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Fr., 01.11.2019

SC Paderborn enttäuscht beim 0:3 gegen Hoffenheim auf ganzer Linie Rückschlag im Kraichgau

Hoffenheims Mannschaft jubelt über das Tor zum 2:0, Paderborns Gerrit Holtmann ärgert sich.

Hoffenheims Mannschaft jubelt über das Tor zum 2:0, Paderborns Gerrit Holtmann ärgert sich. Foto: Uwe Anspack

Von Peter Klute

Sinsheim (WB). Nach dem ersten Saisonsieg hat Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn am Freitag einen heftigen Rückschlag hinnehmen müssen. Der SCP unterlag zum Auftakt des zehnten Spieltags bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 0:3 (0:3) und enttäuschte auf ganzer Linie. Während Hoffenheim durch den vierten Dreier in Serie zumindest für eine Nacht auf Rang fünf sprang, bleibt Paderborn mit vier Punkten Letzter.

Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder hatte den SCP vor dem Anpfiff ausdrücklich gelobt. »Es ist einfach, diese Mannschaft nicht zu unterschätzen. Sie haben viele gute Spieler, sehr gute Abläufe und eine gute Spielidee. Sie sind emotional, mutig und nehmen viel Risiko. Die Paderborner spielen sich viele Chancen heraus und haben weniger Punkte, als sie verdient hätten. Sie sind Letzter, aber sie spielen nicht so«, sagte der Niederländer. Am Freitag zeigten sie das nicht ansatzweise.

Paderborns Coach Steffen Baumgart tauschte seine Startelf gegenüber dem 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf auf zwei Positionen. Christopher Antwi-Adjei bekam den Vorzug vor Kai Pröger, Cauly Oliveira Souza ersetzte den gelb-gesperrten Klaus Gjasula. Sebastian Schonlau führte die Gäste erstmals in dieser Saison als Kapitän aufs Feld.

Passive Paderborner

Dort waren gerade zwei Minuten gespielt, da lagen die Gäste aus Ostwestfalen schon zurück. Robert Skov hatte per direktem Freistoß (verursacht durch ein Foul von Jamilu Collins) getroffen. Es war das erste Saisontor für den Dänen und der früheste Paderborner Gegentreffer in dieser Saison. Der erste Ballkontakt für SCP-Torwart Leopold Zingerle bestand darin, die Kugel aus dem Netz zu holen. In der neunten Minute hätte Hoffenheim fast nachgelegt, Ihlas Bebou stand völlig frei vor Zingerle, schoss aber mit links knapp am rechten Eck vorbei. Die dritte Chance der TSG war dann aber wieder drin, der Torschütze hieß nach schöner Vorarbeit von Florian Grillitsch der Tscheche Pavel Kaderabek.

Die passiven Paderborner schauten nicht nur in dieser 15. Minute nur zu. Nur vier Minuten später hatte Souza nach Pass von Sebastian Vasiliadis die Möglichkeit zu verkürzen, scheiterte aber freistehend an Schlussmann Oliver Baumann. Als auf der Gegenseite Jürgen Locadia in der 26. Minute das 3:0 folgen ließ, war im Kraichgau bereits alles klar. Das ging alles viel zu einfach, Hoffenheim konnte kombinieren wie im Training. Es war schon jetzt ein schwarzer Abend für einen in allen Belangen unterlegenen SCP, der überhaupt keinen Zugriff fand und nicht in die Zweikämpfe kam. In der 37. Minute gab es mal wieder ein Zeichen der Gäste, Gerrit Holtmann prüfte Baumann aus der Distanz. Insgesamt war der Pausenpfiff von Schiedsrichter Robert Schröder eine Erlösung für das Schlusslicht.

Schaden in Grenzen halten

Baumgart reagierte und wechselte zum zweiten Durchgang doppelt. Laurent Jans und Streli Mamba kamen neu in die Partie, Mo Dräger und Souza blieben in der Kabine. Das Ziel konnte es eigentlich nur noch sein, den Schaden in Grenzen zu halten. Hoffenheim aber schaltete jetzt ein paar Gänge zurück und tat im Gefühl nur noch das Nötigste. Der hochverdiente Sieg geriet jedoch nicht mehr ansatzweise in Gefahr. Dafür war der SCP viel zu harmlos und konnte sich bei Zingerle bedanken, der gegen den eingewechselten Sargis Adamyan das 0:4 verhinderte (74.).

