupt keinen Grund, Paderborn zu unterschätzen – und das werden wir auch nicht tun.

 

Die TSG hat seit Sommer einen neuen Trainer. Was ist der größte Unterschied zwischen Julian Nagelsmann und seinem Nachfolger Alfred Schreuder?

Rupp: Sie lassen ähnlichen Fußball spielen, da gibt es viele Gemeinsamkeiten. Etwas anders ist, dass wir jetzt mehr auf Ballbesitz gehen, während es bei Julian Nagelsmann vor allem darum ging, nach Ballgewinn schnell nach vorne zu kommen. Insgesamt sind wir aktuell zudem etwas effizienter als in der vergangenen Saison und nutzen die Chancen in den richtigen Momenten.

 

An was erinnern Sie sich aus der Zeit beim SCP? Gibt es heute noch Kontakte nach Ostwestfalen und könnten Sie sich vorstellen, ein drittes Mal für Paderborn aufzulaufen?

Rupp: Aktuell eher nicht, aber das weiß man im Fußball nie. Fakt ist, dass ich beim SCP eine sehr gute Zeit hatte. Erst als Leihe von Borussia Mönchengladbach in der 2. Liga unter Roger Schmidt, später konnte ich dort reichlich Spielpraxis in der Bundesliga sammeln. Ich habe noch Kontakt zu einigen ehemaligen Mitspielern, die aber auch nicht mehr da sind. Ich habe mich in Paderborn sehr wohl gefühlt, da hat alles gepasst. Zumal es dort auch einen super Italiener gab (lacht).

 

Sie werden im Januar 29 Jahre. Was gibt es noch für Wünsche des Fußballprofis Lukas Rupp, und haben Sie schon Pläne für nach der Karriere?

Rupp: Nein, weil ich mich nach der Verletzung wieder absolut fit fühle und noch mindestens drei Jahre spielen möchte.

 

Für die TSG Hoffenheim?

Rupp: Das weiß ich noch nicht. Mein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus und wir werden uns sicher in naher Zukunft zusammensetzen. Ich könnte mir prinzipiell auch das Ausland als Station sehr gut vorstellen, da ich dort noch nie gespielt habe. Spanien oder England wären schon reizvolle Adressen.

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