Für den SCP geht es am Samstag, 9. November, mit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg weiter. Anstoß ist um 15.30 Uhr in der Benteler-Arena. Unterdessen ist auch das erste Testspiel im Rahmen der Wintervorbereitung terminiert. Am 11. Januar (14.30 Uhr, Eilenriedestadion) ist der SCP zu Gast beim Zweitligisten Hannover 96. Trainingsauftakt ist voraussichtlich am Donnerstag, 2. Januar.

Stimmen

Alfred Schreuder (Trainer TSG Hoffenheim): »Wir haben unseren Plan heute perfekt ausgeführt. Wenn man nach 26 Minuten 3:0 führt, dann kann man nur zufrieden sein.«

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): »Das war heute ein Klassenunterschied, wir waren chancenlos und in allen Belangen unterlegen. In der zweiten Hälfte hat sich die Mannschaft gewehrt. Insgesamt ist Hoffenheim in dieser Verfassung kein Gegner, an dem wir uns messen müssen, aber trotzdem tut diese Niederlage sehr weh.«

Sebastian Schonlau (Kapitän SC Paderborn): »Heute kam eins zum anderen, eine Erklärung fällt mir aktuell sehr schwer. Fakt ist, wenn du keine Zweikämpfe gewinnst, kommst du auch nicht an den Ball.«

Statistik

Hoffenheim: Baumann - Akpoguma, Vogt, Hübner - Kaderabek, Skov - Rudy, Grillitsch, Rupp (76. Geiger) - Bebou (81. Baumgartner), Locadia (68. Adamyan)

Paderborn: Zingerle – Dräger (46. Jans), Kilian, Schonlau, Collins - Sabiri, Vasiliadis - Antwi-Adjei, Souza (46. Mamba), Holtmann – Zolinski (70. Michel)

Schiedsrichter: Schröder (Hannover)

Zuschauer: 23.629

Tore: 1:0 Skov (2.), 2:0 Kaderabek (15.), 3:0 Locadia (26.)

Gelbe Karten: / Mamba (1)

Kommentare

Abhaken

Der Spielverlauf hätte natürlich undankbarer nicht sein können. Während sich unsere Jungs noch von der kalten Dusche erholen mussten, hat Hoffenheim das eiskalt ausgenutzt. Die waren wirklich gut. Sie haben den Ball dann fast nur noch hinten laufen lassen, klar kriegt man dann keinen Zugriff mehr. Charakterstark, dass Paderborn in der 2. Hälfte eine Reaktion gezeigt hat, auch wenn das Ding natürlich gelaufen war. Man hat in den Interviews gemerkt, dass sie sich selbst was anderes vorgenommen hatten.
Solche Spiele schnell abhaken, Mund abputzen, weiter machen. Das ist ’ne tolle Truppe!!

Erstmals enttäuschend - stark bleiben!


Heute in Hoffenheim war es wirklich schlecht. Der SCP war ohne jede Chance. Nach den 3 Gegentoren nach nicht mal 30 min hat Hoffenheim auf Leerlauf geschaltet - und selbst ab da hatte PB keine Chance mehr.

Ich denke, in der nächsten Trainingswoche wird es extrem zur Sache gehen - inklusive sehr klarer Worte des Trainers und Managers ans Team.

Meine Hoffnung ist, daß trotz aller kommenden klaren Worte und der schwierigen Lage, sich die Verantwortlichen nicht auseinander dividieren lassen. Und daß es keinen Bruch zur Mannschaft geben wird.

Es sind immer noch genug Mannschaften im Tabellenkeller, die man einholen kann. Und die Saison ist noch sehr, sehr lang. Denkt mal an den Wahnsinn, der an den letzten beiden Spieltagen eintreten kann, wenn alle 9 Spiele Samstag 15.30 Uhr stattfinden.

BleibtStarkSCP!

2 Kommentare

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